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Pressemitteilung der ASG Leipzig –Die Linke
Leipzig, 07.10.2007
Viele Jahrzehnte Gewerkschaftserfolge sollen zunichte gemacht werden! Die
Bahn ist kein Privateigentum und Angestellte sind keine Leibeigenen!
Zu den geplanten Streiks der Lokführer der Gewerkschaft Deutschen
Lokomotivführer erklären die Sprecher der ASG Leipzig-Die Linke; Ingo
Groepler-Roeser und Maximilian Meurer:
Es bedarf keinen großen Denkaufwandes, angesichts der Auseinandersetzung
zwischen der Deutschen Bahn und der GDL erkennen zu können, dass hier
Jahrzehnte Gewerkschaftsarbeit und grundlegende Rechte der Arbeitnehmer
aufs Spiel gesetzt werden. Schuld daran sind nicht die untereinander
streitenden Gewerkschaften, sondern der Bahnchef Mehdorn sowie die
Konzernleitung, die sich in Vorreiterrolle als 'Beste Kapitalisten des
Monats' offensichtlich wohl fühlen.
Hier geht es nicht nur um Pünktlichkeit und Transportwirtschaft. Hier geht
es um die Aufspaltung gewerkschaftlicher Prinzipien und der Rechte der
Mitbestimmung und des Arbeitskampfes für eine lange Zeit in die Zukunft
hinein.
Es ist unerträglich, mit ansehen zu müssen, auf welch schamlose Weise das
Recht der Lokführer, zu streiken sowohl durch die kapitalistische
Konzernleitung des Staatsunternehmens Deutsche Bahn als auch durch die
deutsche Justiz beschnitten werden sollen. Bahnchef Mehdorn benimmt sich,
als sei die Bahn sein Privateigentum. Es ist plump und gefährlich seitens
der Bahnkonzernleitung, die Interessen der Kunden gegen einen
Gewerkschaftskampf der GDL zu instrumentalisieren, Arbeitsgerichte in
Grundrechtsfragen anzurufen und streikende Lokführer durch Hausverbote in
den Bahnhöfen zu diffamieren.
Schockierend ist, dass die Bahn nicht davor zurückschreckt, den eigenen
Notfallfahrplan über die Streikdauer der GDL hinaus zu veranlassen, um
Verspätungen und Ausfälle den Streikenden in die Schuhe zu schieben. Der
dadurch entstandene wirtschaftliche Schaden gehört als vorsätzlich
verursacht vor ein Bundesgericht. Dass die Bundesregierung dies ohne
sofortige Suspendierung Mehdorns von seinem Posten duldet, ist ein Beweis
für ihre intrigante Rolle im Spiel gegen die Gewerkschaften.
Arbeitskampf, so stellen wir einmütig fest, ist eine tragende Säule, um
die kapitalistische Demokratie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
sozial gestaltbar zu machen, wenn die staatliche Regulierungsfähigkeit
versagt oder gesetzlich ausgeschlossen ist. Wie bei der vergangenen
Filialisierung der Telekom ist der Umgang der Bahn mit ihren Angestellten
eine Katastrophe und zugleich ein Signal dafür, was passiert, wenn die
Bahn in die Hände des kapitalistischen Managements fällt. Die Gewerkschaft
Deutscher Lokführer folgt einem ordentlichen Beschluss auf der Grundlage
einer demokratischen Verfassung der Bundesrepublik, die auch für Lokführer
Gültigkeit besitzt. Sollten die Bahnjuristen weiterhin Verbote gegen die
GDL durchsetzen, wären Jahrzehnte gewerkschaftspolitischen Kampfes dahin,
die sich in der Grundlage auf aushandelbare Tarife und das Recht des
Arbeitskampfes gegen ungerechte Entlohnung beziehen.
Maximilian Meurer, Pressesprecher der ASG Leipzig-Die Linke
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