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Trotz aller Beteuerungen: Nazi-Propagand


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Trotz aller Beteuerungen: Nazi-Propaganda und rechtsextreme Äußerungen beim Schlesiertreffen

Sonntag, 1. Juli 2007

Entgegen der Ankündigung der Landsmannschaft Schlesien, auf rechtsextreme Äußerungen und neonazistisches Material zu verzichten, häuften sich beim Schlesiertreffen in Hannover offenbar
völkisch-rassistische und geschichtsrevisionistische Bücher, Flugblätter und Statements. So informierte die Antifaschistische Aktion Hannover (AAH) über Bücher aus dem NPD-nahen "Deutsche Stimme-Verlag", dem DVU-nahen "DSZ-Verlag" und dem Verlag der "Jungen Freiheit" auf dem größten Informationsstand, die erst im Laufe des Tages entfernt wurden. Nicht entfernt wurden hingegen Flugblätter der "Preussischen Treuhand" am Stand des Bund der Vertriebenen (BdV) Nordrhein-Westfalen. Am gleichen Stand fanden sich auch Informationen des "Arbeitskreis Deutsche Zwangsarbeiter" (AKDZ). Dieser setzt den Begriff NS-Zwangsarbeiter in relativierende Anführungszeichen und bewirbt das Jahr "2005- Jahr der Anerkennung Deutscher Zwangsarbeiter und deren Opfergang für das gesamte deutsche Volk 1944/1945". Arbeit für Hitler wird hier also in bester NS-Logik als "Selbstaufopferung für alle Deutschen" verstanden. Sonja Brünzels von der Antifaschistischen Aktion Hannover betont: "Während der BdV sich sonst gerne gemäßigt gibt und die Schlesier rechts liegen zu lassen scheint, wird hier die gemeinsame völkisch-rassistische Ideologie der Vertriebenenverbände deutlich."

Auf anderen Büchertischen wurde ein Hörbuch "Der Krieg, der viele Väter hatte" von Gerd Schultze-Rhonhof angeboten. Der Autor stellt in diesem Werk die deutsche Kriegsschuld in Frage und beschuldigt stattdessen Polen und die Alliierten. Auch seine Quellen reichen bis ins neonazistische Lager. Ebenfalls im Angebot: Das Buch "Hitlers Traumschiffe" über die "Kraft durch Freude"-Bewegung aus dem rechtsextremen "Arndt-Verlag".

Ein revanchistischer Tenor fand sich auch in vielen Reden, nicht nur der Vertriebenen selbst. Ministerpräsident Wulff bezeichnete die revanchistisch-rassistische "Charta der Heimatvertriebnen" als ein "Besonderes Dokument des Friedens". In ihr heißt es wörtlich: "Die Völker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am Schicksal der Heimatvertriebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen empfinden." Oder auch "Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und auf Vergeltung." Lara Pohl vom Antinationalistischen Bündnis Nord: "Was diese Täter-Opfer-Umkehr mit Frieden zu tun hat, erschließt sich neben den Schlesiern vielleicht nur Herrn Wulff."

Den Vertriebenen hingegen passt ein solcher Revanchismus hingegen natürlich bestens ins Programm. Zum Beispiel Rudi Pawelka, der sich in seiner Rede von der medialen Darstellung deutscher Verbrechen als Ursache von Flucht belästigt fühlte: "Muss es denn sein, dass immer erst die vergangenen Gräuel gezeigt werden?" und, seine These ausführend, die "Vertreibung" sei auch ohne die Taten der Deutschen geplant gewesen, behauptete er: "Kriege schufen nur die Möglichkeit für das, was man vorhatte.".

Auch andere öffentliche Darstellungen zeigten nicht nur mangelnde Sensibilität, da sie NS-Zitate enthielten, sondern auch eine eindeutig revanchistische, rechtsextreme Einstellung. So wurde die Bühne mit dem Schild "Bekenntnis zu Schlesien - Schlesien ist nicht Polen - Die Wahrheit wird Euch frei machen!" geschmückt.

Quelle: Antinationalistisches Bündnis Nord / RedGlobe

01.07.07    Alois Unverdorben <alois.unverdorben@tele2.at>
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