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Urgent Action
UA-Nr: UA-113/2008
AI-Index: AMR 41/020/2008
Datum: 28.04.2008
SORGE UM SICHERHEIT
- Mexiko
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Herr Melchor López, Leiter von Radio Mixteca
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kommunalen Radios La voz que rompe el silencio und weiterer kommunaler Radiosender in der Region der Mixteken
Melchor López leitet den kleinen kommerziellen Radiosender Radio Mixteca in der Stadt Santiago Juxtlahuaca im südlichen Bundesstaat Oaxaca. Als er am 17. April 2008 die Arbeit verließ, folgten ihm Männer in einem weißen Jeep. Und am nächsten Morgen gaben Männer, die ebenfalls in einem weißen Jeep saßen, Schüsse auf sein Haus ab. Er musste daraufhin Schutz in Mexiko-Stadt suchen. Seit der Gründung des Radiosenders im April 2007 hat er von Personen, die den Sender für ihre eigenen politischen Interessen instrumentalisieren möchten, wiederholt Morddrohungen erhalten.
Zwei junge Frauen der indigenen Gemeinde der Triqui, die bei einem indigenen kommunalen Radiosender arbeiteten, wurden am 7. April 2008 erschossen, als sie im Auto nach San Juan Copala unweit der Stadt Santiago Juxtlahuaca fuhren. Die beiden Frauen, Felícitas Martínez und Teresa Bautista, arbeiteten für das indigene Kommunalradio La voz que rompe el silencio (Die Stimme, die das Schweigen bricht) in San Juan Copala, bei dem wiederholt Morddrohungen eingegangen sind, seit es Anfang 2008 auf Sendung ging. Die übrigen vier Personen, die für den Sender arbeiten, und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des technischen Dienstes des kommunalen Radionetzwerks, sind ebenfalls in Gefahr.
Wenige Tage nach den Morden an Felícitas Martínez und Teresa Bautista erklärte der Staatsanwalt von Oaxaca gegenüber Journalistinnen und Journalisten, dass die Frauen nicht das Ziel des Anschlags gewesen seien, gab dafür aber keine Begründung an. Die staatliche Menschenrechtskommission forderte die Regierung des Bundesstaates auf, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von La voz que rompe el silencio und ihre Familien zu schützen, dies ist bislang jedoch nicht erfolgt.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die Mixteca-Region in Oaxaca im südlichen Mexiko, insbesondere das Gebiet, in dem die Triqui leben, ist eine der ärmsten und konfliktreichsten Regionen Mexikos. Dort leben 15.000 triquisprachige Menschen. Über 1000 Angehörige dieser Gemeinde sind seit 1948 in politischen Auseinandersetzungen und Landkonflikten getötet worden. In der großen Mehrheit der Fälle wurden die Verantwortlichen nicht vor Gericht gestellt.
Im Januar 2007 stimmte die Stadt San Juan Copala, die seit jeher das kulturelle Zentrum der indigenen Gemeinschaft der Triqui ist, für die Einrichtung einer autonomen kommunalen Regierung. Sie soll unabhängig von den offiziellen kommunalen Behörden wie in den Nachbarstädten, z.B. Santiago Juxtlahuaca, arbeiten, welche die Funktionen der ursprünglichen Gemeindeverwaltung der Triqui 1948 übernommen hatten. Große Teile der Triquis beschuldigten die politischen Führer "Caciques", die mit den offiziellen Gemeindebehörden kooperieren, Spaltungen innerhalb der Gemeinde, der Klans und anderer gemeinschaftlicher Zusammenhänge sowie Gewalt in der Triqui-Region zu forcieren. "La voz que rompe el silencio" wurde gegründet, um die neue autonome Gemeindeverwaltung zu unterstützen, die örtliche Gemeinde mit Informationen zu versorgen und die Versöhnung zwischen den zurzeit gespaltenen Gruppen zu fördern.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte E-Mails, Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
-die Behörden auffordern, für die Sicherheit von Melchor López, dem Leiter von Radio Mixteca, zu sorgen;
- die Behörden auffordern, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Einschüchterungsversuche einzuleiten, die Melchor López am 17. und 18. April 2008 widerfuhren, und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
- Ihre Sorge um die Sicherheit derjenigen ausdrücken, die für das indigene lokale Radio La voz que rompe el silencio in San Juan Copala und andere örtliche Radiosender in der Mixteca-Region arbeiten, und die Behörden drängen, alles Notwendige zu tun, um sie in Absprache mit ihren Wünschen zu schützen;
- die Behörden auffordern, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Morde an Felícitas Martínez und Teresa Bautista einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
- die Behörden daran erinnern, dass es ihre Pflicht ist, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für die Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medienbereichs verantwortlich sind, zur Verantwortung gezogen werden, um zukünftige Angriffe zu verhindern und ein Klima zu schaffen, in dem Journalistinnen und Journalisten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ohne Angst vor Repressalien ausüben können.
