Nadeshda
Forum: cl.menschenrechte.amerika
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>

Urgent action: Honduras: Morddrohungen

Urgent Action

UA-Nr: UA-170/2008
AI-Index: AMR 37/001/2008
Datum: 17.06.2008

MORDDROHUNGEN
Honduras
Herr Santos Feliciano Aguilar +lvares, Angehöriger der Gemeinschaft der Garífuna von San Juan und weitere Angehörige und führende Vertreter der Gemeinschaft der Garífuna

Santos Feliciano Aguilar +lvares wurde am 5. Juni 2008 von bis zu zehn Männern entführt, geschlagen und mit dem Tod bedroht. Die Männer sollen private Sicherheitsleute einer in San Juan ansässigen Immobilienfirma sein. Santos Feliciano Aguilar +lvares gehört zur afro-honduranischen Gemeinschaft der Garífuna des Dorfes San Juan im Departement Atlántida im Norden von Honduras. Einige Stunden vor dem Vorfall hatte er an einer Versammlung der Gemeinschaft teilgenommen, der auch VertreterInnen der örtlichen Immobilienfirma beiwohnten. Er hatte ihnen dabei vorgeworfen, Druck auf die Garífuna auszuüben, damit sie ihr Land verkaufen.

Am 5. Juni 2008 gegen 9.30 Uhr umringten unbekannte Männer Santos Feliciano Aguilar +lvares, als er in der Umgebung des Dorfes San Juan eine Besorgung erledigte. Die Männer entführten Santos Aguilar, brachten ihn auf ein Gelände, das der Immobilienfirma gehört, und schlugen auf ihn ein. Während sie Santos Aguilar festhielten, beschuldigten sie ihn, für die führenden Gemeindemitglieder von Nuevo San Juan zu spionieren. Die Männer schüchterten Santos Aguilar ein, indem einer zu dem anderen sagte: "Wir bringen ihn um und beerdigen ihn gleich hier" (matémoslo y enterrémoslo aquí mismo).

Nachdem sie Santos Feliciano Aguilar +lvares geschlagen hatten, ließen sie ihn frei. Seine Verletzungen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Amnesty International geht davon aus, dass seine Sicherheit und die der anderen Angehörigen der Gemeinschaft der Garífuna bedroht ist.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Indigene Gemeinschaften und Gruppen afrikanischer Herkunft, wie die Gemeinschaft der Garífuna, unternehmen seit über zehn Jahren große Anstrengungen, um ihren Anspruch auf das Land geltend zu machen, auf dem sie seit Generationen leben. Ihr Land ist bei Unternehmen begehrt, die dort Ferienanlagen bauen wollen, wodurch die Garífuna aus ihren Siedlungsgebieten vertrieben würden. Im März und Juni 2006 wurde Jessica García, eine führende Angehörige der Garífuna, bedroht und mit vorgehaltener Pistole gezwungen, das Land der Gemeinschaft an andere zu überschreiben (siehe UA-219/06, 14. August 2006 und weitere Informationen). Im November 2005 wurde der gesamte Besitz eines weiteren führenden Vertreters der Garífuna, Wilfredo Guerrero, niedergebrannt. Zudem wurden drei junge Angehörige der Gemeinschaft 2006 umgebracht. Man hat deswegen Anklage gegen einige Polizisten erhoben.

EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Santos Feliciano Aguilar +lvares und weiteren Angehörigen der Gemeinschaft der Garífuna zum Ausdruck bringen;
  • die Behörden auffordern, die von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission geforderten Schutzmaßnahmen unverzüglich umzusetzen, um die Sicherheit der Gemeinschaft der Garífuna zu gewährleisten;
  • eine sofortige umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohung und des tätlichen Angriffs gegen Santos Feliciano Aguilar +lvares und der früheren Drohungen und tätlichen Angriffe gegen Angehörige der Gemeinschaft der Garífuna sowie Ermittlungen der Morde von 2006 fordern und darauf dringen, dass die Ergebnisse der Ermittlungen veröffentlicht und die Verantwortlichen ermittelt und vor Gericht gestellt werden;
  • die Behörden an die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern erinnern, in der festgeschrieben ist, dass Menschenrechtlerinnen und -rechtler ihrer legitimen Arbeit ohne Einschränkungen und Angst vor Repressalien nachgehen können;
  • die Behörden auffordern, umgehend wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um der Einschüchterung von indigenen Gemeinschaften ein Ende zu setzen.

APPELLE AN:
Staatspräsident
Manuel Zelaya
Presidente de la República de Honduras
Casa Presidencial
Boulevard Juan Pablo Segundo
Palacio José Cecilio del Valle
Tegucigalpa, HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear President / Estimado Sr. Presidente) Fax: (00 504) 235 7700

Minister für öffentliche Sicherheit
Coronel (R) Jorge Alberto Rodas Gamero
Ministro
Ministerio de Seguridad Pública
Cuartel Casa Mata
Tegucigalpa, HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Minister / Estimado Sr. Ministro)
Fax: (00 504) 220 1756

Sonderstaatsanwältin für ethnische Angelegenheiten
Licda. Jany del Cid
Fiscal Especial de las Etnias
Edificio Castillo Poujol, 4a Avda, Colonia Palmira, Boulevard Morazán Tegucigalpa, HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Madam / Estimada Sra. Fiscal Especial) Fax: (00 504) 221 5620 Durchwahl 2122 (nur zu Bürozeiten)

KOPIEN AN:
Lokale Menschenrechtsorganisation
Organización Fraternal Negra Hondureña, OFRANEH
Apdo. Postal 341
La Ceiba, Atlántida, HONDURAS
E-Mail: ofraneh ät yahoo.com

Botschaft der Republik Honduras
S.E. Herr Roberto Augusto Martinez Castañeda
Cuxhavener Straße 14, 10555 Berlin
Fax: 030-3974 9712
E-Mail: informacion ät embahonduras.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 29. Juli 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language: - expressing concern for the safety of Santos Feliciano Aguilar +lvares and that of other members of the Garífuna Community of San Juan; - urging the authorities to take immediate steps to implement the protection measures ordered by the Inter-American Commission on Human Rights to ensure the safety of the Garifuna community; - calling for a swift, thorough, and impartial investigation on the threat and attack against Santos Aguilar and previous threats, attacks, and killings of leaders and members of the Garífuna community, to make the results public and to bring those responsible to justice; - reminding the authorities that the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Liberties recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders and their right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals; - urging the authorities to take immediate measures to end the intimidation of indigenous people.

Quelle
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/6420DE4984313B0CC12574730057A298?open

--

NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34) http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur


26.06.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>
Forum: cl.menschenrechte.amerika