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Urgent Action
UA-Nr: UA-182/2008
AI-Index: AMR 41/028/2008
Datum: 25.06.2008
MORDDROHUNGEN
Mexiko
Jorge Aragón Martínez, Lehrer und politisch engagierter Bürger
sein 19-jähriger Sohn
Der Sohn des politischen Aktivisten Jorge Aragón Martínez hat nach einer Demonstration, die sich Gegen den Besuch des Gouverneurs des Bundesstaates Oaxaca in ihrer Gemeinde richtete und die er zusammen mit seinem Vater besucht hatte, Morddrohungen erhalten.
Jorge Aragón Martínez gehört zu der Gruppe "Consejo Político de la Asamblea Comunitaria de Zaáchila", die den lokalen Behörden und der Regierung des Bundesstaates kritisch gegenübersteht. Die Gruppe ist der Meinung, dass die Behördenvertreter korrupt sind und ihnen die demokratische Legitimierung fehlt.
Als man den Gouverneur des Bundesstaates Ulíses Ruiz Ortíz zu einem Besuch in dem Ort Villa de Zaáchila in der Nähe von Oaxaca, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, erwartete, blockierte eine Gruppe von Protes=tierenden mit Reifen und Steinen die Straßen zum zentralen Dorfplatz, auf dem die Veranstaltung mit ihm statt=finden sollte. Laut Angaben einer örtlichen Menschenrechtsorganisation griffen der Bürgermeister (Presidente Municipal) und andere Behördenvertreter mit Unterstützung der städtischen Polizei und Anhängern der Lokal=regierung die Protestierenden an, die daraufhin mit Steinen warfen, um sich zu verteidigen. Einer der Demonst=ranten filmte, wie der Bruder des Bürgermeisters und sein Vater mit Pistolen in die Menge schossen. Dabei verfehlten sie nur knapp einen Teilnehmer der Protestkundgebung, mehrere andere wurden geschlagen, und einer musste mit einem Nasenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach Kenntnis von Amnesty International haben weder die bundesstaatlichen noch die städtischen Behörden bislang strafrechtliche Maßnahmen bezüglich des Schusswaffengebrauchs eingeleitet.
Am 21. Juni 2008 erhielt Jorge Aragón Martínez, der an der Demonstration teilgenommen hatte, zwei SMS, in denen er und sein Sohn mit dem Tode bedroht wurden. In einer der Textnachrichten hieß es: "Die Zuliks haben jemanden aus Sola beauftragt, deinen Sohn zu töten ... und sie wollen, dass es mit einem AK-47-Gewehr geschieht". Angehörige der Familie Zulik waren bei den Angriffen gegen die Demonstranten anwesend und die Drohung ist offenbar eine Vergeltung dafür, dass einer von ihnen von einem Stein getroffen wurde. Am 24. Juni 2008 fotografierte ein Behördenvertreter Jorge Aragón Martínez, als dieser die Schule verließ, in der er unterrich=tet.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die Behörden des Bundesstaates Oaxaca gehen häufig mit exzessiver Gewalt vor, wenn sie Demonstrati=onen gegen den umstrittenen Gouverneur des Bundesstaates auflösen. Dabei sind bereits mehrere Personen getötet worden. Die Verantwortlichen wurden bislang jedoch nicht zur Verantwortung gezogen.
EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte E-Mails, Faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
- die Behörden auffordern, Jorge Aragón Martínez und seinen Sohn, die am 20. Juni 2008 an einer Demonstra=tion in Villa de Zaáchila teilgenommen haben, und die übrigen Mitglieder der Familie entsprechend ihren Wünschen angemessen zu schützen;
- fordern, dass umgehend eine unparteiische Untersuchung der Drohungen eingeleitet wird, die Jorge Aragón Martínez per SMS erhalten hat, und dass die Verantwortlichen ermittelt und vor Gericht gestellt werden;
- die Behörden auffordern, eine Untersuchung der Unruhen in Villa de Zaáchila vom 20. Juni 2008 einzuleiten und alle, die an Menschenrechtsverletzungen beteiligt gewesen sein sollen, darunter auch diejenigen, die Schusswaffen eingesetzt haben, vor Gericht zu stellen.
APPELLE AN
Innenminister
Lic.Juan Camilo Mouriño Terrazo
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario / Dear Minister
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario ät segob.gob.mx
Gouverneur des Bundesstaates Oaxaca
Lic. Ulíses Ruiz Ortíz
Gobernador del Estado de Oaxaca
Carretera Oaxaca-Puerto +ngel, Km. 9.5,
Santa María Coyotepec, Oaxaca C.P. 71254,
Oaxaca, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador/Dear Governor)
Fax: (00 52) 951 502 0530 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: "me da tono de fax, por favor")
E-Mail: gobernador ät oaxaca.gob.mx
Staatsanwalt des Bundesstaates Oaxaca
Lic. Evencio Nicolás Martínez Ramírez
Procurador General de Justicia del Estado de Oaxaca
Avenida Luis Echeverría s/n,
Col. La Experimental,
San Antonio de la Cal, Oaxaca C.P. 71236,
Oaxaca, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimado Procurador
Fax: (00 52) 951 511 5519
Staatliche Menschenrechtskommisssion von Oaxaca
Lic. Jaime Mario Pérez Jiménez
Presidente de la Comisión para la Defensa de los Derechos Humanos en Oaxaca (CDDHO)
Calle de los Derechos Humanos no. 210, Col. América, C.P. 68050, Oaxaca, MEXIKO
(korrekte Anrede : Dear President/Estimado Presidente)
Fax: (00 52) 951 503 0220 ("me da tono de fax, por favor")
E-Mail : correo ät cedhoax.org
KOPIEN AN:
Unabhängige Menschenrechtsorganisation
Comité 25 de Noviembre, Calzada de la Republica #209, Centro, Oaxaca, CP 68000, MEXICO
E-Mail: victoria_25noviembre ät yahoo.com.mx
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030 26 93 23-700
E-Mail: mail ät embamexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. August 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:
- calling on the authorities to provide adequate protection for Jorge Aragón Martínez who took part in the protests on 20 June in Villa de Zaáchila, and his family, in accordance with their wishes;
- urging the authorities to carry out a swift and impartial investigation into the text message death threats received by Jorge Aragón Martínez and to bring those responsible to justice;
- calling on them to conduct an investigation into the disturbances in Villa de Zaáchila on 20 June and for anyone implicated in human rights violations to be brought to justice, including those responsible for shooting on protestors.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/3AE3BEA3691AB76FC125747A004F11e7?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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