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Urgent action: Sri Lanka: Willkuerliche Festnahme / Gesundheitszustand

Urgent Action

UA-Nr: UA-088/2008-1
AI-Index: ASA 37/019/2008
Datum: 15.05.2008

WILLKÜRLICHE FESTNAHME / GESUNDHEITSZUSTAND

Weitere Informationen zu UA 88/08 (ASA 37/016/2008, 4. April 2008) Sri Lanka: Jayaprakash Sittampalam Tissainaygam, Journalist

Der Journalist Jayaprakash Sittampalam (J.S.) Tissainaygam durfte am 9. Mai 2008 einen Augenarzt aufsuchen. Der Facharzt gab an, dass sein Zustand der Kontrolle bedarf und er eine neue Brille braucht, da sich seine Sehfähigkeit verändert hat. Der Arzt muss ihn in einem Monat erneut untersuchen, um die Verfassung seiner Augen ein weiteres Mal zu begutachten. Zudem erhielt J.S. Tissainaygam am 14. Mai 2008 Zugang zu seinem Anwalt, mit dem er seit dem 21. März 2008 nicht mehr zusammenkommen durfte.

Dennoch wird J.S. Tissainaygam weiter ohne Anklage in einer Hafteinrichtung der Einheit für Terrorismusfahndung (Terrorist Investigation Division TID) in Colombo festgehalten. Er sollte am 12. Mai 2008 einem Gericht vorgeführt werden, da es nach den Notstandsgesetzen in Sri Lanka Vorschrift ist, dass Gefangene einmal im Monat einem Richter vorgeführt werden. Der Gerichtstermin wurde jedoch ohne Angabe von Gründen verschoben, und der Richter soll erklärt haben, dass der Gefangene am 14 Mai 2008 vor Gericht zu erscheinen habe. J.S. Tissainaygam wurde an diesem Tag jedoch nicht dem Gericht vorgeführt, und der Richter soll daraufhin angeordnet haben, dass er am 23. Mai 2008 vorgeführt wird.

amnesty international hat erfahren, dass es in der Zelle von J.S. Tissainaygam sehr wenig Luftzirkulation gibt, da die Klimaanlage nicht mehr funktioniert. Durch die Hitze sind die Haftbedingungen nun sehr schwer auszuhalten.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

amnesty international ist beunruhigt, da es in Sri Lanka in jüngster Zeit eine Reihe von Angriffen und anderen Menschenrechtsverletzungen gegen im Medienbereich tätige Personen gegeben hat, die einem Muster folgen, das im jüngsten aiBericht "Sri Lanka: Silencing Dissent" (ASA 37/001/2008) dargestellt wird. Journalistinnen, Journalisten und andere im Medienbereich Arbeitende sind schon früher über lange Zeiträume ohne Anklage eingesperrt worden. Am 21. November 2006 nahmen Angehörige der Sondereinsatztruppe (Special Task Force STF) die tamilische Journalistin Parameshwari Munusamy fest, die für die singhalesische Zeitung Mawbima arbeitet, und hielten sie aufgrund der Notstandsgesetze im Hauptquartier der TID unter dem Verdacht der Verbindung zu den LTTE fest. Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme gab man ihr keine Einzelheiten darüber bekannt, aus welchen Gründen und auf welcher rechtlichen Grundlage sie festgehalten wurde. Nach viermonatiger Haft ohne Anklage ließ man sie am 22. März 2007 frei. Ihre Familie soll am 15. März 2008 ebenfalls von Personen, die sich Zutritt zum Haus erzwangen, angegriffen worden sein. Dabei wurden ihr Vater und ihre Schwester ernsthaft verletzt. In den letzten Wochen ist es zu einer Reihe von Angriffen und willkürlichen Festnahmen von Personen gekommen, die im Medienbereich tätig sind, darunter befanden sich auch Gayan Lasantha Ranga, Udayen und Kithsiri Wijeshinghe, die alle für die Website www.outreachsl.com arbeiten. Die drei sollen am 18. März 2008 freigelassen worden sein, nachdem man sie einige Tage lang ohne Anklage bei der TID in Haft gehalten hatte.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • die Meldung begrüßen, dass der Journalist Jayaprakash Sittampalam (J.S.) Tissainaygam am 9. Mai 2008 von einem Augenarzt untersucht wurde und am 14. Mai Zugang zu einen Rechtsanwalt erhielt;
  • Ihre Sorge darüber ausdrücken, dass J.S. Tissainaygam willkürlich von der Einheit für Terrorismusfahndung (Terrorist Investigation Division TID) in Colombo festgehalten wird, und dies scheinbar nur, um ihn an der Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit zu hindern;
  • die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass J.S. Tissainaygam weder gefoltert noch misshandelt wird und ihm der uneingeschränkte Kontakt zu seiner Familie, einem Rechtsanwalt seiner Wahl, einem unabhängigen Gericht sowie die erforderliche medizinische Versorgung gewährt werden;
  • bei den Behörden darauf drängen, dass J.S. Tissainaygam umgehend und bedingungslos freigelassen wird, wenn er nicht einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt und vor ein unabhängiges Gericht gestellt wird;
  • die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass für ausreichende Luftzirkulation in der Zelle gesorgt wird, in der J.S. Tissainaygam inhaftiert ist.

APPELLE AN:

Staatspräsident
President Mahinda Rajapaksa
Presidential Secretariat
Colombo 1, SRI LANKA
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Telefax: (00 94) 11 244 6657

Justizminister
Hon. Amarasiri Dodangoda
Minister of Justice
Ministry of Justice and Law Reforms
Superior Courts Complex
Colombo 12, SRI LANKA
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Telefax: (0094) 11 244 5447

KOPIEN AN:

Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka S.E. Herrn Tikiribandara Maduwegedera
Niklasstr. 19, 14163 Berlin
Telefax: 0308090 9757
EMail: info ät srilankabotschaft.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Singhalesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Juni 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:

  • welcoming reports that J. S. Tissainayagam was granted access to an eye specialist on 9 May and access to his lawyer on 14 May;
  • expressing concern that J. S. Tissainayagam is being detained without charge by the Terrorist Investigation Division (TID) in Colombo, apparently to prevent him from peacefully exercising his right to freedom of expression through his media work;
  • calling on the authorities to ensure that J.S. Tissainayagam is not tortured or illtreated, and that he is allowed unrestricted access to his family, a lawyer of his choice, an independent court and any specialist medical treatment he may require;
  • urging the authorities to release J. S. Tissainayagam immediately and unconditionally, unless he is to be charged with a recognizably criminal offence and remanded by an independent court;
  • calling on the authorities to ensure that there is sufficient ventilation in the cell where he is being detained.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/2F873BA0B26A4449C1257451003C2233?open

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29.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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