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Urgent Action
UA-Nr: UA-181/2008
AI-Index: AMR 34/015/2008
Datum: 25.06.2008
SORGE UM SICHERHEIT / MORDDROHUNGEN
- Guatemala
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Mitglieder der Menschenrechtsorganisation "HIJOS"
Ein Mitglied der guatemaltekischen Menschenrechtsorganisation HIJOS ("Hijos e Hijas por la Identidad y la Justicia contra el Olvido y el Silencio") ist geschlagen und mit dem Tod bedroht worden, offenbar um die Menschenrechtsorganisation dazu zu bringen, ihre Arbeit einzustellen. Dies deutet darauf hin, dass alle Mitglieder von HIJOS in Lebensgefahr sind.
Am 21. Juni 2008 um etwa 3:30 Uhr lief ein Mitglied von HIJOS (das nicht namentlich genannt werden möchte) zu Fuß durch eine Straße in Guatemala-Stadt, als zwei Männer aus einem grauen Kleintransporter ausstiegen und sich dem Mitglied näherten. Das HIJOS-Mitglied versuchte wegzulaufen, doch einem der beiden Männer gelang es, es festzuhalten. Das Mitglied gab gegenüber Vertretern von Amnesty in Guatemala-Stadt an, dass der Angreifer gesagt habe, das Mitglied solle den Leuten von HIJOS sagen, sie sollten mit dem Blödsinn aufhören, sonst würden sie die Mitglieder von HIJOS umbringen; sie hätten bereits Filmaufnahmen von allen HIJOS-Mitgliedern. Der Angreifer wollte außerdem wissen, wer die Aktivitäten von HIJOS organisiere ("Espérate. Sólo queremos que me hagas el favor que le digas a esos de HIJOS que dejen de estar haciendo babosadas porque nos van a cansar y los vamos a tener que matar. Los tenemos camareados. Quiénes son los organizadores de lo que están haciendo?. Decíles a esta bola de peludos que se comporten como hombres porque nos vamos a cansar y les vamos a quebrar el culo"). Anschließend schlug der Mann das HIJOS-Mitglied zweimal in den Bauch und rannte dann mit seinem Begleiter davon.
Am 21. Juni wird in Guatemala jedes Jahr der "Verschwundenen" gedacht. HIJOS hatte an diesem Tag eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Junge Menschen, die während des guatemaltekischen Bürgerkrieges zwischen 1960 und 1996 Verwandte verloren haben, gründeten 1999 die aus ehrenamtlichen Mitgliedern bestehende Organisation HIJOS. Seitdem treten sie dafür ein, dass die Verantwortlichen für die während des Konflikts begangenen Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung gezogen werden sowie denjenigen zu gedenken, die umgebracht wurden oder "verschwanden". Sie führen unter anderem Theaterstücke auf, organisieren Musikfestivals und veröffentlichen Untersuchungen zum Thema. HIJOS gehört zudem zu einem Zusammenschluss von Organisationen, der die Feierlichkeiten des Militärs in Guatemala kritisiert. In diesem Jahr richtete sich die Kritik gegen den Tag der Armee (30. Juni) und die traditionell an diesem Tag stattfindende Militärparade. Am 8. Juni 2008 gab die Regierung bekannt, die Militärparade würde aufgrund von Engpässen im Haushalt nicht stattfinden. Einige Tage später kündigte eine pro-militärische Organisation an, sie würden eine eigene Militärparade durchführen. In einer guatemaltekischen Zeitung war am 15. Juni 2008 zu lesen, dass HIJOS für die Absage der offiziellen Parade verantwortlich sei, da die Organisation die Armee verabscheue.
HIJOS ist schon früher Zielscheibe von Drohungen, Einschüchterungen und Durchsuchungen in ihren Büros geworden, zuletzt im Jahr 2005 (siehe UA-123/2005, 13. Mai 2005). Soweit Amnesty International bekannt ist, wurde bis heute niemand für diese Vorfälle zur Verantwortung gezogen.
EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte Faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
- Ihre Sorge um die Sicherheit aller HIJOS-Mitglieder zum Ausdruck bringen;
- bei den Behörden darauf drängen, umgehend wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Mitglieder von HIJOS in Absprache mit ihnen zu gewährleisten;
- die Behörden auffordern, umgehend eine reibungslose, unparteiische und umfassende Untersuchung der Morddrohung vom 21. Juni 2008 gegen ein Mitglied von HIJOS einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen;
- die Behörden daran erinnern, dass Menschenrechtlerinnen und -rechtler das Recht haben, ihre Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien durchzuführen, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.
APPELLE AN
Innenminister
Sr. Carlos Vinicio Gómez Ruiz
Ministro de Gobernación
6ª Avenida 13-71, Zona 1,
Ciudad de Guatemala, GUATEMALA
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro)
Fax: (00502) 2413 8658
Generalstaatsanwalt und Leiter der Staatsanwaltschaft
Lic. Juan Luis Florido
Fiscal General de la República y Jefe del Ministerio Público
8ª Avenida 10-67, Zona 1, Antiguo Edificio del Banco de los Trabajadores,
Ciudad de Guatemala, GUATEMALA
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimado Sr. Fiscal General)
Fax: (00502) 2411 9124
(00502) 2411 9326
Beauftragter für Menschenrechte und Frieden
Sr. Orlando Blanco
Secretario Presidencial para los Derechos Humanos y la Paz (SEPREDEHPAZ)
7ª avenida 3-54, Edificio SAE, Zona 1,
Ciudad de Guatemala, GUATEMALA, (korrekte Anrede: Dear Secretary/Estimado Sr. Secretario)
Fax: (00502) 2248 3020 (nur zu Bürozeiten)
KOPIEN AN
Menschenrechtsorganisation
HIJOS
2 calle A 7-13, Zona 2
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA
E-Mail: hijosguatemala ät gmail.com
Botschaft der Republik Guatemala
Herrn Nelson Rafael Olivero Garzia
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Joachim-Karnatz-Allee 45-47, 2. OG.
10557 Berlin
Fax: 030-2064 3659
E-Mail: embaguate.alemania ät t-online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. August 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:
- expressing concern for the safety of all HIJOS members;
- urging the authorities to take immediate and effective measures to guarantee their safety, in accordance with their own wishes;
- urging the authorities to immediately order a swift, impartial and full investigation into the death threat against a HIJOS member on 21 June, to make the results public and to bring those responsible to justice;
- reminding the authorities that human rights defenders have the right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals, as set out in the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/A5748F04DDB5D297C125747B005D4A16?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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