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Urgent action: Peru: Morddrohungen / Sorge um Sicherheit

Urgent Action

UA-Nr: UA-174/2008
AI-Index: AMR 46/006/2008
Datum: 18.06.2008

MORDDROHUNGEN / SORGE UM SICHERHEIT

Peru

Herr Juan Fidel Zamudio Bocángel
Frau Gisela Bocángel, die Mutter von Juan Fidel Zamudio Bocángel sowie die übrige Familie

Juan Fidel Zamudio Bocángel, den die Polizei 2005 gefoltert hatte, wurde am 12. Juni 2008 durch Schüsse schwer verwundet. Im Februar 2008 wurde ein Polizist wegen der Folter im Jahr 2005 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Amnesty International glaubt, dass Juan Zamudio Bocángel aus diesem Grund angeschossen wurde. Seine Familie und er sind in großer Gefahr.

Im Februar 2005 war Juan Zamudio Bocángel, nachdem er seinen Geburtstag gefeiert hatte, sehr betrunken auf dem Weg nach Hause. Er fiel dabei gegen das Fenster einer Polizeiwache, das dadurch zerbrach. Daraufhin holten ihn Polizisten in die Wache und schlugen ihn brutal zusammen. Im Juli 2005 wurden Ermittlungen zu diesem Vorfall aufgenommen, die am 15. Februar 2008 mit der Verurteilung eines Beamten zu sieben Jahren Haft wegen Folterungen endeten.

Am 12. Juni 2008 um 17.30 Uhr war Juan Zamudio Bocángel zu Fuß von zuhause kommend unterwegs zu seinen Verwandten, als man aus einem fahrenden Auto auf ihn schoss. Er wurde an den Beinen getroffen und liegt nun im Krankenhaus, um operiert zu werden. Dies ist bereits das zweite Mal, dass Männer versuchen, ihn umzubringen: Im April 2006, als die Ermittlungen gegen den Polizisten bereits liefen, wurde er in den Rücken geschossen, als er vor drei Männern weglief, die gerade versucht hatten, ihn in ihren Wagen zu zerren.

Die Mutter von Juan Zamudio Bocángel, Gisela Bocángel, hat zahlreiche Morddrohungen erhalten. Am 22. Dezember 2006 hörte sie mehrere Männer laut Obszönitäten vor ihrem Haus ausstoßen und öffnete die Tür, um herauszufinden, worum es sich handelte. Sie sah sich zwei Männern gegenüber, die ihr sinngemäß zuriefen, sie sollten die Anzeige fallen lassen und nicht vor Gericht erscheinen ("dejen el caso, no se presenten al juicio"). Laut dem Anwalt von Juan Zamudio Bocángel erhielt Gisela Bocángel am 10. Mai 2007 zudem sechs Drohungen per SMS gegen sie und ihren Mann. Zwei davon lauteten: "Dein Mann und du, ihr werdet sterben, passt bloß auf!" ("Te vas a morir tú y tu marido cuídense las espaldas"). "Du wirst schon bald wissen, wer ich bin, du Schlampe, du stirbst bald!" ("Muy pronto sabras, quién soy. Eres una puta y te vas a morir")

Im April 2006 bat Juan Zamudio Bocángel um Polizeischutz für sich und seine Familie, der ihm auch gewährt wurde, doch er beschrieb ihn als unzureichend. Die Familie erhielt weitere Drohungen, deshalb wandten sie sich im Januar 2007 an die Interamerikanische Menschenrechtskommission (IACHR) um Hilfe. Im Mai 2007 forderte die IACHR die entsprechenden Behörden in Peru auf, die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz von Juan Zamudio Bocángel und seiner Familie zu ergreifen und ihr zu bestätigen, dass die Maßnahmen wirksam umgesetzt würden. In der Folge willigte der Nationale Strafgerichtshof (Sala Penal Nacional) ein, den Polizeischutz für die Familie beizubehalten, darunter auch eine 24-stündige Wache vor dem Haus der Familie.

EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Juan Zamudio Bocángel, der am 12. Juni 2008 angeschossen wurde, und seiner Mutter Gisela Bocángel sowie der übrigen Familie zum Ausdruck bringen;
  • die Behörden auffordern, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen und Angriffe gegen Juan Zamudio Bocángel und seine Familie einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
  • bei den Behörden darauf drängen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Juan Zamudio Bocángel und seine Familie in Übereinstimmung mit ihren Wünschen zu schützen und ihre Sicherheit zu garantieren.

APPELLE AN

Justizministerin
Dra. Rosario Fernández Figueroa
Ministra de Justicia
Ministerio de Justicia
Scipión LLona N° 350
Miraflores
Lima, PERU
(korrekte Anrede: Sra. Ministra)
Fax: (00 51) 1 422 3577
Innenminister
Economista Luis Alva Castro
Ministro del Interior
Ministerio del Interior
Plaza 30 de Agosto, s/n
Corpacs
San Isidro
Lima, PERU
(korrekte Anrede: Sr. Ministro)
Fax: (00 51) 1 225 7234

KOPIEN AN
unabhängige Menschenrechtsorganisation
Comisión de Derechos Humanos - COMISEDH
Av. Horacio Urteaga # 704
Jesús María
Lima, PERU
Fax: 00 51 1 423 3876
E-Mail: gcampos ät amauta.rcp.net.pe

Botschaft der Republik Peru
S.E. Herrn Augusto Federico Kauffmann Doig
Mohrenstr. 42, 10117 Berlin
Fax: 030-2064 1077
E-Mail: embajada-peru ät embaperu.de oder botschaft-peru ät botschaft-peru.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 30. Juli 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:

  • expressing concern For the safety of Juan Zamudio Bocángel, who was shot on 12 June, his mother Gisela Bocángel and their family;
  • calling on the authorities to order an immediate, thorough and independent investigation into the threats and attacks against Juan Zamudio Bocángel and his family, publish the results and bring those responsible to justice;
  • urging the authorities to take the necessary steps to protect and guarantee the safety of Juan Zamudio Bocángel and his family in accordance with their wishes.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/AD42311BC7449F5EC125747400517C6b?open

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27.06.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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