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Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden

Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden Ein neues Buch zum 20. Jahrestag von Tschernobyl dokumentiert Erfahrungen, Aktionen und Initiativen von Frauen im Kontext der Reaktorkatastrophe.

Es waren mehrheitlich Frauen, die nach der Explosion im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl aktiv wurden, denn – so die einhellige Einschätzung – „Tschernobyl hat unser Leben verändert“: Vielerorts gründeten sie Gruppen „Mütter gegen Atomkraft“ und andere Initiativen. Frauen waren und sind eine tragende Säule des Protestes gegen die Risikotech-nologie Atomkraft.
In dem jetzt erschienenen Buch „Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden“ berichten Frauen von ihren Erinnerungen und ihrem Engagement für eine atom-freie Zukunft in Deutschland und Europa, aber auch am Ort des Geschehens: in der Ukraine, in Weißrussland und in Russland. „20 Jahre nach Tschernobyl wollten wir wissen, wie nachhaltig die Veränderungen durch Tschernobyl waren“, erklärt Herausgeberin Ulrike Röhr von genanet, der Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit. „Und wir möchten mit dem Buch zeigen, welche wichtigen Beiträge Frauen zu einer gerechteren, Ressourcen schonen-deren und friedlicheren Welt leisten.“ Im ersten Teil des Bandes rufen Beiträge von Frauen aus Deutschland und Österreich, histo-rische Reden und Interviews das Reaktorunglück und die unmittelbaren Reaktionen darauf ins Gedächtnis zurück. Eine Betroffene, die zum Zeitpunkt des Unfalls in der Stadt Pripjat bei Tschernobyl lebte, berichtet bewegend von den Ereignissen und ihren Folgen am Ort des Unglücks. Die damaligen und heutigen Aktivitäten der in Folge der Reaktorkatastrophe gegründeten Gruppen von „Müttern gegen Atomkraft“ (MgA) werden im zweiten Teil be-schrieben. Engagierte Frauen berichten vom Kampf um Informationen über das Ausmaß der Belastung und ihren Aktivitäten gegen Atomkraft und gegen das Vergessen. Der dritte Teil zeichnet nach, welche Spuren die Erfahrungen mit Tschernobyl hinterließen, z.B. in Form von Frauenprojekten zu erneuerbaren Energien, neuen Forschungsansätzen oder zivilgesell-schaftlichem Engagement in der Ukraine. Mit Blick auf die aktuelle Atompolitik wird schließlich im vierten Teil des Buches analysiert, ob aus den Folgen von Tschernobyl wirk-lich Konsequenzen gezogen wurden.
Das Wort ergreifen unter anderem Heike Sabel, Anja Röhl, Antje Vollmer, Beate Seitz-Weinzierl, Eva Quistorp, Natalia Manzurova (damalige Liquidatorin, Russland), Kristin Mühlenhardt-Jentz (MgA Nürnberg), Cornelia Stadler (MgA München), Heike Mahlke (Gorleben-frauen), Regina Suhlig (Heim-statt-Tschernobyl), Anna Golubovska (MAMA-86 Ukraine), Rosemarie Rübsamen, Irmgard Schultz (ISOE), Annegret Stopczyk, Milya Kabirova, Angelika Claußen (IPPNW), Ulla Klötzer, Hiltru
d Breyer (MEP)und Gotelind Alber (Klima-Bündnis).
Das Buch ist ab sofort über den Buchhandel erhältlich oder kann über www.libri.de, www.amazon.de und direkt bei genanet bestellt werden. Rezensionsexemplare erhalten Sie bei genanet. Wir vermitteln Ihnen gerne Interviews mit Autorinnen von einzelnen Buchbeiträgen. Für Nachfragen steht Ihnen Ulrike Röhr unter der Nummer 069-740757 oder 0179-2031511 zur Verfügung.
genanet/Ulrike Röhr (Hg.):
Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden. 20 Jahre Tschernobyl
196 Seiten, zahlreiche Abbildungen, kartoniert
BoD April 2006, ISBN 3-8334-4592-0, 19,90 EUR

genanet - die Leitstelle
Die Leitstelle Geschlechtergerechtigkeit, Umwelt und Nachhaltigkeit fördert die Einbezie-hung der Geschlechterperspektive in umweltpolitische Entscheidungen. genanet erarbeitet Positionen zu aktuellen Themen aus dem Gebiet Umwelt und nachhaltige Entwicklung und berät bei Umsetzung einer geschlechtergerechten Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Der Informationspool unterstützt Organisationen bei der Entwicklung von Maßnahmen, die Frauen- und Männerrealitäten gleichermaßen berücksichtigen. Die Leitstelle bietet eine Plattform zu Vernetzung, um neue Ideen zu entwickeln und Projekte zu initiieren.
Kontakt: Ulrike Röhr, genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit

LIFE e.V., Hohenstaufenstr. 8, 60327 Frankfurt/M., Tel. 069.740757, Fax 069.740842,
leitstelle@genanet.de, www.genanet.de.

26.04.06    Anja Becker <leitstelle@genanet.de>
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