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Urgent Action
UA-Nr: UA-167/2007-1
AI-Index: AMR 41/026/2008
Datum: 28.05.2008
MORDDROHUNGEN
Weitere Informationen zu UA-167/07 (AMR 41/028/2007, 28. Juni 2007
Marisela Ortíz Rivera, Menschenrechtsverteidigerin
Norma Andrade, Menschenrechtsverteidigerin
María luisa García Andrade, Menschenrechtsverteidigerin
weitere Mitglieder der Frauenrechtsorganisation Nuestras Hijas de Regreso a Casa ("Unsere Töchter kehren heim")
Mitglieder einer Organisation, die sich für die Aufklärung von Frauenmorden und -entführungen in Ciudad Juárez im Bundesstaat Chihuahua einsetzen, haben offenbar in Verbindung mit dem Anlaufen des Films "Bordertown", der vor dem Hintergrund der Geschichten der ermordeten Frauen spielt, Morddrohungen erhalten. Die Mitglieder von "Nuestras Hijas de Regreso a Casa" unterstützen den Film, da er die Frauenmorde in Ciudad Juárez ins Bewusstsein der Menschen rücken soll.
Am 25. Mai 2008 erhielten Mitglieder von "Nuestras Hijas de Regreso a Casa" eine E-Mail, in der man sie beschuldigt, von dem Film zu profitieren, und sie und ihre Töchter mit groben Worten beschimpft und mit dem Tode bedroht. Der Text lautete im Original: "Pinchis biejas kuleras con tal de aserse famosas ya dieron las nalgas con la pelicula Bordertaun. No sigan robando a las madres que meresen ayuda, largense de Juaritos si nno les gusta. Dejen en pas a los Juarenses que ya nos tienen asta la madre con sus pinchis kejas de mierda les bamos a dar asta por el culo, por pinchis chismosas y exajeradas. No se estranen ke un dia les cojan a sus hijas y se las regresen en pedasos. Las bamos a chingar dandoles donde mas les duela hijas de la mierda, prinsipalmente a la puta de Malu Garsia y la ipocrita de la Maricela. No se descuiden porke pronto tendran notisias desagradadbles.[sic]"
Am 16. Mai 2008 hatte der Film "Bordertown" in Ciudad Juárez Premiere. In den Tagen vor der Filmpremiere berichteten Mitglieder von "Nuestras Hijas de Regreso a Casa" Amnesty International, dass sie anonyme SMS erhielten, in denen man sie aufforderte, den Film nicht zu unterstützen, sie beschuldigte, aus der Situation einen finanziellen Vorteil zu ziehen und ihnen drohte, man würde gegen sie ermitteln und sie ins Gefängnis bringen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Seit 1993 sind in Ciudad Juárez und der Stadt Chihuahua über 430 Frauen und Mädchen ermordet worden. In etwa 30 Prozent der Fälle waren die Morde mit Formen sexueller Gewalt verbunden. Im Jahr 2003 veröffentlichte Amnesty International den Bericht "Mexico: Intolerable killings" (einsehbar auch im Internet unter http://www.amnesty.org/en/report/info/AMR41/026/2003), in dem das Muster der Gewalt gegen Frauen in diesen beiden Städten und das systematische Versagen der Behörden bei der Bestrafung der Täter und der Verhinderung weiterer Morde beleuchtet wurden. Die Regierung des Bundesstaates Chihuahua leitete zwar einige Maßnahmen ein, um die Ermittlungen zu verbessern, aber in zahlreichen Fällen sind die Täter nicht vor Gericht gestellt worden, und auch diejenigen, die den systematischen Misserfolg der Ermittlungen zu verantworten haben, werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Über mehr als 30 entführte Frauen ist nichts weiter bekannt. 2008 sind bereits mindestens 17 Frauen ermordet worden. Organisationen wie "Nuestras Hijas" setzen sich engagiert dafür ein, dass die Entführungs- und Mordfälle in Ciudad Juárez restlos aufgeklärt und die Täter vor Gericht gestellt werden. Sie haben mehrere Fälle bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission präsentiert. Menschenrechtsorganisationen, die sich dieses Themas angenommen haben, ist wiederholt vorgeworfen worden, dem Ansehen der Stadt Ciudad Juárez zu schaden. Darüber hinaus wurden sie bereits mehrmals bedroht und angegriffen, die Täter wurden jedoch noch nie vor Gericht gestellt.
EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte E-Mails, Faxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
- Ihre Sorge über die Drohungen gegen Marisela Ortíz Rivera, María Luisa García Andrade, Norma Andrade und weitere Mitglieder von "Nuestras Hijas de Regreso a Casa" ausdrücken;
- die Behörden auffordern, in Absprache mit den bedrohten Frauen geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die gefährdeten Frauen zu schützen;
- die Behörden drängen, eine umfassende und unparteiische Untersuchung durchzuführen, um die Verantwortlichen der Drohungen, die Mitglieder von "Nuestras Hijas de Regreso a Casa" per E-Mail und SMS erhalten haben, zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen;
- die Behörden auffordern, ihren Verpflichtungen aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern nachzukommen und das Recht von Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtlern anzuerkennen, ihre Aufgaben ohne Einschränkungen und Angst vor Repressalien wahrnehmen zu können.
APPELLE AN
Innenminister
Lic.Juan Camilo Mouriño Terrazzo
Secretario de Gobernación
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario / Dear Minister)
Fax: 00 52 55 5093 34-14/15/16 (für eine Empfangsbestätigung /17)
E-Mail: secretario ät segob.gob.mx
Gouverneur von Chihuahua
Lic. José Reyes Baeza Terraza
Gobernador del Estado de Chihuahua
Palacio de Gobierno, piso 1, C. Aldama #901
Col. Centro, Chihuahua, C.P. 31000
Estado de Chihuahua, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador)
Fax: (00 52) 614 429 3300 Durchwahl 11066
Staatsanwältin von Chihuahua
Patricia González Rodríguez
Procuradora del Estado de Chihuahua, Procuraduría General de Justicia del Estado,
Vicente Guerrero 616, Col. Centro, Chihuahua, C.P.31000,
Estado de Chihuahua, MEXIKO (korrekte Anrede: Señora Procuradora)
Fax: (00 52) 614 415 0314
KOPIEN AN
Sonderstaatsanwältin für Gewalt gegen Frauen
Dra. Guadalupe Morfin Otero
Fiscal Especial para la Atención de Delitos Relacionados con Actos de Violencia contra las Mujeres
Procuraduría General de la República, Rio Elba, No. 17, Col. Cuauhtemoc, Del. Cuauhtemoc,
México D.F, C.P. 06300, MEXIKO
Fax: 00 52 55 5346 2540
Email: atencionmujeres ät pgr.gob.mx
Frauenrechtsorganisation
Nuestras Hijas de Regreso a Casa
E-Mail: nuestrashijas ät gmail.com
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail ät embamexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. Juli 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
Please send appeals to arrive as quickly as possible, in SPANISH, English or your own language:
- expressing concern at the threats against Maricela Ortíz Rivera, María Luisa García Andrade, Norma Andrade and other members of Nuestras Hijas de Regreso a Casa;
- calling on the authorities to put in place adequate protection measures for those at risk, in accordance with their own wishes;
- urging the authorities to carry out a swift and impartial investigation to identify those responsible for the email and text message threats received by Nuestras Hijas de Regreso a Casa in recent weeks and to bring them to justice;
- calling on the authorities to fulfil their obligations under the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms, and ensure that human rights defenders have a right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/EF70DE29B925F9A2C12574600048ED2d?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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