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Südwest Presse: Kommentar zum Thema "Fremdenfeindlichkeit"
Ulm (ots) - Es gibt zu wenige Politiker in Ostdeutschland, die
nicht um den heißen Brei herumreden: Ja, in den neuen Ländern ist das
Leben für Ausländer mit einem höheren Risiko behaftet als anderswo.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) ist mutig
genug, diese bittere Wahrheit auszusprechen und die Abwiegler und
Ignoranten davor zu warnen, die Umtriebe der rechten Szene zu
unterschätzen.
Die Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln kam nicht aus
heiterem Himmel über den Freistaat. Dort schaffte die NPD bekanntlich
den Einzug in den Landtag, was mindestens dafür spricht, dass
rechtsradikale Parolen bei vielen Wählern auf fruchtbaren Boden
fallen. Zudem steigt in Sachsen wie in den ostdeutschen
Nachbarländern die Zahl extremistischer Gewalttaten - Rassismus ist
also kein Fremdwort in diesem Teil der Republik.
Dennoch ist Ausländerfeindlichkeit nicht auf den Osten beschränkt,
selbst wenn die jüngsten Vorfälle diese Vermutung nahelegen könnten.
Es wäre ungerecht, nur auf die neuen Länder zu zeigen. Das Ansehen
der Deutschen nimmt insgesamt Schaden, wenn sich rechte Gewalt in so
brutaler Weise äußert. So lange Täter in aller Öffentlichkeit ihrem
Hass freien Lauf lassen können, hat die ganze Gesellschaft Anlass,
darüber nachzudenken, wie ernst sie es mit Gastfreundschaft, Toleranz
und Zivilcourage im Alltag nimmt.
Originaltext: Südwest Presse
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