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LANDSER-URTEIL
Neonazis protestierten
500 Neonazis haben am Samstag in Berlin gegen das "Landser-Urteil"
des örtlichen Kammergerichts protestiert. Bei der Demo kam es zu
keinen größeren Zwischenfällen. Der Texter der Skinhead-Band Landser
war im Dezember unter anderem wegen Volksverhetzung zu drei Jahren
und vier Monaten Haft verurteilt worden. (dpa)
taz Nr. 7255 vom 12.1.2004, Seite 6, 12 Zeilen (Agentur)
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Marsch von Neonazis
Unter Auflagen von Polizei und Justiz sind am Samstag rund 300
Rechtsextremisten durch Lichtenberg gezogen. An Gegenveranstaltungen
linker Gruppen hätten etwa 200 Personen teilgenommen, sagte eine
Polizeisprecherin. Es gab Festnahmen bei Rechten und Linken. Der
Aufmarsch der Rechtsextremisten galt dem Urteil zur Skinhead-Band
"Landser", in dem die Gruppe als kriminelle Vereinigung eingestuft
wird. 700 Polizisten waren im Einsatz. Das Oberverwaltungsgericht
(OVG) Berlin hatte vor Beginn der rechten Veranstaltung untersagt,
auf der Demonstration Musik der "Landser" zu spielen. Das OVG
bestätigte damit die Einschränkung des Polizeipräsidenten. Das
Berliner Kammergericht hatte den Sänger der Gruppe als Rädelsführer
einer kriminellen Vereinigung zu drei Jahren und vier Monaten Haft
verurteilt. DDP
taz Berlin lokal Nr. 7255 vom 12.1.2004, Seite 22, 29 Zeilen
(Agentur)
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Berlin Online Montag, 12. Januar 2004
Gericht verbot Musik bei Neonazi-Demo
1 000 Polizisten sicherten Aufmarsch der Rechten
Lutz Schnedelbach
Neonazis aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hamburg
haben am Sonnabend in Lichtenberg gegen das Landser-Urteil des
Berliner Kammergerichts demonstriert. Die aus Berlin stammende
Kult-Band der Rechten war am 22. Dezember als kriminelle
Vereinigung eingestuft worden. Die Musiker wurden zu Haft-und
Bewährungsstrafen verurteilt. Die Musiker waren von der
Bundesanwaltschaft angeklagt worden, weil sie ihren Texten zu
Gewalt gegen Ausländer und Juden aufgerufen hatten.
500 Neonazis trafen sich gegen 12 Uhr in der Siegfriedstraße,
um über die Frankfurter Allee, Möllendorfstraße,
Normannenstraße, Ruschestraße zurück zum Bahnhof Lichtenberg
zu marschieren. Die kahl geschorenen und zumeist schwarz
gekleideten jungen Männer und Frauen wurden von rund 1 000
Polizisten begleitet. Zuvor hatte der Hamburger Neonazi
Christian Worch, der auch die Demonstration angemeldet hatte,
strenge Auflagen der Polizei hinnehmen müssen. So war das
Abspielen von Landser-Titeln verboten worden. Auch das
Rezitieren der Liedtexte sowie das Summen der Melodien der
Landser-Lieder war untersagt worden. Neben dem Verbot
verfassungsfeindliche Symbole zu zeigen, mussten die Rechten
außerdem die Auflage hinnehmen, dass das Tragen von
Bomberjacken untersagt ist. Dehalb mussten einige Teilnehmer
ihre Jacken ausziehen und umdrehen, so dass das orangefarbene
Futter der Jacke zu sehen war. Worch hatte zwar Widerspruch
gegen diese Auflagen des Berliner Verwaltungsgerichts
eingelegt. Doch das Oberverwaltungsgericht bestätigte am
Sonnabend in einem Eilrechtsschutzverfahren die Entscheidung.
Der Aufzug unter dem Motto: "Musik ist nicht kriminell"
verlief ohne größere Zwischenfälle. Die Polizei nahm insegsamt
vier Rechte fest. Ihnen drohen nun Anzeigen wegen
Zusammenrottung, Vermummung und Widerstands. Einer der
Festgenommenen hatte kurz vor dem Ende des Aufzugs versucht,
einen Polizisten zu schlagen. Etwa 200 Gegendemonstranten aus
der linken Szene hatten vergeblich versucht, den
Nazi-Aufmarsch zu stören. Die Polizei, die die angrenzenden
Straßen abgeriegelt hatte, nahm zehn Jugendliche fest. Sie
erhielten Anzeigen wegen Körperverletzung, Widerstands,
Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung.
Trotz des Großaufgebots der Polizei kam es eine halbe Stunde
nach Ende des Aufmarsches zu einem Zwischenfall in einer
S-Bahn. Mehr als zehn vermummte Täter waren auf den Bahnsteig
des Bahnhofs Storkower Straße gestürmt und hatten acht
Scheiben eines S-Bahn-Wagens, in dem Neonazis saßen,
zertrümmert. Die Täter flüchteten unerkannt.
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