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AUFRUF zur Solidaritäts-Kundgebung fürs Paradisli
Am 3. April muss das Paradisli geräumt sein. Das wird zwar nicht der Fall
sein, denn dazu brauchen wir mehr Zeit. Dennoch steht fest, dass Frau
Hayoz das Bauernhaus räumen lassen wird. Dies ist eine rein
wahlkampftaktische Handlung und steht in keiner sinnvollen Beziehung zur
tatsächlichen Situation.
Die von Gemeinderätin Hayoz' angebrachten Gründe sind fadenscheinig
- Sondierungsbohrungen kann Frau Hayoz auch durchführen, wenn das
Paradisli noch im Haus weilt. Zudem ist fraglich, ob teure
Vorbereitungsarbeiten durchgeführt werden sollten, solange nicht
feststeht, ob die Baubewilligung jemals rechtskräftig wird.
- Die Beziehung zu den zwei Anwohnern, welche sich regelmässig gestört
fühlten, ist - entgegen den Falschdarstellungen einiger Medien - besser
geworden. Vorschläge, die Störungen der Nachbarn durch die Gäste des
Paradislis weiter zu reduzieren, hätten eine bauliche Massnahme in einem
städtischen Zaun erfordert. Doch dazu war Frau Gemeinderätin Hayoz als
Einzige nicht einverstanden und stellte keine Bewilligung aus. Ihr
Argument, ein Kulturbetrieb sei zu laut für ein Wohnquartier, wird beim
Paradisli angewandt, jedoch nicht beim Wankdorfstadion, welches ja auch
einigen Anwohnern zu laut ist. Da misst Frau Hayoz mit ungleichen
Massstäben.
- Dass wir keinen Vertrag mehr haben, liegt daran, dass Frau Hayoz uns
keinen Vertrag mehr ausstellen will. Sie lässt das Haus lieber
leerstehen. Sollte sie das Haus zudem bewachen lassen, wie sie das
angekündigt hat, entstehen tägliche Kosten von etwa 2'000.- CHF.
Halbjährlich 350'000.- CHF. Bis die Baubewilligung entschieden ist, kann
es durchaus einige Monate dauern.
- Feuerpolizeiliche Auflagen versuchten wir zu erfüllen, erhielten aber
für die nötige Feuertreppe (die wir selbst finanziert hätten!) keine
Bewilligung. Also entschieden wir uns, die Veranstaltungen zu verlegen.
Die Feuerpolizei hat zudem nur einen einzigen Raum begutachtet und als
untauglich empfunden. Nun ist uns aber ein Verbot für alle Räume
ausgesprochen worden. Die Gesandten der Polizeien haben die umgebaute
Schreinerei nie besichtigt. Wie wollen sie die Situation im Parterre
beurteilen, wenn sie nie dort waren? Wieso schaut man dem Paradisli mit
Argusaugen auf die Finger und verschliesst beide Augen im Falle des
Allmendstadions, welches jahrelang die feuerpolizeilichen Auflagen nicht
erfüllte. Auch dieses Argument darf Frau Hayoz nicht aufführen.
Das Paradisli wird präventiv geräumt
und die Räumung mit unhaltbaren Begründungen legitimiert.
Das nützt vielleicht Hayoz' Karriere, nicht aber dem Paradisli und kommt
auch der Stadt Bern zu Ungute. Frau Hayoz wird sich davon Wählerstimmen
versprechen und macht Politik zu reinem Selbstzweck für karrieregeile
Egoisten und Egoistinnen. Es geht ihr offensichtlich nicht darum, dass
sie den Berner und Bernerinnen mit Hilfe der Macht, die sie durch ihr Amt
erhält, ein bestmögliches Leben bietet, sondern einzig darum,
Stadtpräsidentin zu werden. Wozu ist sie also noch im Amt?
Deshalb findet am kommenden Samstag, 5. April ein Solidaritäts-Umzug fürs
Paradisli und alle die anderen, von Politkarrieren bedrohten oder bereits
zerstörten Freiräume und Kulturen statt. Wir wollen ermahnen, dass der
Regierungen Auftrag ist, ihren Bürgern zu dienen und nicht sich selbst zu
bereichern. Sei dies beim Paradisli oder den Wagenplätzen, in Bezug auf
Glaubensgemeinschaften in Tibet oder durch das Tolerieren von Ausbeutung
der Bevölkerung und der Rohstoffe durch Konzerne in Brasilien und
anderswo. Überall sind Regierungen mächtig, die ihren anvertrauten und
eigentlich edlen Aufgaben nicht wert sind.
Trotz allen Unmutes kann eine friedliche Welt nur durch Frieden
geschaffen werden. Jeder beginnt bei sich. Wer Gewalt sät, schafft Hass
und erntet, was gesät wurde. Wer Frieden sät, schafft Liebe und Vertrauen
und erntet auch, was gesät wurde.
Bemalen wir unsere Gesichter, nehmen Textilfarben mit und Kreiden, um die
grauen Strassen zu verschönern. Zeigen wir uns von unserer positivsten
Seite und fordern gesicherte Freiräume für eine aktive Jugend und eine
vielfältige Kultur!
Samstag, 5. April 08
Solidaritäts-Demo fürs Paradisli
Start am Aargauerstalden (nahe Bärengraben) um 14 Uhr
Poi-Actions, Soundwagen, Sofas, Getränke gegen Kollekte, Dy-in u.v.m.
www.paradisli.ch
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