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Urgent action: Mexiko: Sorge um Sicherheit

Urgent Action

UA-Nr: UA-049/2008
AI-Index: AMR 41/005/2008
Datum: 22.02.2008

SORGE UM SICHERHEIT

Mexiko

Mitglieder der Indigenenorganisation OPIM:
Frau Inés Fernández Ortega
Herr Fortunato Prisciliano Sierra
Frau Obtilia Eugenia Manuel

getötet:

Herr Lorenzo Fernández Ortega

Lorenzo Fernández Ortega, ein führendes Mitglied der Indigenenorganisation OPIM (Organización del Pueblo Indígena Me Phaa) und Bruder von Inés Fernández Ortega, wurde am 9. Februar 2008 entführt und am nächsten Tag in Ayutla de los Libres im Bundesstaat Guerrero tot aufgefunden. Auch weitere Mitglieder der OPIM werden seit dem Tag der Entführung bedroht und eingeschüchtert. amnesty international ist um ihre Sicherheit tief besorgt.

Seit Mitte Januar arbeitete Lorenzo Fernández in der Gemeinde Ayutla, zweieinhalb Stunden von seinem Wohnort El Camalote entfernt. Wegen der Entfernung wohnte er mit anderen Arbeitskollegen im Lagerhaus seines Arbeitgebers in Ayutla. Zuletzt wurde Lorenzo Fernández am Nachmittag des 9. Februars 2008 in Ayutla von seinen Kollegen gesehen. Er kehrte in jener Nacht nicht zum Lagerhaus zurück. Seine Leiche wurde am Morgen des 10. Februars 2008 im Fluss von Ayutla gefunden und von der örtlichen Staatsanwaltschaft geborgen. Es gibt Anzeichen, dass er gefoltert worden war.

Vor Lorenzo Fernández' "Verschwinden" berichtete einer seiner Arbeitskollegen, dass am 6. Februar 2008 drei bewaffnete Männer in die Nähe des Lagerhauses kamen. Sie hatten eine Namensliste bei sich und fragten ihn, ob er Lorenzo Fernández kenne. Als Lorenzo Fernández' Kollege antwortete, dass er ihn nicht kenne, gingen die Männer fort. Zudem hatte Lorenzo Fernández Mitte Januar seiner Schwester Inés Fernández Ortega und ihrem Ehemann Fortunato Prisciliano Sierra gesagt, dass er sich um seine eigene Sicherheit und die der anderen Mitglieder der OPIM sorge, da unbekannte Männer zu ihm gekommen seien und ihm Fragen über die Organisation und ihre Arbeit gestellt hätten. Am 6. Februar 2008 äußerte er wiederholt, dass er sich Sorgen um das OPIM-Mitglied Obtilia Eugenio Manuel mache.

Als Mitglied der OPIM hatte Lorenzo Fernández sich für die 14 Männer des indigenen Volkes der Me Phaa eingesetzt, die 1998 zwangssterilisiert worden sein sollen, sowie für seine Schwester Inés Fernández Ortega, eine indigene Frau der Me Phaa, die 2002 von Soldaten vergewaltigt wurde.

Obtilia Eugenia Manuel, ein weiteres führendes Mitglied der OPIM, die seit 2004 bedroht wird und Schutzmaßnahmen von der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte erhält, bekam am 9. Februar 2008 einen Drohanruf. Eine weibliche Stimme sagte: "Ich weiß, dass du Obtilia bist, du solltest besser deine Leute beruhigen, das solltest du tun, denn meine Leute beobachten dich" (Sé que tu eres Obtilia, es mejor que calmes ya a tu gente, más vale que lo hagas porque ya está allá mi gente vigilandote).

Seit dem Tod ihres Bruders erhielten auch Inés Fernández Ortega und ihr Ehemann Fortunato Prisciliano Sierra Telefonanrufe, bei denen niemand sprach.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Mitglieder der OPIM setzen sich bei einer Reihe von Menschenrechtsverletzungen für Gerechtigkeit ein, dazu gehören die Vergewaltigungen von Inés Fernández Ortega und Valentina Rosendo Cantú durch Soldaten sowie die Zwangssterilisation von 14 indigenen Männern im Jahr 1998. amnesty international dokumentierte die Angriffe und Bedrohungen einiger Mitglieder der Organisation, darunter Inés Fernandez und Fortunato Prisciliano (UA 33/03, AMR 41/004/2003, 3. Februar 2003 und UA 209/07, AMR 41/050/2007, 14. August 2007) und Obtilia Eugenio Manuel (UA 07/05 AMR 41/001/2005, 12. Januar 2005). Siehe auch ai-Bericht Mexico: Indigenous Women and Military Injustice (AMR 41/033/2004, November 2004).

