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Medienmitteilung Paradisli - 25.04.2007
Nun ist es soweit. Das altehrwürdige Bauernhaus, das Zentrum unseres
kreativen Schaffens und Herzstück unseres sozialen Engagements und
Zusammenlebens, steht definitiv leer. Die letzten für uns wertvollen Sachen
sind abtransportiert und die städt. Liegenschaftsverwaltung hat das Zepter
übernommen.
Wir sind konsterniert, enttäuscht und auch wütend! Dies aus verschiedenen
Gründen:
Uns wurde mehrmals Vertragsbuch vorgeworfen. Dies lassen wir so nicht
gelten. Erstens wurde das Verfahren von Seite der Stadt abgekürzt. Das
eigentlich obligatorische Feststellungsbegehren, das einem
Exmissionsverfahren zuvorkommen sollte, wurde uns verwehrt resp. ist immer
noch hängig. Erst in diesem Verfahren, wäre effektiv über den
Inhaltsinterpretation des Zwischennutzungsvertrags entschieden worden.
Weiter wurden von uns angeführte Punkte im Exmissions-Schnellverfahren nicht
berücksichtigt. Zudem sind die Argumente der Richter in der
Urteilsbegründung oft widersprüchlich. Jedem studierten Juristen stehen hier
die Haare zu Berge! Wir haben den Glauben an die Rechtsgleichheit in diesem
Land verloren.
In der Stadtratssitzung von gestern Abend (24.04.2008) hat Luzius Theiler
(GP-DA) erörtert, dass das Baugesuch der Stadt Bern für die Renovation und
die Neubauten, das in zweiter Instanz hängig ist, in diversen Punkten nicht
durchkommen wird. Es ist also überhaupt nicht mehr sicher, dass dort jemals
gebaut werden kann! Der Stadtrat hat sich zudem im Dezember 2007 für einen
Verbleib des Vereins im Bauernhaus bis Baubeginn ausgesprochen. Auch der
Verein selbst hat immer wieder bekräftigt, dass das Haus bei einem positiven
Bauentscheid sofort geräumt werden würde. Nun - der Bauer darf bleiben. Der
Verein muss gehen. Frau Hayoz kann das Haus nun nach Belieben verschandeln
und zu einer Ruine umfunktionieren. Wenn ihr Projekt nun bachab geht, ist
das Haus irgendwann so baufällig, dass sich nicht mal mehr der Denkmalschutz
gegen einen Abriss wehren wird. Faktisch hat sie nun freie Hand und wird
spätestens bei ihrem dritten Versuch in ein paar Jahren den ganzen
Schönbergpark zupflastern. (Zur Erinnerung: Ihr erstes Bauvorhaben
scheiterte 2002.)
Auch alle unsere Anstrengungen, den Vorwürfen seitens der Bürgerlichen
gerecht zu werden, sind einfach verpufft. Dass wir mit den meisten Nachbarn
ein gutes Verhältnis pflegten und sie unsere Anwesenheit als Bereicherung
des Quartierlebens empfanden, wurde sauber unter den Teppich gekehrt. Weiter
wurden unsere ernsthaften Bemühungen, mit einem Notausgang über ein
Baugerüst die feuerpolizeilichen Auflagen zu erfüllen und gleichzeitig einen
Umbau am Gebäude selbst zu umgehen, nur belächelt. Wir fühlen uns
diesbezüglich - Entschuldigung! - verarscht: Einerseits durften wir nichts
mehr am Gebäude ändern, auch wenn es aus dem denkmalpflegerischen
Gesichtspunkt heraus betrachtet kein Problem dargestellt hätte. Andererseits
machte man uns Auflagen, die man nur mit baulichen Veränderungen hätte
erfüllen können.
Es ist sehr traurig. In solchen Machtspielen gewinnen immer die Grossen.
Unser Demokratieverständnis ist erschüttert. Da seit bald einem Jahr von der
Stadt keine echten Vorschläge für einen Alternativstandort gemacht worden
sind, sind wohl auch in Zukunft keine zu erwarten. Wir werden sehen, was die
Zeit bringt.
Mit freundlichen Grüssen
Ihr Paradisli-Team
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Kontakt: Nathan Solothurnmann - 076 514 90 48
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