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WAZ: Der Schrecken von Mügeln: Bürger, steht auf! - Kommentar von
Rolf Potthoff
Essen (ots) - Eine Horde Jugendlicher hetzt Menschen durch den
nächtlichen Ort; Hassparolen hallen durch die Straßen; die Verfolgten
flüchten in Todesangst in ein Lokal. Viele, viele, viele sind Zeugen
- sehen tatenlos zu.
D a s ist der eigentliche Schrecken von Mügeln. Die
Teilnahmslosigkeit, das Wegsehen, das kalte Geht-mich-nichts-an.
D a s stärkt Rechtsextremisten, ihre Schläger, ihre Ideologen. Es
spielt ihnen zu.
Deshalb sind offiziell-politische Programme gegen Rechts zweifellos
wichtig: mehr Bildung und Prävention, mehr Geld dafür und für
Aktionen gegen Fremdenhass.
Aber noch wichtiger ist es, Entschiedenheit im Ort, in der Stadt zu
beweisen.
Das heißt konkret: Polizei und Justiz müssen hart, schnell handeln
und klar machen, dass Landfriedensbruch und Gewalt keine lässlichen
Jugendsünden sind.
Das heißt vor allem: Eliten, Meinungsführer, Vereine,
Kaufmannschaften usw. müssen deutlich machen: Hier ist kein Platz für
Hass und Extremismus! Die Stadtgesellschaft muss aufstehen! Wenn sie
schweigt, könnten das die Schläger und Ideologen als klammheimliches
Dulden missverstehen.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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