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, E-Mails oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge ausdrücken über die Folterung und Ermordung des OPIM-Aktivisten Lorenzo Fernández Ortega zwischen dem 9. und 10. Februar 2008 in Ayutla de los Libres;
  • fordern, dass umgehend eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Ermordung eingeleitet wird und dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;
  • Ihre Sorge um die Sicherheit der OPIM-Mitglieder Inés Fernández, Fortunato Prisciliano und Obtilia Eugenio Manuel ausdrücken;
  • umgehend eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Drohungen fordern, die sie erhielten;
  • die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass Fortunato Prisciliano, seine Ehefrau Inés Fernández und Obtilia Eugenio Manuel angemessene Schutzmaßnahmen erhalten, damit ihre Sicherheit in Absprache mit ihren Anliegen und gemäß den Empfehlungen der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte garantiert wird;
  • die Behörden daran erinnern, dass die UN-Erklärung für den Schutz von Menschenrechtsverteidigern die Legitimität der Aktivitäten von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern anerkennt, sowie ihr Recht, ihre Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Vergeltung durchzuführen.

APPELLE AN:

Gouverneur des Bundesstaates Guerrero
Lic. Zeferino Torreblanca Galindo
Gobernador del Estado de Guerrero
Palacio de Gobierno, Edificio Centro, piso 2, Ciudad de los Servicios CP 39075, Chilpancingo, Guerrero, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador / Dear Governor)
Telefax: (00 52) 747 471 9956
E-mail: gobernador ät guerrero.gob.mx

Staatsanwalt des Bundesstaates Guerrero
Lic. Eduardo Murueta Urrutia, Procurador del Estado de Guerrero Carretera Nacional México-Acapulco Km. 6+300
Tramo Chilpancingo-Petaquillos
Chilpancingo 39090
Guerrero, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney / Señor Procurador)
Telefax: (00 52) 747 472 2328
E-Mail: cprocurador ät pgjgro.gob.mx

Präsident der Menschenrechtskomission des Bundesstaates Guerrero Lic. Juan Alarcón Hernández
Presidente de la Comisión de Defensa de los Derechos Humanos del Estado de Guerrero (Coddehum) Avda. Juárez, Esq. Galo Soberón y Parra, Col. Centro, 39000 Chilpancingo, Guerrero, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear President / Señor Presidente)
Telefax: (00 52) 747 471 2190 (Sollte jemand abheben, sagen Sie: "me da tono de fax, por favor") E-mail: coddehum ät prodigy.net.mx

KOPIEN AN:

Menschenrechtsorganisation
Centro de Derechos Humanos de la Montaña "Tlachinollan" AC. Calle Mina, no. 77, Col. Centro
Tlapa de Comonfort
C.P. 41304, Guerrero, MEXIKO

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
E-Mail: mail ät embamexale.de
Telefax: 030-26 93 23-700

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 4. April 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language: - expressing concern at the torture and killing of OPIM activist Lorenzo Fernández Ortega in Ayutla de los Libre between 9 and 10 February 2008; - calling for a full, prompt and impartial investigation into the killing and for those responsible to be brought to justice; - expressing concern for the safety of OPIM members Inés Fernández, Fortunato Prisciliano and Obtilia Eugenio Manuel; - calling for a full, prompt and impartial investigation into the threats suffered by them; - calling on the authorities to ensure that Fortunato Prisciliano, his wife Inés Fernández, and Obtilia Eugenio Manuel receive adequate protection measures to guarantee their safety in accordance with their wishes and the recommendations of the Inter- American Commission for Human Rights; - reminding the authorities that the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Liberties recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders and their right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals.

Quelle
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/AA6D6E54A8E9AC47C12573FA00469792?open

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26.02.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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