|
2. Black African Conference in Dessau
Rassistische Polizeimorde und die Kriminalisierung von Afrikanern und
Schwarzen in Deutschland.
In den letzten Jahren ist die afrikanische Community in Deutschland immer
wieder auf die Straßen gegangen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen: Sie
protestierte gegen die Laxheit der deutschen Exekutive, der Legislative
und der Gerichte und forderte, dass zügig gegen an Schwarzen erübte
"Hassverbrechen" sowie Rassismus vorgegangen werden muss. Ein Beispiel
dafür ist der Fall von Oury Jalloh, der in der Polizeizelle in Dessau
getötet wurde. Vor drei Jahren wurde Oury Jalloh von Dessauer
Polizeibeamten, nachdem er schwer verprügelt worden war, in einer Zelle
eingeschlossen. Diese Zelle ging später in Flammen auf. Obwohl Polizisten
anwesend waren, rettete niemand Oury Jalloh. Im Gegenteil, die Lautstärke
des Alarms wurde heruntergestellt und Oury Jalloh verbrannte.
Die afrikanische Community ist überzeugt, dass die Dessauer Polizei Oury
Jalloh getötet hat. Wir fordern ein schnelles Vorgehen gegen die
Polizeitäter durch die Justiz. Wir fordern, dass nicht auf die alte
Strategie des "Zurückschreckens" zurückgegriffen wird. Diese alte
Strategie des Zurückschreckens vor rassistischen Verbrechen, die an
Afrikanern oder anderen in Deutschland lebenden Schwarzen verübt wurden,
hat Polizeibrutalität gegen Afrikaner und andere Schwarze in Deutschland
gefördert und verstärkt.
Es ist tragisch, dass die Polizei und die Gerichte nicht wie erwartet
funktionieren. Sie gehen äußerst langsam vor, wenn ein Verbrechen an einem
Afrikaner oder einem Schwarzen aufgeklärt werden soll. Sie tragen dazu
bei, Afrikaner und Schwarze als die Kriminellen ihrer Gesellschaft
darzustellen, die ausgegrenzt und diskriminiert werden sollen.
Eine andere Form des Rassismus in Dessau und im restlichen Deutschland ist
der institutionelle Rassismus. Dieser kann daran erkannt werden, wie
Afrikaner, die das Recht auf eine Aufenthaltserlaubnis haben, von den
Behörden zurückgewiesen werden. Es gibt Afrikaner, die mit Deutschen
verheiratet sind und Kinder haben und die dennoch keine regulären Papiere
erhalten, wie es das Gesetz eigentlich vorsieht. Die afrikanische
Community möchte gerne eine Erklärung dafür haben, warum dies in Dessau so
ist. Der Rassismus auf der Straße ist noch eine andere Form des Rassismus,
dem die Afrikaner und Schwarzen in Dessau täglich ausgesetzt sind.
Afrikaner werden auf der Straße verbal und physisch attackiert.
Oury Jalloh (Dessau), Dominique Kouamadio (Dortmund), Laye-Alama Condé
(Bremen), John Achidi (Hamburg), N'deye Mareame Sarr (Aschaffenburg), Amir
Ageeb (München), Kola Bankole (Frankfurt), Alberto Adriano (Dessau) und
Amadeos Antonio (Dessau), das sind die jüngsten Opfer von Polizei und
rassistischer Gewalt in Deutschland.
Wir fordern
- Die sofortige Änderung der Anklageschrift in Mordanklage, nachdem wir
während des Prozesses beobachtet haben, dass es abwechselnd um ein,
zwei oder gar kein Feuerzeug ging und dass eine Videoaufnahme von der
Polizei verschwunden ist, die nach dem Mord an Oury Jalloh in der
Zelle aufgenommen wurde. Auch wegen der Lügen und Vertuschungen von
Seiten der PolizeibeamtInnen und wegen der Verschleppung seitens der
Justiz und der vielen anderen offenen Fragen im Laufe des Prozesses.
- Die sofortige Entlassung des nach Köthen versetzten Chefs des
Polizeireviers Dessau, Herrn Polizeidirektor Gerald Kohl, und die
sofortiger Entlassung von Frau Polizeipräsidentin Brigitte ScherberSchmidt,
die früher in der Polizeidirektion Dessau-Roßlau
veranwortlich war und die seit dem 1. September 2007 ins
Innenministerium Sachsen-Anhalt versetzt wurde und die sofortige
Entlassung aller beteiligten Polizisten. Aufgrund der Ermittlungen
steht es für uns fest, dass es sich um einen organisierten Mord
handelt.
- Eine Entschädigung an die Familie von Oury Jalloh, insbesonderes die
Gewährleistung einer Erziehung, die die afrikanischen Wurzeln des
Kindes von Oury Jalloh berücksichtigt.
- Ein Ende der rassistischen Polizeikontrolle gegen Schwarze Menschen und
die Wiedereröffnung der Fälle Dominique Kouamadio (Dortmund), LayeAlama
Condé (Bremen), John Achidi (Hamburg), N'deye Mareame Sarr
(Aschaffenburg) und alle anderen von dem die Ermittlungen schon
abgeschlossen sind.
