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Nach dem 3-fach Mord am 19.12.03 vor einer Heidenheimer Discothek haben
heute mehr als 200 Personen an einer Spontan Demo gegen Faschismus
teilgenommen.
Viele Jugendliche aber auch Ältere Personen nahmen an der spontanen
Demonstration mit anschliessender Kundgebung am Ort des Verbrechens
teil. Bestürzung, Wut und Trauer in den Gesichtern.
Der Ort an dem die drei Jugendlichen am 19.12.03 von dem 17-jährigen
Leonhard S.mit rechtsextremem Hintergrund ermordet wurden liegt in
unmittelbarer Nähe der Heidenheimer JVA in welcher der Täter vermutlich
nun einsitzt.
Bereits am 3.Oktober hatte es am selben Ort eine massive
Auseinandersetzung mit rechtsradikalem Hintergrund gegeben.
Heidenheimer Zeitung
SON Lokales aus Heidenheim 20.12.2003
HEIDENHEIM
Drei Jugendliche sterben durch Messerstiche
Rechtsextremer Hintergrund des Täters scheint wahrscheinlich
Am Samstag gegen 13 Uhr stellt sich der 17-jährige Leonhard S. der
Heidenheimer Kriminalpolizei, nach dem diese eine Stunde zuvor mit Bild
und Personenbeschreibung des flüchtigen Jugendlichen an die
Öffentlichkeit ging. Er hatte am Freitag um 23.30 Uhr drei Jugendliche
vor einer Heidenheimer Diskothek mit Messerstichen getötet.
Ein junger Mann mit Seitenscheitel, Nickelbrille und Hemd: Dieses Foto
händigt die Kriminalpolizei am späten Samstag Vormittag an Journalisten
aus. Gefahndet wird zu diesem Zeitpunkt nach Leonhard S., einem
17-jährigen Gymnasiasten aus dem Kreis Heidenheim, der in der Nacht drei
Jugendliche vor dem K 2 niedergestochen hat. Eine Stunde später hat er
sich gestellt, die Beklemmung weicht einer Fassungslosigkeit, die auch
anhält, als immer mehr Fakten bekannt werden. Für Heidenheim ist die
Tat, so der Kripo-Chef Bernd Ziehfreund, "beispiellos" und Beteiligte
wie Unbeteiligte sind gleichermaßen erschüttert. Die Opfer sind Viktor
(15), Waldemar (16) und Alex (17), drei russlanddeutsche Jugendliche,
die am Freitag mit ihrer Clique in der Stadt unterwegs waren, um zu
feiern. Die beiden Jüngeren waren Schüler, der 17-jährige im
Berufsvorbereitungsjahr.
"Völlig überraschend und unvermittelt" habe er die Waffe eingesetzt,
sagt Oberstaatsanwalt Harald Stephan. Ohne Vorwarnung, aber direkt auf
das Herz seiner Opfer zielend, genügen Leonhard S. ganz wenige
Messerstiche, um seine Gegner tödlich zu verletzen.
Zwei der Halbwüchsigen sterben auf dem Hinterhof des Clubs, neben dem
Stacheldrahtzaun des angrenzenden Gefängnisses, zwischen parkenden Autos
und hartgefrorenen Schneehaufen. Der 17-jährige Alex erliegt seinen
Verletzungen im Krankenhaus.
Der Staatsanwaltschaft ist der 17-jährige Leonard S., der offenbar aus
Berlin stammt und sich erst seit sechs Monaten in Heidenheim aufhielt,
bereits bekannt: Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen
gefährlicher Körperverletzung. Am 3. Oktober hatte er genau vor der
gleichen Diskothek einem Punk aus dem Stammpublikum des Clubs eine
Flasche über den Kopf gezogen. In jener Nacht gab es
Auseinandersetzungen zwischen Punks und Neo-Nazis, bei der einmal die
eine, einmal die andere Gruppe die Oberhand hatte.
Diesen politischen Aspekt erkennt man beim dreifachen Mord nicht -
deshalb mag die Staatsanwaltschaft auch nur bei der Schlägerei im
Oktober einen rechtsradikalen Hintergrund erkennen.
