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http://globalisierungsklima.wordpress.com/2008/03/18/welt-der-autos/
Welt der Autos (1)
18. März 2008
Ich habe heute mit meiner Familie den Versuch unternommen nur mit
öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit einem Kinderwagen und einem Rucksack
zu den Großeltern aufs Land zu kommen. Als Städter musste ich mal wieder
feststellen, wie sehr die Infrastruktur ländlicher Regionen auf
Spritschleudern ausgerichtet ist.
Im ICE war noch alles ganz einfach, denn zum Glück hatten wir nur einen
Kinderwagen und keine Fahrräder dabei. Letztere sind ja nur in Regionalzügen
erlaubt. Schwieriger wurde es dann erst beim Umsteigen in die Züge und Busse
des Nahverkehrs. Hier erwarteten uns ausgedünnte und schlecht aufeinander
abgestimmte Fahrpläne. Wir standen vor folgender Alternative: Nehmen wir für
die zweite Etappe den Zug, verpassen wir mit Sicherheit den nächsten Bus.
Nehmen wir allerdings gleich den Bus, müssen wir hoffen, dass der
"Anschlussbus" Verspätung hat, ansonsten erreichen wir ihn nicht
(Regelfall). Glücklicherweise konnten wir den Busfahrer im ersten Bus davon
überzeugen, seinen Kollegen im "Anschlussbus" zu bitten, dass er auf uns
wartet.
Dann die bange Frage, ob wir einen dieser Überlandbusse erwischen, welche
weder Rollstuhlfahrer noch Kinderwagen mit schlafenden Kindern mitnehmen.
Wir hatten wieder Glück: Der Busfahrer wartete, war freundlich und es war
kein Überlandbus.
An unserer Zielhaltestelle angekommen, standen wir nun noch vor dem Problem,
dass wir mitten auf einer stark befahrenen Landstraße abgesetzt wurden.
Wofür braucht man schon Fußwege? Also liefen wir ein Stück auf der
Landstraße und wichen Autos und LKWs aus, so wie es auch die Schulkinder
tun, wenn der Schulbus sie hier absetzt. Die letzte Hürde war die Absperrung
des Schleichweges, welcher von der Landstraße ins Dorf führt. Fußgänger
können ihn passieren, doch ein Kinderwagen muss drüberweg getragen werden.
Im Dorf angekommen, ist mir wieder klar, warum das Nachbarskind gerade mit
dem Auto und nicht mit dem Fahrrad, Bus oder der Bahn aus der Kita abgeholt
wurde. Diese Welt ist auf Autofahrer und nicht auf Fußgängerinnen und
Fahrradfahrer zugeschnitten. Wir bleiben trotzdem autofrei. Aber ein
Umdenken in der Verkehrspolitik ist dringend notwendig.
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attac
AG Globalisierung und Ökologie
Jesko Eisgruber
Alexander Haack
Chris Methmann
oekologie ät attac.de
www.attac.de/oekologie
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