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Urgent Action
UA-Nr: UA-270/2007-1
AI-Index: AMR 19/007/2008
Datum: 12.05.2008
FEAR FOR SAFETY
Weitere Informationen zu UA 270/07 (AMR 19/018/2007, 23. Oktober 2007)
Brasilien:
Etwa 50 indigene Familien der Guajajara
und getötet:
M. S., sechsjähriges Mädchen
Etwa 50 indigene Familien der Guajajara in dem abgelegenen Reservat Araribóia im Westen des Bundesstaates Maranh+o laufen Gefahr, von lokalen bewaffneten Männern angegriffen zu werden, die von illegalen Holzfällern und der örtlichen Bevölkerung, die die indigene Bevölkerung dort nicht haben wollen, angeheuert worden sein sollen.
Am 5. Mai 2008 fuhren zwei bewaffnete Männer auf einem Motorrad in das Dorf Anajá. Sie schossen in Richtung einer Familie. In dem Tumult wurde ein sechsjähriges Mädchen am Kopf getroffen und war sofort tot. Die Guajajara geben an, dass sich diese bewaffneten Männer auch unter den 15 Männern befanden, die am 15. Oktober 2007 Tomé Guajajara töteten und zwei weitere indigene Männer verletzten, als sie das Reservat überfielen.
Laut der örtlichen Nichtregierungsorganisation "Conselho Indigenista Missianário", CIMI, ermittelt die Bundespolizei zu dem Mord an dem sechsjährigen Mädchen. Doch für den Mord an Tomé Guajajara ist bislang niemand angeklagt worden. Die Guajajara haben kein Vertrauen in die brasilianische Justiz und zeigen Verbrechen nicht an, da sie Vergeltungsschläge befürchten, weil bisher keine Maßnahmen zu ihrem Schutz ergriffen worden sind. Die Guajajara sagen dazu Folgendes: "Wenn Indigene getötet werden, ist es so, als hätte man einen Hund getötet, denn es wird nichts dagegen unternommen" ("matar índios por aqui é igual matar um cachorro, pois n+o acontece nada").
Es kommt häufig zu Angriffen gegen die Gemeinschaft und viele indigene Familien sind von Gebieten in der Nähe der Straße, die die Grenze des Reservats bildet, geflohen, um mehr im Zentrum des Reservats zu leben, wo sie nicht so leicht zur Zielscheibe von Personen werden können, die aus Autos und von Motorrädern aus auf sie schießen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Das Reservat Araribóia, eines der ältesten Reservate für Indigene in Brasilien, umfasst ein 413 Hektar großes Gebiet und erstreckt sich über sechs Gemeinden des Bundesstaates Maranh+o. Seit Anfang der 1980er Jahre sind wiederholt illegale Holzfäller in die Region eingedrungen. Diese Einfälle haben zu gewalttätigen Konflikten mit der indigenen Bevölkerung geführt und der Umwelt durch Abholzung, Waldbrände und Entwässerung großen Schaden zugefügt. 90 Prozent des Guajajara-Landes sind inzwischen von Abholzungen, der Jagd und dem Vordringen von Menschen betroffen. Dies bedroht die Existenzgrundlage der indigenen Bevölkerung. Da der Staat dort wenig oder überhaupt nicht präsent ist, können die Holzfäller straffrei handeln, so haben sie Indigene bezahlt, um damit die Gemeinschaften zu spalten. Die Guajajara setzen sich öffentlich dafür ein, dass ihr Land neu abgesteckt wird, die Grenzen ihres Reservats geschützt werden und illegale Siedlerinnen und Siedler das Land verlassen müssen.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
- Ihre Sorge um die Sicherheit der Guajajara-Familien in dem Dorf Anajá im Bundesstaat Maranh+o ausdrücken, denen kurzfristig Gewalt droht;
- die Behörden auffordern, die Sicherheit dieser Familien in Übereinstimmung mit ihren Wünschen zu gewährleisten;
- darauf drängen, dass zu den Morden an M.S. und Tomé Guajajara sowie den Drohungen gegen die Guajajara umfassend und transparent ermittelt wird und sowohl die Täter als auch diejenigen, die diese Angriffe angeordnet haben, vor Gericht gestellt werden;
- Ihre Sorge über die wiederholte und anhaltende Drangsalierung und Einschüchterung sowie die Schädigung des Landes durch illegale Holzfäller ausdrücken;
- bei den Behörden darauf drängen, ihren verfassungsgemäßen und internationalen Verpflichtungen zum Erhalt der Unversehrtheit des Araribóia-Reservats nachzukommen und somit illegale Siedlerinnen und Siedler des Landes zu verweisen und die weitere Schädigung des Landes zu verhindern;
- um staatliche Präsenz und die Bereitstellung grundlegender Leistungen für die Guajajara und andere indigene Gruppen bitten, um ihnen zu ermöglichen, weiter im Reservat zu leben.
APPELLE AN:
Vorsitzender der Indigenenbehörde FUNAI
Exmo. Sr. Presidente Márcio Meira
SEPS Quadra 902/702 - Bloco. A
Ed. Lex - 3º Andar
70340-904 - Brasília/DF, BRASILIEN (korrekte Anrede: Exmo. Sr Presidente)
Telefax: (00 55) 61 3226 8782
Gouverneur des Bundesstaates Maranh+o
Exmo. Sr. Jackson Lago
Palácio dos LeSes,
Avenida Pedro Segundo,
s/n Centro 65010-904
S+o Luís /MA, BRASILIEN (korrekte Anrede: Exmo. Sr. Governador
KOPIEN AN:
Menschenrechtsbeauftragter im Außenministerium
Secretaria Especial de Direitos Humanos
Exmo. Secretário Especial, Sr. Paulo de Tarso Vannuchi
Esplanada dos Ministérios - Bloco "T" - 4º andar,
70.064-900 - Brasília/DF, BRASILIEN
Telefax: (00 55) 61 3226 7980
Lokale Nichtregierungsorganisation
Conselho Indigenista Missionário, (CIMI)
Rosimeire de Jesus Diniz Santos
Rua do Pespont+o, 99 - Centro
S+o Luis - MA - CEP 65010-460, BRASILIEN
Botschaft der Föderativen Republik Brasilien
S. E. Herrn Luiz Felipe De Seixas Corrêa
Wallstraße 57, 10179 Berlin
Telefax: 030-7262 8320 oder 030-7262 8321
E-Mail: brasil ät brasemberlim.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 23. Juni 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Portuguese, English or your own language:
- expressing concern for the safety of Guajajara families in the Anajá village in Maranh+o state who are under threat of imminent violence;
- calling on the authorities to guarantee the security of these families, according to their wishes;
- urging that the killings of M.S. and Tomé Guajajara and the threats against the Guajajara be fully and transparently investigated and those responsible for carrying out or ordering these attacks be brought to justice;
- expressing your concern at the continuing pattern of harassment and intimidation and land degradation by illegal loggers;
- urging the authorities to fulfil their constitutional and international obligations to maintain the integrity of the Araribóia reservation, expelling illegal settlers and preventing further land degradation.
- requesting a state presence and the provision of basic services for the Guajajara and other indigenous groups, to make their lives on the reservation viable.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/21681232E230A0CAC125744800495F25?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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