Am Abend halten Jugendliche vor dem K 2, das vorerst geschlossen bleibt,
eine Mahnwache mit Kerzen ab. Eine stille Nacht, wie man sie sich nicht
vorgestellt hat in Heidenheim.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie morgen in der HEIDENHEIMER
SONNTAGSZEITUNG.
Pressemeldung der polizei vom 20.12.03
drei junge männer, 15, 16, 17 Jahre alt (Spätaussiedler), wurden am
Freitag gegen 22.30 Uhr vor einer Discothek in der Heidenheimer
Innenstadt durch Messerstiche tödlich verletzt. Die drei Jugendlichen
waren mit einem weiteren jungen Mann in Streit geraten, in dessen
Verlauf es zu den tödlichen Messerstichen kam. Woran sich die Rauferei
entzündet hatte ist bislang nicht geklärt. Der Tatverdächtige flüchtete.
Nach dem jungen Mann wird auf Hochtouren gefahndet. Zwei der Opfer
erlagen noch am Tatort ihren Verletzungen, das dritte verstarb im
Klinikum Heidenheim. Dringend tatverdächtig ist ein 17 jahre alter
Deutscher aus einer kreisgemeinde. Der mann ist bei den
Ermittlungsbehörden nicht unbekannt. Er war in jüngster Vergangenheit
wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung anhängig
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Pressehaus Heidenheim
Schlägereien: "Neues Ausmaß"
Nach Skinhead-Attacke vor Innenstadt-Disco: Polizei ermittelt weiter
Nach den beiden blutigen Überfällen in der Nacht zum 3. Oktober
ermittelt die Polizei weiter. Zumindest eine der Attacken aber scheint
gezielt gewesen zu sein und hatte offenbar einen ideologischen Hintergrund.
Gegen 1.25 Uhr hatten in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit wohl
über zehn Täter einem jungen Mann aufgelauert: Vor einer Discothek an
der Brenzstraße schlugen sie teils mit Schlagstöcken auf ihn ein, das
Opfer musste mit Platzwunden ins Klinikum (die HNP berichtete).
Nur wenig später kam es um 2.35 Uhr an der Carl-Schwenk-Straße in
Mergelstetten erneut zu einer Prügelei: Hier erschienen die Täter mit
mehreren Fahrzeugen, stellten zwei Passanten an einem
Supermarkt-Parkplatz und verprügelten sie.
Es gibt immer noch keinen konkreten Hinweis, dass beide taten
miteinander in Verbindung stehen?, so Polizei-Sprecher Horst Baur dass
die Täter aus der Innenstadt, die sich nach der dortigen tat aus dem
Staub gemacht hatten, später noch einmal auf Randale aus gewesen seien,
sei zwar naheliegend, doch fehlen bislang die Beweise: Zwar hat die
Polizei in der Nacht eine Fahrzeugbesatzung? gestellt, doch die vier
jungen Männer aus dem Landkreis Dillingen bestreiten, bei beiden
Attacken dabei gewesen zu sein. - Pressehaus Heidenheim
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Streit vor Diskothek
17-Jähriger ersticht drei Jugendliche
veröffentlicht am veröffentlicht: 20.12.03 -10:19, akt.: 20.12.03 -19:42
Uhr Uhr
Heidenheim an der Brenz (rpo). Ein 17-Jähriger hat vor einer Diskothek
in der baden-württembergischen Stadt Heidenheim an der Brenz drei
Jugendliche erstochen. Die Tötung geschah vermutlich aus Ärger über
Hausverbot in der Disko.
Kripo-Chef Bernd Ziehfreund spricht von einer beispiellosen Tat. Die
Opfer sind Viktor (15), Waldemar (16) und Alex (17), drei
russlanddeutsche Jugendliche, die am Freitag mit ihrer Clique in der
50.000-Einwohner-Stadt direkt an der Grenze zu Bayern unterwegs waren,
um den Geburtstag von Viktor zu feiern, der am Donnerstag 15 wurde. Die
beiden Jüngeren waren Schüler, der 17-Jährige im
Berufsvorbereitungsjahr. Das Täter-Foto der Polizei zeigt einen jungen
Mann mit Seitenscheitel und Nickelbrille. Der 17-Jährige aus dem Kreis
Heidenheim ist Schüler eines Technischen Gymnasiums.
