|
Pressemitteilung des Landesverbandes der Bergbaubetroffenen Saar e.V.
Nalbach, 31.3.2008/17
Landesverband der Bergbaubetroffenen warnt vor einem erneuten Kohleabbau an der
Saar
"Für die Bergbaubetroffenen ist es unfassbar, dass der Ministerpräsident des
Saarlandes Peter Müller das Ende des Bergbaues im Saarland verkündet, mit dem
heutigen Tag jedoch den Abbau im Flöz Grangeleisen zulässt und so das
endgültige Ende der Steinkohleförderung bis auf das Jahr 2012 verschiebt.
Vor dem Hintergrund der Aussage der Landesregierung, keinen Abbau zulassen zu
wollen der Leib und Leben gefährdet, warnt der Landesverband der
Bergbau-betroffenen vor einem erneuten Abbau. Die Gefährdung besteht nach
Auffassung des Landesverbandes auch weiterhin für das gesamte Abbaugebiet.
Bereits 2005 kam es im Flöz Grangeleisen zu schweren bergbaubedingten Erdbeben
mit Schwinggeschwindigkeit bis zu 28 mm/s.
Zunahme und Intensität der bergbaubedingten Erdbeben korrelieren räumlich und
zeitlich mit der Kohleförderung im Bereich des Bergwerks Ensdorf. Der
Massen-verlust von Millionen Tonnen von Kohle und Wasser pro Jahr durch die
Kohle-förderung führt zu Spannungs-konzentrationen in der Erdkruste, die sich
in den gefürchteten bergbaubedingten Erdbeben in der betroffenen Region bis zu
einem Umkreis von 30km lösen können.
Geht der Bergbau weiter, so wird es auch weiterhin zu Starkbeben kommen, deren
Stärke mit hoher Wahrscheinlichkeit die der bisherigen Beben übertreffen wird.
Eine Gefahr für Leib und Leben ist weiterhin gegeben. Nach dem schweren
bergbauinduzierten Erdbeben vom 23.02.08, das in der ganzen Region Saarlouis zu
Schäden führte, können die Verantwortlichen der RAG/DSK und der Politik sich
keinesfalls in die Ausrede retten "man habe dies nicht wissen und voraussehen
können".
Wer die saarländische Bevölkerung in der betroffenen Region bewusst diesem
unkalkulierbaren Risiko noch mindestens vier Jahre aussetzt, handelt nicht
sozialverträglich und wird seiner Verantwortung nicht gerecht.
Zudem birgt die heute von der RAG und saarländischer Regierung getroffene
Vereinbarung die Gefahr der Aufkündigung nach einem Regierungswechsel an der
Saar im Jahre 2009.
Der Landesverband wird alles versuchen, weiteren Schaden von der Bevölkerung
abzuhalten und den Abbau zu verhindern.
Die Abbaugenehmigung wird den Wirtschaftsstandort Saarland nachhaltig
schädigen. Die Risiken des Verlustes von nichtsubventionierten Arbeitsplätzen
in zukunftsträchtigen Unternehmen sind enorm", so der Landesverband der
Bergbaubetroffenen Saar e.V (IGAB).
--
Peter Lehnert
Hubertusplatz 2
66809 Nalbach
Tel.: 06838 2609
Mobil: 0178 3751949
|