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Von Paul Humberg
Bonn/Rheinbach – Die CDU http://www.cdu.de beginnt ihren Parteitag in
Dresden mit einem Gottesdienst. Und anschließend ringt sie dann um das
soziale Profil. Ganz vorne mit dabei: Der neue Arbeiterführer Jürgen
Rüttgers. Manche haben den Eindruck, aus Leipzig sei ein Allerlei der
sozialen Versprechungen geworden. Jetzt hält der Parlamentarische
Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen, mit einem
Gesinnungsaufsatz in der Financial Times Deutschland (FTD)
http://www.ftd.de dagegen und schwärmt von einer konservativen Zukunft.
Wenn Christdemokraten mal programmatisch werden, dann vergessen sie nie
den Hinweis auf die liberalen, christlich-sozial und konservativen
Traditionslinien der Union. Konrad Adam hat zurecht bemerkt, dass ein
Vogel mit drei Flügeln nicht fliegen kann.
Doch hat die CDU überhaupt drei Flügel? Das ist ja gar nicht wahr, denn es
gibt nur noch den Riesen-Geier namens Große Koalition, und der hat einen
Flügel. Soziale Gerechtigkeit wird von allen Parteien mittlerweile groß
geschrieben, doch wohin das führt, beschreibt Andreas Oberholz in der
aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Wirtschaftsbild (Wibi)
http://www.wirtschaftsbild.de, ohne mit einer politischen Gruppierung
besonders ins Gericht zu gehen. „Die Kassen sind nicht leer!“, so lautet
die provokante Überschrift seines Editorials. In den Kassen des Bundes und
der Länder klingelt der Euro wieder lauter. Allein NRW verbucht ein
Steuerplus von 1,2 Milliarden Euro. Und trotzdem schreiben und reden die
Damen und Herren von der Presse immer wieder von den „leeren öffentlichen
Kassen“, wenn irgendwelche Begehrlichkeiten artikuliert werden.
„Jeder Jahr zahlen Bürger und Unternehmen kräftig ein, mit steigender
Tendenz – zuletzt (2005) über 470 Milliarden Euro. Jeder spürt, wie der
Fiskus immer kräftiger am Portemonnaie ‚abgreift’. Gehaltserhöhungen
bleiben in der Regel gleich zu zwei Dritteln in den Händen des Staates“,
so der Wibi-Chefredakteur. Oberholz hält es für ungerecht, dass der
Mittelstand immer mehr bluten muss für aus dem Ruder laufende
Sozialausgaben: „Eine weitere Fütterung der Umverteilungsmaschinerie wird
nicht zu einer Behebung von Armut oder Ungleichheit führen – trotz
kontinuierlich steigender Sozialausgaben wächst nach neuesten Analysen ja
angeblich dennoch die so genannte Unterschicht -, sondern zu einem ‚Fass
ohne Boden’. Es gilt Arbeit zu schaffen für möglichst viele, nicht noch
stärkere Belastungen für immer weniger Menschen“. Ob dieses Signal in
Dresden verstanden wird? Gelten die Beschlüsse des Leipziger Parteitages
noch, wo der Hebel in Richtung mehr Freiheit umgelegt worden war? Skepsis
ist angebracht.
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