Man kann vermuten, dass Alkohol im Spiel war, als die jungen
Spätaussiedler am Freitagabend durch die Lokale zogen. Man kann
vermuten, dass es diese Gruppe war, die laut Volker Spellenberg,
Geschäftsführer der Diskothek "K 2", vor seinem Lokal Passanten
anpöbelte und anspuckte. In Relation zur Tat, die gegen 23.30 Uhr
geschah, stünde das Verhalten der Jugendlichen in keinem Fall.
Die Diskothek in der Innenstadt bezeichnet sich als "Alternativen Club
für unkommerzielle Ansprüche" und zieht damit vor allem Jugendliche aus
der Punkszene, aber auch andere alternative, eher linksorientierte
Schüler und Studenten an. Der 17-jährige Gymnasiast hat Hausverbot, weil
Spellenberg ihn für einen "stadtbekannten Neo-Nazi" hält.
Trotzdem tauchte er am Freitagabend mit einem Mädchen und einem Freund
dort auf und bestand darauf, hinein gelassen zu werden. Der 33-jährige
Clubbetreiber rief daraufhin zum zweiten Mal an diesem Abend die
Polizei. Das erste Mal waren die pöbelnden Spätaussiedler der Anlass
gewesen, die aber beim Eintreffen der Polizei kurz verschwanden.
Als sie wieder auftauchten, trafen sie auf den späteren Täter. Zwischen
einem aus der Gruppe und dem Begleiter des Messerstechers kam es zum
Gerangel, der Türsteher Roger W. griff ein. Während der bunt tätowierte,
bullige Mann mit dem langen grauen Zopf damit beschäftigt war, die
Streitenden zu trennen, zog der 17-Jährige im Hintergrund plötzlich das
Messer mit der 20 Zentimeter langen Klinge und stach blitzschnell zu.
Handy-Kontakt
"Völlig überraschend und unvermittelt" habe er die Waffe eingesetzt,
sagte später Oberstaatsanwalt Harald Stephan. Mit dem Messer zielte der
Täter direkt auf das Herz seiner Opfer. Zwei der Halbwüchsigen starben
auf dem Hinterhof des Clubs, neben dem Stacheldrahtzaun des angrenzenden
Gefängnisses, zwischen parkenden Autos und hart gefrorenen Schneehaufen.
Der 17-jährige Alex erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Später fragt man sich, wie es einem Einzelnen gelingt, drei andere zu
ermorden, ohne dass jemand eingreift, und wie der Täter zu Fuß entkommen
kann. Die Kripo bekam per Handy Kontakt zu ihm, er erklärte, er wolle
sich stellen. Mehr als zwölf Stunden nach dem Verbrechen tat er dies auch.
Der Staatsanwaltschaft ist der 17-Jährige, der offenbar aus Berlin
stammt und sich erst seit sechs Monaten in Heidenheim aufhielt, bereits
bekannt: Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher
Körperverletzung. Am 3. Oktober hatte er genau vor derselben Diskothek
einem Punk eine Flasche über den Kopf gezogen. In jener Nacht gab es
Auseinandersetzungen zwischen Punks und Neo-Nazis.
Die Polizei hat am Samstag einen rechtsradikalen Hintergrund der
dreifachen Tötung ausgeschlossen. Heidenheimer Jugendliche urteilen
anders: "Wandelt Wut und Trauer in Widerstand! Zerschlagt die
Nazi-Banden!" äußert sich ein/e "Geordie" im Gästebuch auf der Homepage
der Diskothek. Ein "Armin" schreibt: "Ich kann wirklich immer noch nicht
glauben, dass das tatsächlich vorm K 2 passiert ist, dem wohl
friedlichsten Club weit und breit." Am Abend hielten Jugendliche vor dem
"K 2", das geschlossen blieb, eine Mahnwache mit Kerzen ab. Eine stille
Nacht, wie man sie sich nicht vorgestellt hat in Heidenheim.
