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stern: Scheer wirft Tiefensee und Steinbrück bei Bahnprivatisierung
Verrat und Fanatismus vor
Hamburg (ots) - Kurz vor der entscheidenden Sitzung des
SPD-Parteirates zur Bahnprivatisierung am kommenden Montag hat der
SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer massive Kritik an
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Finanzminister Peer
Steinbrück (SPD) geübt. In einem Gespräch mit dem Hamburger Magazin
stern sagte Scheer, es sei "unfassbar", was in Sachen
Bahnprivatisierung geschehe. Er sprach er einem "Fanatismus, der da
am Werk ist".
Scheer, der in einem möglichen Kabinett Ypsilanti in Hessen als
Superminister für Wirtschaft und Ökologie vorgesehen ist, befürchtet,
dass durch das von Tiefensee und Steinbrück gemeinsam mit Bahnchef
Hartmut Mehdorn favorisierte Holding-Modell "letztendlich der
Bahnkonzern zerschlagen, der Personen- und Güterverkehr vollständig
an Großinvestoren ausgeliefert wird". Damit, so Scheer zum stern,
passiere genau das, was der SPD-Parteitag in Hamburg im Oktober 2007
verhindern wollte. Dort wurde das von Scheer entwickelte
Volksaktienmodell beschlossen. Es sollte verhindern, dass große
Investoren Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bahn nehmen können.
Scheer befürchtet, dass Tiefensee und Steinbrück das
Holding-Modell "überfallartig" an den SPD-Gremien vorbei und ohne
Einbeziehung des Bundestages umsetzen wollen und damit gegen den auch
von Beck unterstützten SPD-Parteitagsbeschluss verstoßen würden.
Originaltext: Gruner+Jahr, stern
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