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Von Joachim Meges
Bonn/München – Polizisten sollten eigentlich „Freund und Helfer“ sein. So
will es zumindest das Klischee. In der Realität schreiben sie wohl eher
„Knöllchen auf Kommando“, wie die Zeitschrift Focus http://www.focus.de in
ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. In den 49 nordrhein-westfälischen
Behörden wetteiferten die Ordnungshüter um möglichst hohe
Knöllcheneinnahmen. Im Düsseldorfer Innenministerium kursiert sogar eine
Hitliste darüber, welches Präsidium mit Verwarnungen per Scheckkarte am
meisten eintreibt. Das führt zu Unmut bei den Schutzmännern, die sich zu
Handlangern des Steuerstaates degradiert sehen.
Der NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) bestreitet nach Focus-Angaben die
Existenz dieser Liste nicht. Sie habe aber nichts mit Abzocke zu tun. „An
einem Leistungsvergleich bei der Polizei führt kein Weg vorbei“, lautet
die Argumentation des Ministers. „Es ist schon sehr erstaunlich, dass ein
liberaler Minister die Leistung seiner Beamten daran ermisst, wie viel
Geld sie vom Steuerzahler eintreiben. Angesichts von 53 Milliarden Euro,
die Fahrzeugbesitzer schon jetzt an jährlichen Abgaben entrichten, ist
Wolfs Begründung entweder naiv oder eine Unverschämtheit. Beides wäre kein
gutes Zeugnis für einen Minister. Zurecht kritisiert die FDP immer wieder
die Abkassiererei der beiden großen Parteien. Anscheinend tun sie das aber
nur von den Oppositionsbänken aus“, sagt der Bonner Journalist Ansgar
Lange, der in der Winterausgabe der Zeitschrift NeueNachricht
http://www.neue-nachricht.de unter der Überschrift „Kein Kaffee für
Knöllchenjäger“ über die Umtriebe dieser Spezies berichtet.
Kritik kommt auch vom Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC)
http://www.adac.de. ADAC-Sprecher Peter Meintz warf der Polizei gegenüber
Focus „ein Abkassieren vor, das mit der Überwachung der Verkehrssicherheit
nicht zu tun habe“. Die Autofahrer fühlten sich nur ausgenommen. Dadurch
würde ihnen die Einsicht in fällige Bußgelder genommen.
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