Quelle: http://www.rp-online.de
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Bundesweite Demo wg. Nazimorden in Heidenheim
von organisierter Antifa - 20.12.2003 19:08
Ein vorsätzlicher dreifacher Mord an drei Jugendlichen ist heute verübt
worden! Wichtig ist es jetzt nicht zur Tagesordnung und zum
Adventshopping überzugehen, sondern Nazimorde nicht als Normalität
hinzunehmen. Die Gründe der Tat müssen vollständig aufgeklärt und
veröffentlicht werden. Nur betroffen und betrübt zu sein reicht nicht.
Es muss eine breite und überregionale Demonstration in Heidenheim
stattfinden.
Die direkt betroffenen und alle antifaschistischen, demokratischen und
humanistischen Menschen und Gruppen aus Heidenheim und Umgebung sollen
sofort bekannt geben das am Samstag den 27.12. um 14 Uhr eine grosse
noch zu organisierende Demonstration ab Bahnhof Heidenheim stattfindet!
"Wenn die Russen heute kommen werden die abgestochen" so eine weinende
Augenzeugin, gegenüber einem zdf Journalisten, äusserte sich der Täter
vor der Tat.
Ein vorsätzlicher dreifacher Mord an drei Jugendlichen ist heute verübt
worden!
Wichtig ist es jetzt nicht zur Tagesordnung und zum Adventshopping
überzugehen, sondern Nazimorde nicht als Normalität hinzunehmen.
Inständig bitte ich vor allem die Menschen aus Heidenheim, Zeugen,
ReporterInnen (auch Indy´s) und Antifa Rechercheteams jedoch zuallererst
genau und schnell zu recherchieren was passiert ist, die Namen der
Opfer, Beweise/Hinweise für die rechtsextreme Gesinnung des Täters sind
am wichtigsten.
Zentraler Ansatz der Cops um eine rechtsextremes Motiv zu verneinen ist
zu sagen: "Selbst wenn der Nazi ein Nazi ist und auch schon andere wegen
seiner Gesinnung angegriffen hat, (wie der Täter am gleichen Tatort in
Heidenheim am 3.10.) so kann er auch drei Russlanddeutsche angreifen
ohne daß die Tat aufgrund seiner faschistoiden Gesinnung begangen hat.
Deshalb also kein rechtsextremes Tatmotiv vorliegt. Danach fragen die
meisten Presseheinis nämlich. Nur wenn der Täter gegenüber der Polizei
auf seinem faschistischen Motiv besteht " was Erklärtermassen eine
Strafverdopplung bedeuten würde" würde wegen Mordes ermittelt und ein
rechtsextremes Tatmotiv käme in Betracht. Wichtig für die Statistik und
das ansehen des Standortes Heidenheims und Deutschlands...
Wir sollten ihnen nicht die Darstellung der Ereignisse und die
Deutungsmacht überlassen!
Das Weltbild /Menschenbild spielt ja bekanntlich immer eine Rolle. Ein
Mensch der noch halbwegs alle "Tassen im Schrank" hat würde niemals mit
einem 20 cm langen Messer (was er sowieso nur in der Küche oder beim
Extremcampen benutzt) in eine Discothek mitnehmen um es drei
Jugendlichen ins Herz zu stechen. So ein Mordanschlag kann nicht
unvorbereitet und spontan erfolgt sein. Die extrem menschenverachtende
Gesinnung eines solchen Täters kann nicht ausgeklammert werden.
Die Gründe der Tat müssen vollständig aufgeklärt und veröffentlicht werden.
Alle Menschen die solche Morde nicht kalt läst sind aufgerufen sofort
und in den nächsten Tagen ihre Trauer und Ihre Wut zu zeigen. Nur wenn
Neonazis und Ihre Taten entschieden geächtet und bekämpft werden kann
Ihre Menschenverachtende Ideologie, die Grundlage für solche Taten ist
zurückgedrängt werden.
