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Urgent action: Kolumbien: Sorge um Sicherheit / Morddrohungen

Urgent Action

UA-Nr: UA-115/2008
AI-Index: AMR 23/014/2008
Datum: 30.04.2008

SORGE UM SICHERHEIT / MORDDROHUNGEN

Kolumbien

Mitglieder der Stiftung für politische Gefangene FCSPP
Herr José Humberto Torres
Herr Príncipe Gabriel González
Frau Carolina Rubio
Frau María Cedeño
Herr Nicolás Castro
Herr Jesús Tovar, Mitglied des Gewerkschaftsverbands im Departement Atlántico Herr Javier Correa, Mitglied der Gewerkschaft SINALTRAINAL
Frau María Cardona, Mitglied des Menschenrechtskomitees (Comité Permanente de Derechos Humanos - CPDH) Frau Martha Cecilia Díaz, Vorsitzende der Gewerkschaft Asociación Santandereana de Servidores Públicos - ASTEDEMP Herr Nicanor Arciniegas, Mitglied von ASTDEMP
Weitere Mitglieder der CUT im Departement Santander und Mitglieder anderer Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften in den Departements Santander und Atlántico

Am 22. April 2008 erhielten Mitglieder des Gewerkschaftsverbandes (Central Unitaria de Trabajadores - CUT) im Departement Santander im Nordosten von Kolumbien schriftliche Morddrohungen einer paramilitärischen Gruppierung namens "Nueva Generación de +guilas Negras de Santander"). In der vom 18. April 2008 datierten Drohung wird davor gewarnt, am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, Demonstrationen durchzuführen. In dem Schreiben heißt es, " es gibt einen Trupp von Männern, der unsere Befehle ausführt, und unter den Dienern der Guerilla aufräumen wird". 17 Mitglieder von Menschenrechts- und Gewerkschaftsorganisationen werden namentlich als "militärische Ziele" bezeichnet, darunter auch die Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten Carolina Rubio, Príncipe Gabriel González und María Cardona sowie die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Martha Cecilia Díaz, Javier Correa und Nicanor Arciniegas.

Am 23. April 2008 erhielten José Humberto Torres, ein Anwalt der Stiftung Solidaritätskomitee für politische Gefangene (Fundación Comité de Solidaridad con los Presos Políticos - FCSPP) und Jesús Tovar, ein führendes Mitglied von CUT im Departement Atlántico an der Nordküste Kolumbiens per E-Mail Morddrohungen von einer Gruppierung namens "+guilas Negras al Rearme", die ihnen vorwirft, Guerillas zu sein. Weiter heißt es in der Nachricht: "Die Demobilisierung hat uns nicht geschwächt, im Gegenteil, sie hat uns neue Waffen gegeben - eine Kugel für euch. Der Hurensohn Jose Humberto soll sich vorsehen, da wir ihn fertig machen, wo auch immer wir ihn sehen." Zudem werden darin weitere Mitglieder von Menschenrechts- und Gewerkschaftsorganisationen gewarnt, sich zu Wort zu melden, und es heißt, die FCSPP-Mitglieder María Cedeño und Nicolás Castro gehörten zu den Personen, die man beobachte.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In dem seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt in Kolumbien werden Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und andere soziale Organisationen von Regierungsvertretern, Sicherheitskräften und Paramilitärs häufig als Guerillakollaborateure oder -unterstützer bezeichnet. Menschenrechtsverstöße finden häufig in Zeiten von Arbeitskämpfen statt und der 1. Mai ist ein Aktionstag der Gewerkschaftsbewegung. Im Jahr 2008 sind bereits 22 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter umgebracht worden, zuletzt Jesús Heberto Caballero Ariza. Er war Mitglied der Gewerkschaft für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes SENA in der Region Atlántico ("Sindicato de Empleados públicos del SENA" - SINDESENA). Man hatte ihn erst entführt, dann wurde am 17. April 2008 seine Leiche gefunden, offenbar hatte man ihn vor seinem Tod gefoltert. In den Monaten vor seiner Entführung soll er Morddrohungen erhalten haben.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie:

  • die Behörden auffordern, unter Einsatz aller Maßnahmen, die die Gefährdeten für angebracht halten, die Sicherheit von José Humberto Torres, Jesús Tovar, Javier Correa, Carolina Rubio, Príncipe Gabriel González, María Cedeño, Nicolás Castro, Martha Cecilia Díaz, Nicanor Arciniegas und anderer Mitglieder der CUT, sowie Gewerkschaften und der Menschenrechtsorganisationen CPDH und FCSPP in den Departements Santander und Atlántico zu garantieren;
  • die Behörden auffordern, eine umfassende und unabhängige Untersuchung zu den Morddrohungen vom 22. und 23. April 2008 einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
  • fordern, dass die Behörden wirksame Maßnahmen einleiten, gegen paramilitärische Gruppierungen vorzugehen und sie aufzulösen sowie ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften zu unterbinden, wie es die Vereinten Nationen mehrfach empfohlen haben;
  • die Behörden auffordern, zusammen mit Menschenrechtlerinnen und -rechtlern einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln und umzusetzen, der ihre Sicherheit garantiert, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist, und diese Pläne zu veröffentlichen.

APPELLE AN:

Staatspräsident
Sr. Presidente +lvaro Uribe Vélez
Presidente de la República, Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26 Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Uribe / Excmo. Sr. Presidente Uribe) Telefax: (00 57) 1-337 5890

Leiter des Regierungsprogramms für Menschenrechte und Internationales Völkerrecht Dr. Carlos Franco Echevarría
Director del Programa Presidencial de Derechos Humanos y Derecho Internacional Humanitario Vicepresidencia De La República De Colombia, Calle 7 No 6-54 Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Dr. Franco Echevarría/Estimado Dr. Franco Echevarría) Telefax: (0057) 1 565 9797

Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana
Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4 Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal / Dear Mr Iguarán)
Telefax: (00 57) 1 570 2000 (sie werden gebeten, die Durchwahl 2017 einzugeben)

KOPIEN AN:

Organisation für politische Gefangene
FCSPP
Calle 26 No. 4 A-45 piso 12 torre KLM,
Bogotá, D.C., KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125
E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. Juni 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language: - calling on the authorities to guarantee the safety of José Humberto Torres, Jesus Tovar, Javier Correa, Carolina Rubio, Príncipe Gabriel González, María Cedeño, Nicolás Castro, Martha Cecilia Díaz, Nicanor Arciniegas and other members of the CUT, other trade unions and human rights organizations, CPDH and FCSPP, in the Departments of Santander and Atlántico, using all measures deemed appropriate by those at risk; - calling for full and impartial investigations into the death threats received on 22 and 23 April, the results of which should be made public and those responsible brought to justice; - calling for decisive action to confront and dismantle paramilitary groups and investigate and break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations; - calling on the authorities to produce policy and plans, in conjunction with human rights defenders, to guarantee their safety according to the principles of the United Nations Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms, and to make these plans public.

Quelle
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/AA8BE3B80B1183E1C12574400057581c?open

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06.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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