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Urgent action: Kolumbien: Morddrohungen

Urgent Action

UA-Nr: UA-186/2008
AI-Index: AMR 23/020/2008
Datum: 27.06.2008

MORDDROHUNGEN
Kolumbien
Mitglieder der Jugendorganisation "Red Juvenil de Medellín"

Die paramilitärische Gruppierung Aguilas Negras" hat am 30. Mai 2008 per E-Mail eine Morddrohung an die Jugendorganisation "Red Juvenil de Medellín" geschickt.

In der Nachricht heißt es: "Tod den Anarchisten, die sich als Pazifisten tarnen, keine Konzerte im Drogenrausch und keine Kommunisten mehr, es gibt keine weiteren Warnungen" (Muerte a anarquistas disfrazados de pacifistas, no mas conciertos de drogas ni comunistas, no hay mas avisos).

Die Organisation "Red Juvenil de Medellín" unterstützt Jugendliche dabei, sich gegen Rekrutierungsversuche der verschiedenen Konfliktparteien - sowohl der Armee und ihrer paramilitärischen Verbündeten als auch der Guerillagruppierungen - zu wehren. Die Organisation tritt für Gewaltfreiheit und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein.

Die E-Mail mit den Morddrohungen folgte auf ein Konzert, das "Red Juvenil de Medellín" am 17. Mai 2008 im Park "Obero de Boston" in der Stadt Medellín organisiert hatte, um ein Zeichen gegen die Militarisierung zu setzen. Die Organisation richtet jedes Jahr zum "Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerer" ein solches Konzert aus. In diesem Jahr kamen 5000 Besucher.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Im Kontext des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien werden Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und anderen sozialen Organisationen häufig von Regierungsvertretern oder den Sicherheitskräften und ihren paramilitärischen Verbündeten bezichtigt, Mitglieder oder Unterstützer der Guerilla zu sein. Die auf diese Weise Beschuldigten - wie in diesem Fall Mitglieder von "Red Juvenil de Medellín" - werden oftmals Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Auch die Guerillaeinheiten tragen die Verantwortung für Drohungen und Tötungen von Menschenrechtsverteidigern und Gewerkschaftern.

EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte Faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit der Mitglieder der Organisation "Red Juvenil de Medellín" ausdrücken, die am 30. Mai 2008 von der paramilitärischen Gruppierung "Aguilas Negras" per E-Mail eine Morddrohung erhalten haben;
  • bei den Behörden darauf dringen, dass alle Schutzmaßnahmen eingeleitet werden, welche die in der Morddrohung vom 30. Mai genannten Personen für angemessen halten, um ihre Sicherheit zu garantieren;
  • die Behörden auffordern, eine umfassende und unabhängige Untersuchung zu der Morddrohung vom 30. Mai 2008 einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
  • fordern, dass die Behörden wirksame Maßnahmen einleiten, um sich paramilitärischen Gruppierungen entgegenzustellen und sie aufzulösen sowie ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften zu unterbinden, wie es die Vereinten Nationen mehrfach empfohlen haben;
  • die Behörden auffordern, zusammen mit Menschenrechtlerinnen und -rechtlern einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln und umzusetzen, der ihre Sicherheit garantiert, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist, und diese Pläne zu veröffentlichen.

APPELLE AN

STAATSPRÄSIDENT
Señor Presidente +varo Uribe Vélez
Presidente de la República, Palacio de Nariño, Carrera 8 No.7-2, Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Uribe)
Fax: (00 57) 1 337 5890, (00 57) 1 342 0592
Vizepräsident
Dr. Francisco Santos Calderón
Vicepresidencia, Carrera 8A No 7-27, Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Vicepresidente Santos)
Fax: (00 57) 1 565 7682 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: "me da tono de fax por favor")

Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana
Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación, Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4, Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (nach spanischer Ansage 2017 eingeben)

Bürgermeister von Medellin
Alonso Salazar Jaramillo
Alcaldía de Medellín
Calle 44 N 52 - 165
Centro Administrativo la Alpujarra - Palacio Municipal, Medellín, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Estimado Sr. Alcalde/Dear Mr Salazar
Fax: (00 57) 4 3811852

KOPIEN AN:

Aussenminister
Sr. Fernando Araújo Perdomo
Ministerio de Relaciones Exteriores
Calle 10 No 5-51, Palacio de San Carlos, Bogotá, KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 562 7822

Menschenrechtsorganisation
La Red Juvenil de Medellín

Calle 47 # 47 - 53, Medellín, Antioquia, KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. August 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:

  • expressing concern for the safety of members of the Red Juvenil de Medellín, who received an email death threat from the Aguilas Negras paramilitary organization on 30 May;
  • urging the authorities to ensure that all measures deemed appropriate by those threatened on 30 May are taken to guarantee their safety;
  • calling on them to order full and impartial investigations into the 30 May death threat, publish the results and bring those responsible to justice;
  • calling on them to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups and investigate and break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations;
  • calling on the authorities to produce policy and plans, in conjunction with human rights defenders, to guarantee their safety according to the principles of the United Nations Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms, and to make these plans public.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/579545716CD82D71C125747A0050514b?open

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03.07.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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