Nur betroffen und betrübt zu sein reicht nicht.
Es muss eine breite und überregionale Demonstration in Heidenheim
stattfinden!
Die direkt betroffenen und alle antifaschistischen, demokratischen und
humanistischen Menschen und Gruppen aus Heidenheim und Umgebung sollen
sofort bekannt geben das am Samstag den 27.12. um 14 Uhr eine grosse
noch zu organisierende Demonstration ab Bahnhof Heidenheim stattfindet!
Überlassen wir nicht den tatenlosen Betroffenheitsrhetorikern die
Öffentlichkeit!
Da es in Heidenheim ja leider z.Z. keine Antifa mehr gibt und um es
nicht nur bei Apellen zu belassen biete ich den Veranstaltern meine
pers. Hilfe in Organisatorischen fragen an.
Ich finde es absolut erschreckend das in Heidenheim (an der A7 in
Baden-Württemberg nicht weit von Stuttgart)drei Jugendliche Menschen
ermordet worden bin!
e-Mail:: mensch@antifa-nierstein.de ¦
Neonazi tötet drei Menschen in Heidenheim
von Alams - 20.12.2003 13:30
In Heidenheim kam es in der vergangenen Nacht vor einer Diskothek zu
einem brutalen Dreifachmord. Der flüchtige Täter, der bereits am 3.
Oktober bei einem brutalen Naziüberfall auf zwei Linke beteiligt war,
tötete drei „Russland-Deutsche“ Spätaussiedler vor der Disko, die
bereits am besagten Tag im Oktober der Tatort eines Übergriffs von
Rechts war.
In Heidenheim kam es in der vergangenen Nacht vor einer Diskothek zu
einem brutalen Dreifachmord. Der flüchtige Täter, der bereits am 3.
Oktober bei einem brutalen Naziüberfall auf zwei Linke beteiligt war,
tötete drei „Russland-Deutsche“ Spätaussiedler vor der Disko, die
bereits am besagten Tag im Oktober der Tatort des Übergriffs von Rechts
war.
Nach einer Pöbelei in der Diskothek selbst (die als alternativer
Treffpunkt auch von vielen Punks und Linken besucht wird) wurden einige
Personen der rechten Szene aus der Diskothek verwiesen – zu diesem
Zeitpunkt war die Polizei bereits anwesend. Nachdem sich die Situation
offenbar beruhigt hatte, kam es vor der Disko erneut zu Pöbeleien, in
deren Verlauf der flüchtige Täter (als Neonazi bekannt) drei Personen im
Alter von 15-17 Jahren mit gezielten Messerstichen erstochen hat.
Die Zusammenhänge zwischen dem faschistischen Übergriff vom 3. Oktober
und der gestrigen Bluttat sind sowohl der Polizei als auch der Presse
hinreichend bekannt. Dennoch geht die Polizei nicht von einem
„rechtsradikalen Hintergrund“ aus.
Wir sind bestürzt, dass allen Warnungen zum Trotz, die Situation in
Heidenheim so gravierend eskalieren konnte.
von ap 20.12.03
Drei Jugendliche vor Diskothek erstochen
Heidenheim an der Brenz (AP) Ein 17-Jähriger hat in der Nacht zum
Samstag drei jugendliche Spätaussiedler vor einer Diskothek in der
baden-württembergischen Stadt Heidenheim an der Brenz erstochen. Am
Samstagmittag stellte er sich der Polizei. Der Täter hatte bei einem
verbalen Streit ohne Vorwarnung mit einer 20 Zentimeter langen Klinge
den drei Jugendlichen gezielt in die Herzgegend gestochen, wie
Oberstaatsanwalt Harald Stephan sagte. Einen rechtsradikalen Hintergrund
schloss er nach derzeitigem Ermittlungsstand aus.
