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Nivîskar: rizgarionline Di: 31.05.2008 Sehet: 00:47
Ji aliyê rizgarionline
PRESSEMITTEILUNG/ Die iranische Armee greift nach Informationen der
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Sektion Kurdistan/Irak seit
fünf Tagen immer wieder Dörfer im benachbarten Irakisch-Kurdistan an.
So seien die sechs kleinen Weiler Schnawa, Mard, Sorkola, Bastiyan,
Yaresh und Wirzka am vergangenen Montag von schwerer Artillerie
beschossen worden. Die Dorfbewohner mussten ihre Häuser fluchtartig
verlassen und in der nahe gelegenen Stadt Qala Dizah 160 Kilometer
nordwestlich der Stadt Suleimanija Zuflucht suchen. Mindestens 40
geflohene kurdische Familien müssten nun in Zelten leben, die vom
Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR bereit gestellt wurden.
GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Arbil, den 30. Mai 2008
Nach Artilleriebeschuss mindestens 40 Familien auf der Flucht
Iranische Armee beschießt Dörfer in Irakisch-Kurdistan
Die iranische Armee greift nach Informationen der Gesellschaft für
bedrohte Völker (GfbV), Sektion Kurdistan/Irak seit fünf Tagen immer
wieder Dörfer im benachbarten Irakisch-Kurdistan an. So seien die
sechs kleinen Weiler Schnawa, Mard, Sorkola, Bastiyan, Yaresh und
Wirzka am vergangenen Montag von schwerer Artillerie beschossen
worden. Die Dorfbewohner mussten ihre Häuser fluchtartig verlassen und
in der nahe gelegenen Stadt Qala Dizah 160 Kilometer nordwestlich der
Stadt
Suleimanija Zuflucht suchen. Mindestens 40 geflohene kurdische
Familien müssten nun in Zelten leben, die vom Flüchtlingswerk der
Vereinten Nationen UNHCR bereit gestellt wurden.
Die Angriffe seien mit dem Vorwand begründet worden, es hielten sich
Kämpfer der kurdischen PJAK-Partei auf dem Territorium des irakischen
Bundesstaates Kurdistan in der schwer zugänglichen Grenzregion zum
Iran in der Provinz Suleimanija auf. Getroffen werden jedoch vor allem
kurdische Viehzüchter, die mit ihren Herden in die wasserreicheren
Berge ziehen. In Irakisch-Kurdistan sowie anderen Ländern des Nahen
Ostens herrscht eine schwere Dürre.
Bei fortdauerndem Bombardement durch die iranische Armee könnten viele
unschuldige Zivilisten zu Schaden kommen, warnte die GfbV. IrakischKurdistan
sei zurzeit der einzige Fluchtort innerhalb des Irak, in dem
christliche assyro-chaldäische und armenische, yezidische, mandäische,
turkmenische und andere Flüchtlinge aus dem Süd- und Zentalirak Schutz
suchen könnten.
- Hintergrundinformationen
-
Die „PJAK“, Partei des Freien Lebens Kurdistans (kurdisch: Parti
Jiyani Azadi Kurdistan), steht als bewaffnete Gruppierung der
kurdischen PKK in der Türkei nahe. Seit 2004 liefert sie sich heftige
Kämpfe mit den iranischen Truppen.
Im Vielvölkerstaat Iran leben neben Persern auch Aseri, Kurden,
Araber, Belutschen, Turkmenen, Assyrer sowie andere kleinere ethnische
und religiöse Minderheiten. Die nichtpersischen Nationalitäten stellen
weit mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Als eigenständige
Völker mit eigener Sprache, Kultur und Geschichte werden sie nicht
anerkannt, sondern im Iran bewusst als "ethnische Gruppen" bezeichnet.
Sie alle leiden unter Unterdrückung und Diskriminierung.
Das Siedlungsgebiet der Kurden im Iran umfasst die vier Provinzen
Kermanshah, Ilam, Westaserbaidschan sowie Kurdistan im Westen des
Landes und hat mit seinen zehn Mio. Einwohnern eine Gesamtfläche von
ca. 125.000 km2. Beinahe 98% der Kurden im Iran bekennen sich zum
Islam. 75% von ihnen sind Sunniten, 25% Schiiten. Die wichtigste
iranisch-kurdische Bewegung ist die Demokratische Partei KurdistanIran
(PDKI). Ihr klares Ziel, das auch zahlreiche kleinere kurdische
Vereinigungen verfolgen, ist die Durchsetzung von Menschenrechten,
Demokratie und regionaler
Selbstverwaltung für die Kurden in einem demokratischen föderalen
Iran.
>>>>>>>>>>>>> Für Menschenrechte. Weltweit. <<<<<<<<<<<<<<<
Gesellschaft für bedrohte Völker / Society for Threatened Peoples
P.O. Box 20 24 - D-37010 Göttingen/Germany
Nahostreferat/ Middle East Desk
Dr. Kamal Sido - Tel: +49 (0) 551 49906-18 - Fax: +49 (0) 551 58028
E-Mail: nah...@gfbv.de - www.gfbv.de
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