APPELLE AN:
Innenminister
Lic. Juan Camilo Mouriño Terrazo
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Minister)
Telefax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario ät segob.gob.mx
Gouverneur des Bundesstaates Oaxaca
Lic. Ulises Ruiz Ortiz
Gobernador del Estado de Oaxaca
Carretera Oaxaca-Puerto Angel, Km. 9.5, Santa María Coyotepec
Oaxaca C.P. 71254, Oaxaca, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador/Dear Governor)
Telefax: (00 52) 951 517 8120
E-Mail: gobernador ät oaxaca.gob.mx
Generalstaatsanwalt of Oaxaca
Lic. Evencio Nicolás Martínez Ramírez
Procurador General de Justicia del Estado de Oaxaca
Avenida Luis Echeverría s/n, Col. La Experimental, San Antonio de la Cal
Oaxaca C.P. 71236, Oaxaca, MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Procurador /Dear Attorney General)
Telefax: (00 52) 951 511 5519
Vorsitzender der staatlichen Menschenrechtskommission
Dr. José Luis Soberanes Fernández, Presidente de la Comisión Nacional de Derechos Humanos,
Comisión Nacional de los Derechos Humanos, Edificio "Héctor Fix Zamudio", 6° piso
Blvd. Adolfo López Mateos n° 1922, Col. Tlacopac San +ngel, Del. +lvaro Obregón
México D.F., C.P. 01040, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Presidente/Dear President)
Telefax: (00 52) 55 5681 7199
KOPIEN AN:
Menschenrechtsorganisation
ARTICLE 19 Mexico
Medellín 33 Col. Roma
México D.F. 06140, MEXIKO
Zentrum für gemeinschaftliche Hilfe
Centro de Apoyo Comunitario Trabajando Unidos (CACTUS)
Jazmín No. 2 Colonia, Jardines del Sur
Oaxaca, Huajuapan de León 69007, MEXIKO
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Telefax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail ät embamexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. Juni 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:
- calling on the authorities to protect Melchor Lopez, director of Radio Mixteca in accordance with his wishes;
- calling on them to order a full, prompt and impartial investigation into the intimidation he suffered on 17 April and bring those responsible to justice;
- expressing concern for the safety of those working with the indigenous community radio station La voz que rompe el Silencio in San Juan Copala and other community radio stations in the Mixteca region, and urging the authorities to do everything necessary to protect them, in accordance with their own wishes;
- calling for a prompt, impartial and thorough investigation into the murder of Felícitas Martínez and Teresa Bautista, for the results to be published and for those responsible to be brought to justice;
- reminding the authorities that is is their duty to ensure those responsible for attacks on media workers are held to account in order to prevent future attacks and create a climate in which journalists can exercise their right to freedom of expression without fear of reprisal.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/9FC130B27811B977C125743A0049A453?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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