Zwei der Opfer im Alter von 15 und 16 Jahren starben noch am Tatort, ein
17-Jähriger erlag in einer Klinik seinen Verletzungen. Das Motiv des
Täters, gegen den ein Richter Haftbefehl erließ, ist noch unklar.
Stephan sagte, der 17-Jährige sei bereits wegen gefährlicher
Körperverletzung am 3. Oktober der Polizei bekannt. Damals habe er
jemanden mit einer Flasche geschlagen. Diese Straftat habe
möglicherweise einen rechtsradikalen Hintergrund gehabt.
Zur tödlichen Auseinandersetzung vor der Diskothek «K2» in Heidenheim
kam es am Freitagabend gegen 23.30 Uhr. Laut Oberstaatsanwalt Stephan
entstand zwischen den Jugendlichen ein Streit um «relative
Nichtigkeiten», der vermutlich zu einer Rauferei geführt habe.
«Unvermittelt und überraschend» habe der 17-jährige Schüler aus dem
Landkreis Heidenheim mit dem Messer zugestochen. Wie viele Stiche die
Opfer erlitten, ist noch ungeklärt. «Die Opfer hatten keine Chance»,
sagte Stephan. Der Türsteher der Diskothek hatte die Tat beobachtet,
aber offenbar nicht eingreifen können. Die Leichen sollten am Samstag
obduziert werden.
Der 17-Jährige flüchtete zu Fuß. Die Polizei hatte später telefonischen
Kontakt mit ihm. Dabei erklärte der Jugendliche, er wolle sich
möglicherweise stellen. Die Polizei leitete eine Fahndung ein und
veröffentlichte den Namen des Gesuchten.
Vor der Diskothek wurden Rosen zum Gedenken an die Opfer abgelegt.
Bewohner von Heidenheim zeigten sich bestürzt und betroffen über das
Verbrechen.
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SPIEGEL ONLINE - 20. Dezember 2003, 11:34
URL: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,279360,00.html
Heidenheim
Bluttat vor der Disko
Grausames Ende eines Disko-Abends. Im Baden-Württembergischen Heidenheim
starben in der vergangenen Nacht drei Jugendliche nach einer
Messerstecherei.
Heidenheim - Der tödliche Streit vor der Disko "K2" in Heidenheim begann
am Freitagabend gegen 23.30 Uhr. Dem ermittelnden Oberstaatsanwalt
zufolge pöbelten sich die Jugendlichen wegen "relativer Nichtigkeiten"
an, was vermutlich zu einer Rauferei geführt habe. Ohne Vorwarnung stach
der Täter, ein 17-jähriger Schüler, mit einer 20 Zentimeter langen
Klinge den drei Jugendlichen gezielt in die Herzgegend. Der Täter
flüchtete zu Fuß. Die Polizei hatte später telefonischen Kontakt mit ihm.
Wie viele Stiche die Opfer erlitten, ist noch ungeklärt. "Die Opfer
hatten keine Chance", so Oberstaatsanwalt Harald Stephan. Der Türsteher
der Diskothek hatte die Tat beobachtet, aber offenbar nicht eingreifen
können. Zwei der Opfer, ein 15-Jähriger und ein 16-Jähriger, starben
noch am Tatort, ein 17-Jähriger erlag in einer Klinik seinen
Verletzungen. Die Leichen der drei getöteten Spätaussiedler sollen
obduziert werden. Der Täter stellte sich am Samstagmittag der Polizei.
Das Motiv des Täters, gegen den ein Richter Haftbefehl erließ, ist noch
unklar. Der Täter gehört Polizeiangaben zufolge zur rechtsradikalen
Szene der Stadt. Stephan sagte, der 17-Jährige sei bereits wegen
gefährlicher Körperverletzung am 3. Oktober der Polizei bekannt. Damals
habe er jemanden mit einer Flasche geschlagen.
Vor der Diskothek wurden am Samstag Rosen zum Gedenken an die Opfer
abgelegt. Bewohner von Heidenheim zeigten sich bestürzt und betroffen
über das Verbrechen.
