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Paradisli-Bleibt! DEMO am SA 5.April, ab 14Uhr, beim Baerengraben, Bern

AUFRUF zur Solidaritäts-Kundgebung fürs Paradisli

Am 3. April muss das Paradisli geräumt sein. Das wird zwar nicht der Fall sein, denn dazu brauchen wir mehr Zeit. Dennoch steht fest, dass Frau Hayoz das Bauernhaus räumen lassen wird. Dies ist eine rein wahlkampftaktische Handlung und steht in keiner sinnvollen Beziehung zur tatsächlichen Situation.

Die von Gemeinderätin Hayoz' angebrachten Gründe sind fadenscheinig

  • Sondierungsbohrungen kann Frau Hayoz auch durchführen, wenn das Paradisli noch im Haus weilt. Zudem ist fraglich, ob teure Vorbereitungsarbeiten durchgeführt werden sollten, solange nicht feststeht, ob die Baubewilligung jemals rechtskräftig wird.
  • Die Beziehung zu den zwei Anwohnern, welche sich regelmässig gestört fühlten, ist - entgegen den Falschdarstellungen einiger Medien - besser geworden. Vorschläge, die Störungen der Nachbarn durch die Gäste des Paradislis weiter zu reduzieren, hätten eine bauliche Massnahme in einem städtischen Zaun erfordert. Doch dazu war Frau Gemeinderätin Hayoz als Einzige nicht einverstanden und stellte keine Bewilligung aus. Ihr Argument, ein Kulturbetrieb sei zu laut für ein Wohnquartier, wird beim Paradisli angewandt, jedoch nicht beim Wankdorfstadion, welches ja auch einigen Anwohnern zu laut ist. Da misst Frau Hayoz mit ungleichen Massstäben.
  • Dass wir keinen Vertrag mehr haben, liegt daran, dass Frau Hayoz uns keinen Vertrag mehr ausstellen will. Sie lässt das Haus lieber leerstehen. Sollte sie das Haus zudem bewachen lassen, wie sie das angekündigt hat, entstehen tägliche Kosten von etwa 2'000.- CHF. Halbjährlich 350'000.- CHF. Bis die Baubewilligung entschieden ist, kann es durchaus einige Monate dauern.
  • Feuerpolizeiliche Auflagen versuchten wir zu erfüllen, erhielten aber für die nötige Feuertreppe (die wir selbst finanziert hätten!) keine Bewilligung. Also entschieden wir uns, die Veranstaltungen zu verlegen. Die Feuerpolizei hat zudem nur einen einzigen Raum begutachtet und als untauglich empfunden. Nun ist uns aber ein Verbot für alle Räume ausgesprochen worden. Die Gesandten der Polizeien haben die umgebaute Schreinerei nie besichtigt. Wie wollen sie die Situation im Parterre beurteilen, wenn sie nie dort waren? Wieso schaut man dem Paradisli mit Argusaugen auf die Finger und verschliesst beide Augen im Falle des Allmendstadions, welches jahrelang die feuerpolizeilichen Auflagen nicht erfüllte. Auch dieses Argument darf Frau Hayoz nicht aufführen.

Das Paradisli wird präventiv geräumt

und die Räumung mit unhaltbaren Begründungen legitimiert.

Das nützt vielleicht Hayoz' Karriere, nicht aber dem Paradisli und kommt auch der Stadt Bern zu Ungute. Frau Hayoz wird sich davon Wählerstimmen versprechen und macht Politik zu reinem Selbstzweck für karrieregeile Egoisten und Egoistinnen. Es geht ihr offensichtlich nicht darum, dass sie den Berner und Bernerinnen mit Hilfe der Macht, die sie durch ihr Amt erhält, ein bestmögliches Leben bietet, sondern einzig darum, Stadtpräsidentin zu werden. Wozu ist sie also noch im Amt?

Deshalb findet am kommenden Samstag, 5. April ein Solidaritäts-Umzug fürs Paradisli und alle die anderen, von Politkarrieren bedrohten oder bereits zerstörten Freiräume und Kulturen statt. Wir wollen ermahnen, dass der Regierungen Auftrag ist, ihren Bürgern zu dienen und nicht sich selbst zu bereichern. Sei dies beim Paradisli oder den Wagenplätzen, in Bezug auf Glaubensgemeinschaften in Tibet oder durch das Tolerieren von Ausbeutung der Bevölkerung und der Rohstoffe durch Konzerne in Brasilien und anderswo. Überall sind Regierungen mächtig, die ihren anvertrauten und eigentlich edlen Aufgaben nicht wert sind.

Trotz allen Unmutes kann eine friedliche Welt nur durch Frieden geschaffen werden. Jeder beginnt bei sich. Wer Gewalt sät, schafft Hass und erntet, was gesät wurde. Wer Frieden sät, schafft Liebe und Vertrauen und erntet auch, was gesät wurde.

Bemalen wir unsere Gesichter, nehmen Textilfarben mit und Kreiden, um die grauen Strassen zu verschönern. Zeigen wir uns von unserer positivsten Seite und fordern gesicherte Freiräume für eine aktive Jugend und eine vielfältige Kultur!

Samstag, 5. April 08

Solidaritäts-Demo fürs Paradisli

Start am Aargauerstalden (nahe Bärengraben) um 14 Uhr

Poi-Actions, Soundwagen, Sofas, Getränke gegen Kollekte, Dy-in u.v.m.

www.paradisli.ch

03.04.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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