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Urgent action: Kolumbien: Sorge um Sicherheit / Morddrohungen

Urgent Action

UA-Nr: UA-167/2008
AI-Index: AMR 23/017//2008
Datum: 13.06.2008

SORGE UM SICHERHEIT / MORDDROHUNGEN

Kolumbien

Die MitarbeiterInnen des Radiosenders "Emisora Comunitaria Sarare FM Stéreo": Herr Isneldo González
Frau Élida Parra Alfonso
Herr Emiro Goyeneche Goyeneche
Herr Alexis Iván Rojas
Herr Deibys Pantoja Cerrerño
und weitere MitarbeiterInnen des Senders

Die MitarbeiterInnen des Rundfunksenders "Emisora Comunitaria Sarare FM Stéreo" haben in den vergangenen Wochen Morddrohungen erhalten und an die Eingangstür des Senders wurde ein paramilitärisches Graffiti gesprüht. Die MitarbeiterInnen sind in akuter Lebensgefahr.

"Sarare FM Stéreo" ist ein lokales Radio, das aus der Stadt Saravena im Department Arauca im Nordosten Kolumbiens sendet. Am 8. Mai 2008 erhielten die Angestellten Isneldo González (Mitglied der Menschenrechtsorganisation "Fundación de Derechos Humanos - Joel Sierra"), Élida Parra Alfonso, Emiro Goyeneche Goyeneche, Ismael Antonio Rodríguez, Alexis Iván Rojas und Deibys Pantoja Cerrerño eine gleichlautende Kurznachricht; allem Anschein nach kam sie von der paramilitärischen Organisation "Autodefensas Unidas de Colombia - AUC". Die Textnachricht lautete sinngemäß: "Zu deiner und der Sicherheit deiner Angehörigen solltest du dich nicht in Angelegenheiten einmischen, die das Radio nichts angehen. AUC Arauca".

Als die Angestellten des Radios am 28. Mai 2008 das neue Graffiti "AUC" an der Eingangstür ihres Gebäudes sahen, nahm ihre Angst noch zu.

Am 27. September 2007 hatten Angestellte des Radios zusammen mit Mitgliedern der Menschenrechtskommission des Kongresses an einer öffentlichen Veranstaltung teilgenommen, bei der Bürgerinnen und Bürger Menschenrechtsverletzungen und -verstöße im Department Arauca seitens der verschiedenen am bewaffneten Konflikt beteiligten Gruppierungen anprangerten.

Schon oft sind Journalistinnen und Menschenrechtsverteidiger, die Menschenrechtsverletzungen und -verstöße von Seiten der Sicherheitskräfte, deren paramilitärischen Verbündeten oder durch Guerillagruppen öffentlich anprangern oder für Gerechtigkeit in diesen Fällen eintreten, selbst von schweren Menschenrechtsverletzungen betroffen worden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN
In Kolumbiens bewaffnetem Konflikt werden JournalistInnen häufig von bewaffneten Gruppierungen bedroht oder umgebracht, da diese sie beschuldigen, mit ihren Feinden zusammenzuarbeiten.

Die armeenahen paramilitärischen Gruppen sollten eigentlich durch die Regierung demobilisiert worden sein. Doch die Drohungen gegen die Angestellten des Senders "Sarare FM Stéreo" verdeutlichen wieder einmal, dass die Paramilitärs trotz der vermeintlichen Waffenniederlegung nach wie vor in Arauca operieren.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Isneldo González, Élida Parra Alfonso, Emiro Goyeneche Goyeneche, Ismael Antonio Rodríguez, Alexis Iván Rojas, Deibys Pantoja Cerrerño und weitere Angestellte des Radiosenders Emisora Comunitaria Sarare FM Stéreo zum Ausdruck bringen, nachdem diese Morddrohungen erhalten haben;
  • die Behörden mit Nachdruck auffordern, alle Maßnahmen zu ergreifen, die die Betroffenen für notwendig halten, um ihre Sicherheit zu garantieren;
  • die Behörden auffordern, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen gegen Isneldo González, Élida Parra Alfonso, Emiro Goyeneche Goyeneche, Ismael Antonio Rodríguez, Alexis Iván Rojas, Deibys Pantoja Cerrerño und weitere Angestellte des Radiosenders "Emisora Comunitaria Sarare FM Stéreo" einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
  • die Behörden auffordern, Maßnahmen zu ergreifen, um den in der Gegend operierenden paramilitärischen Gruppierungen wirksam entgegenzutreten, sie zu demobilisieren und ihre Verbindungen mit den Sicherheitskräften zu unterbinden, wie es wiederholt von den Vereinten Nationen empfohlen worden ist.

APPELLE AN
Staatspräsident
Sr. Presidente +lvaro Uribe Vélez
Presidente de la República,
Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-2
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Uribe /
Excmo. Sr. Presidente Uribe)
Fax: (00 57) 1-337 5890 / (00 57) 1 342 0592

Gouverneur des Departments Arauca
Sr. Fredy Forero Requiniva, Gobernación de Arauca
Palacio de Gobierno Departamental, Carrera 20, 21-82,
Aracua, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Governor Forero/ Sr. Gobernador Forero) Fax (00 57) 7 885 3233
Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana
Fiscal General de la Nación,
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01)
Bloque C, Piso 4, Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal / Dear Mr Iguarán)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (sie werden auf Spanisch gebeten,
die Durchwahl 2017 einzugeben)

KOPIEN AN
unabhängige Menschenrechtsorganisation
Fundación de Derechos Humanos "Joel Sierra"
Carrera 16ª #28-49
Saravena
Arauca
KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. Juli 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:

  • expressing concern for the safety of Isneldo González, Élida Parra Alfonso, Emiro Goyeneche Goyeneche, Ismael Antonio Rodríguez, Alexis Iván Rojas, Deibys Pantoja Cerrerño and other employees of Sarare FM community radio station, following death threats against them;
  • urging the authorities to ensure that all measures deemed appropriate by these individuals are taken to guarantee their safety;
  • calling for full and impartial investigations into the reported death threats against Isneldo González, Élida Parra Alfonso, Emiro Goyeneche Goyeneche, Ismael Antonio Rodríguez, Alexis Iván Rojas, Deibys Pantoja Cerrerño and other employees of Sarare FM community radio station, with the results of the investigation made public and those responsible brought to justice;
  • calling on the authorities to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups operating in the region and to break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/86278A79BCEA106DC125746E0053D495?open

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21.06.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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