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Heidenheim
Drei Jugendliche vor Disco erstochen
Täter stellt sich
Heidenheim - Bei einer Messerstecherei vor einer Discothek in Heidenheim
(Baden-Württemberg) sind in der Nacht zum Samstag drei Spätaussiedler im
Alter von 15, 16 und 17 Jahren getötet worden. Ein dringend
tatverdächtiger 17 Jahre alter Deutsche stellte sich am Mittag den
Behörden, teilte die Staatsanwaltschaft Ellwangen in Heidenheim mit.
Gegen ihn war zuvor Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Angaben
zum Motiv für die Bluttat konnten die Ermittler zunächst nicht machen.
Die Toten sollten im Laufe des Samstags obduziert werden.
Der 17-Jährige, der nach Polizeiangaben seit einigen Monaten in
Heidenheim lebt, war von Zeugen vor der Discothek «K2» in der Innenstadt
gesehen worden. Nach derzeitigen Ermittlungen hatten sich die jungen
Männer vor der Disco gestritten. Gegen 23.30 Uhr eskalierte der Streit.
«Die Opfer sind mit gezielten Stichen in Brust und Herz erstochen
worden», sagte Oberstaatsanwalt Harald Stephan. Alles sei so schnell
gegangen, dass niemand habe eingreifen können. Der 17-Jährige flüchtete
zunächst. Später meldete er sich sich telefonisch bei der Polizei und
kündigte an, sich eventuell stellen zu wollen.
Der mutmaßliche Täter ist der Polizei nicht unbekannt. Es laufe gegen
ihn bereits ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung
mit möglicherweise rechtsradikalem Hintergrund, hieß es. «Die ganze
Region ist geschockt», sagte ein Polizeibeamter zu der Tat. Vor der
Discothek waren zum Gedenken an die Opfer Rosen abgelegt worden.
dpa
20.12.2003 - aktualisiert: 20.12.2003, 12:56 Uhr
Stuttgarter Zeitung
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Auf dem Heimweg von ihrer Stamm-Disco in Heidenheim
Neo-Nazi ersticht drei Disco-Kids
Von BIRTHE ARFF, ROBIN MÜHLEBACH und SASCHA BAUMANN (Fotos)
Freunde der Opfer legten Blumen und Kerzen vor dem Tatort nieder
War es sein Hass auf alle Ausländer? Oder hatte er sich darüber
geärgert, dass er nicht in eine Kneipe durfte? Diese Fragen muss jetzt
die Kripo klären. Denn der 17-jährige polizeibekannte Neonazi Leonhardt
S. hatte ein wahres Blutbad angerichtet – und dabei drei Disco-Kids
brutalst erstochen.
Täter Leonhardt S. (17)
Das Protokoll: Viktor B. (15), Waldemar I. (16) und Aleksander S. (17)
kommen aus der Disco „MOM“ in Heidenheim an der Brenz
(Baden-Württemberg). Dort verbringen die Schüler fast jeden Freitagabend.
Diesmal wollen sich die drei Russlanddeutschen noch schnell ein Bier in
der Kneipe „Kulturbühne 2“ kaufen.
Vor der Tür der Kneipe wartet Leonhardt S. (17). Der Neonazi ist der
Polizei bekannt – denn gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen
gefährlicher Körperverletzung mit möglicherweise rechtsradikalem
Hintergrund. Er soll Anfang Oktober vor der „K2“ in Begleitung einer
Gruppe von Rechtsradikalen einen Mann mit einer Flasche geschlagen
haben. Deshalb lassen ihn die Türsteher der Kneipe gar nicht erst rein.
Opfer: Aleksander S. (17, links) und Waldemar I. (16)
Es ist gegen 23.30 Uhr, als die drei Jugendlichen vorbeikommen.
Leonhardt S. soll, so einer der Türsteher, sie provoziert haben. Er
zückt plötzlich ein Messer, stürzt sich ohne Vorwarnung auf den
16-jährigen Waldemar, sticht brutal auf ihn ein. Aleksander will seinem
Freund zu Hilfe kommen. Da aber rammt Leonhardt S. auch ihm die 20
Zentimeter lange Klinge in die Brust, sticht anschließend auch noch
Viktor nieder, bevor er flüchtet.