- Gerechtigkeit für die afrikanischen Opfer des institutionellen
Rassismus und Opfer der Polizeigewalt.
- Die Anerkennung der Existenz von Rassismus gegen Schwarze Menschen in
Deutschland und die Verankerung der Entschädigung von
Schwarzafrikanischen Opfern des Rassismus im National Aktionplan zur
Bekämpfung von Rassismus (NAP) und Eine unabhängige Kommission, um den
Fall Oury Jalloh, Dominique Kouamadio (Dortmund), Laye-Alama Condé
(Bremen), John Achidi (Hamburg), N'deye Mareame Sarr (Aschaffenburg)
aufzuklären und um alle Opfer rassistisch motivierter Behandlungen und
Tötungen durch die Behörden zu ermitteln.
Die Veranstaltungen werden von der 2. Afrikanischen Community-Konferenz
Dessau unter Beteiligung der Afrikanisch-Schwarzen Community koordiniert
(siehe Anhang).
Für die notwendige kritische Genauigkeit, Offenheit und Konsequenz wird
JETZT starker öffentlicher Druck benötigt!
In der Hoffnung auf eine positive Reaktion verbleiben wir in Solidarität.
Für die Black African conference*
Mouctar Bah
+49-160-957-96679
- Kontakt
- Moctar Kamara:
0172-1797958
Programm BLACK AFRICAN CONFERENCE*
Die Afrika- Konferenz zum Gedenken an Oury Jalloh findet dieses Jahr am 06
Januar 2008 vom 12:00 Uhr bis 22:00 Uhr im Beat Club in Dessau (neben dem
Hauptbahnhof) Statt.
Zum Abschluss der Konferenz findet ein Kulturprogramm statt.
An der Konferenz werden Delegierten von Afrikanischen Organisationen wie
Afrika-Rat, African People Convention -APC, The VOICE Refugee Forum,
African Refugee Initiative, Afrikainitiative and Nigerian and Friends
Association - NAFA sowie Aktivisten der afrikanischen Community
teilnehmen.
- Programm
- 11.00 Uhr: - Pressekonferenz
12:30 Uhr: - Begrüßungsrede und Vorstellung der Oury-Jalloh-Kampagne durch
die African Refugee Initiative Dessau
13.00 Uhr: - Präsentation der Berichte der Rechtsanwälte Schwarzer Opfer
14: 30 Uhr: Pause
15:30 Uhr: - Präsentation und Beiträge zur vorgeschlagenen "African Family
Campaign" für die Opfer von Polizeigewalt und von der
Polizei verübte Morde und zu der Kampagne für Gerechtigkeit
und Würde für Afrika.
17:00 Uhr: - Die afrikanische (Zwangs-) Migration und die deutsche Festung
Europa
18:00 Uhr: - Gemeinsame Perspektiven unseres politischen Kampfes
("Memorandum of Understanding" zwischen den Gruppen und
Organisationen für die aktuelle und zukünftige
Zusammenarbeit und die Teilnahme an Gedenkzeremonien für
alle Opfer von Polizeimord und durch staatlichen Rassismus
bedingten Todesfälle)
20:00 Uhr: - Die Herausforderungen, Forderungen und zukünftigen
Aktivitäten der Black African Community Conference
Montag, 07.01.2008, um 13.00 Uhr: Demonstration in Dessau (Start: Dessau-
Hauptbahnhof)
Die Veranstaltungen sind durch die Black African Conference 2008 - Dessau
unter Teilnahme verschiedener Gruppen der Black African Community
koordiniert
Kontakt
Mouctar Bah
+49-160-957-96679
*Die Black African Conference ist ein Netzwerk von Schwarzen afrikanischen
Organisationen und Aktivisten in Deutschland
http://thevoiceforum.org
An die Presse Berlin, den 1. Januar 2008 // Initiative in Gedenken an
Oury Jalloh http://thevoiceforum.org/node/662
(EN/DE/French/Turkish) CALL / AUFRUF DESSAU / BERLIN - MEMORIAL
CONFERENCES AND DEMONSTRATION IN DESSAU 2008:
http://thevoiceforum.org/node/657
***
The VOICE Refugee Forum Jena
Adresse: Schillergässchen 5, 07745 Jena
Fax: 03641 / 42 02 70,
E-Mail: thevoiceforum ät emdash.org, Internet:
http://www.thevoiceforum.org
Gegründet: 1994, Arbeitsweise: Kampagnen,Aktionen, Vernetzung.
Publikationen: E-Newsletter
The VOICE Refugee Forum "Info_List" membership in Deutsch/English/French:
Fur Subscription/UnterzeichnerInnen/Abonnez-vous:
Deutsch: http://thevoiceforum.org/news
English: http://thevoiceforum.org/news_en
Français : http://thevoiceforum.org/news_fr
|