Die Türsteher alarmieren den Rettungsdienst. Doch Aleksander und
Waldemar sterben noch auf der Straße.
Sie waren furchtbar zugerichtet: Leonhardt S. hatte allen dreien den
Brustkorb aufgeschlitzt und in den Hals gestochen. Viktor schleppte sich
mit letzter Kraft in den angrenzenden leeren Biergarten. Ein Zeuge:
„Fast hätten ihn die Retter übersehen. Als sich der Arzt dann neben ihn
kniete, atmete er noch.“ Doch im Krankenhaus erlag auch der 15-Jährige
seinen schweren Verletzungen.
Viktor B. (15) war erst vor sechs Monaten nach Deutschland gekommen.
Freunde der Jugendlichen stehen immer noch unter Schock. Wioletta W.
(15), die Ex-Freundin von Aleksander S., weinend zu BamS: „Aleks ging
einem Streit immer aus dem Weg, er war immer der Schlichter.“
Vor sechs Monaten erst war Viktor B. aus Kasachstan nach Deutschland
gekommen.
Seitdem waren Aleksander, Waldemar und er dicke Freunde.
Leonhardt S. stellte sich zwölf Stunden nach der Bluttat der Polizei.
Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Der 17-Jährige war
vor einigen Monaten von seinen Eltern aus Berlin weggeschickt worden,
weil sie nicht mit ihm fertig wurden. Seitdem lebt er als Pflegesohn bei
einem Fahrschullehrer.
Tragisch: Eine Stunde vor der Tat war Leonhardt S. in der Nachbarkneipe
von der Polizei kontrolliert worden. Sein Messer hatten die Beamten
nicht entdeckt.
Heidenheim
Mutmaßlicher Messerstecher in Haft
Nach der Messerstecherei in Heidenheim sitzt der mutmaßliche 17-jährige
Täter seit heute in Untersuchungshaft. Gestern Abend gedachten rund 200
Menschen mit einem Trauermarsch durch die Stadt der drei jugendlichen
Opfer.
In der Nacht zum Samstag waren die 15, 16 und 17 Jahre alten
Spätaussiedler vor einer Diskothek erstochen worden. Der 17-jährige
Tatverdächtige aus dem Landkreis Heidenheim war zunächst geflüchtet. Am
Samstagvormittag meldete er sich der Gymnasiast telefonisch bei der
Polizei und stellte sich dann wenige Stunden später den Behörden.
Angaben zum Motiv für die Bluttat gibt es noch immer nicht.
Tödlicher Streit vor Disco
Zum Streit kam es, als der Jugendliche nicht in die Disco "K2"
eingelassen wurde. Er hat dort Hausverbot. Eine anfängliche Pöbelei und
ein Gerangel, das der Türsteher noch zu schlichten versuchte, artete
eine halbe Stunde vor Mitternacht zu einer Messerstecherei aus. In deren
Folge starben drei Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren. Nach
Angaben von Oberstaatsanwalt Harald Stephan sei alles so schnell
gegangen, dass niemand habe eingreifen können.
Menschen in der Region reagieren geschockt
Die Opfer sind alle Spätaussiedler. Staatsanwaltschaft und Polizei
schließen nach dem derzeitigen Ermittlungsstand einen rechtsradikalen
Hintergrund jedoch aus. Zwei der Opfer erlagen noch am Tatort ihren
Verletzungen, ein weiterer junger Mann starb im Klinikum Heidenheim.
Alle wurden mit gezielten Herzstichen verletzt.
Polizeibekannter Täter
Der junge Täter, der erst seit einem halben Jahr in Raum Heidenheim lebt
und aus Berlin stammen soll, ist der Polizei bereits bekannt. Gegen ihn
läuft ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung mit
möglicherweise rechtsradikalem Hintergrund. Am 3. Oktober hatte er vor
derselben Diskothek einem Punk eine Flasche über den Kopf gezogen.
www.swr.de
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