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Urgent action: Kolumbien: Morddrohungen

Urgent Action

UA-Nr: UA-256/2007-2
AI-Index: AMR 23/006/2008
Datum: 19.02.2008

MORDDROHUNGEN

Weitere Informationen zu UA 256/07 (AMR 23/036/2007, 5. Oktober 2007 und AMR 23/044/2007, 13. Dezember 2007)

Kolumbien

Javier Correa, Vorsitzender der Gewerkschaft SINALTRAINAL
José Domingo Flores, Leitung des SINALTRAINAL-Büros in Santander Luis Eduardo García, Leitung des SINALTRAINAL-Büros in Santander ihre Familienangehörigen
weitere Mitglieder von SINALTRAINAL

amnesty international ist sehr in Sorge um die Sicherheit der SINALTRAINAL-Sprecher Javier Correa, José Domingo Flores und Luis Eduardo García, nachdem sie kürzlich Morddrohungen erhalten haben.

José Domingo Flores soll am 12. Februar 2008 unter seiner Privatadresse in Bucaramanga im Departement Santander einen Brief mit Morddrohungen von der paramilitärische Gruppe "Frente Aguilas Negras" erhalten haben.

In dem Brief wurden die Gewerkschaftsführer als Terroristen beschimpft und erklärt, sie müssten nun die Konsequenzen dafür tragen, dass sie der vorherigen Anweisung der Paramilitärs nicht Folge geleistet hätten, die Stadt zu verlassen. Die Konsequenzen seien grausam und würden mit den Familienangehörigen beginnen (terroristas hijueputas como no obedecieron nuestra orden de salir de Santander ahora atenganse a las consecuencias que van hacer muy infrahumanas empezaremos con sus familias). Es hieß weiter, Javier Correa, José Domingo Flores und Luis Eduardo García würden von den Paramilitärs überwacht.

Um etwa 19.45 Uhr des selben Tages soll Luis Eduardo García in der Nähe des Hauses von José Domingo Flores von zwei Männern auf einem Motorrad angehalten worden sein. Die Männer erklärten: "Nun stirbst du, du Scheiß-Gewerkschafter" (ahora si que te vas a morir sindicalista hijoeputa).

Am 13. Februar 2008 erhielt José Domingo Flores eine weitere Morddrohung. Diesmal wurde der Brief im Nachbarhaus hinterlassen mit der Anweisung, dass er dem Besitzer eines grünen Mitsubishi - einen solchen Wagen fährt José Domingo Flores - ausgehändigt werden sollte. In dem Brief wird José Domingo Flores eine Frist von acht Tagen gegeben, um die Gegend zu verlassen. Weiter stand darin, dass er eine sehr nette Tochter habe und man sie mal mitnehmen würde (tiene 8 días de plazo para que se vaya, su hija esta buenona y le vamos a hacer la vuelta).

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • die Behörden auffordern, in Absprache mit Javier Correa, José Domingo Flores, Luis García, ihren Familien und weiteren Mitgliedern von SINALTRAINAL wirksame Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Gewerkschafter und deren Familien zu ergreifen;
  • fordern, dass umfassende und unabhängige Untersuchungen der Morddrohungen gegen Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL eingeleitet und deren Ergebnisse veröffentlicht werden, mit dem Ziel, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
  • fordern, dass die Behörden wirksame Maßnahmen einleiten, um die in der Region operierenden paramilitärischen Gruppierungen aufzulösen und ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften zu kappen, wie es die Vereinten Nationen mehrfach angemahnt haben;
  • die Regierung auffordern, die Empfehlungen der ILO vollständig umzusetzen, um die Sicherheit von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern zu garantieren, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um der Straffreiheit bei Menschenrechtsverstößen gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zu beenden und sicherzustellen, dass das Büro des ständigen Vertreters der ILO in Kolumbien mit ausreichenden Mitteln ausgestattet ist, um dem Mandat wirksam nachzukommen;
  • die Behörden auffordern, die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern umzusetzen, welche die Legitimität der Arbeit von Menschenrechtlerinnen und -rechtlern (einschließlich Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern) und ihr Recht anerkennt, ihre Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien fortzusetzen.

APPELLE AN:

Vizepräsident
Dr. Francisco Santos Calderón
Vicepresidente de la República de Colombia, Vicepresidencia Carrera 8A No 7-27, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Vicepresidente Santos)
Telefax: (00 57) 1 444 2158 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: "Me da tono de fax, por favor")

Gesundheits-, Arbeits- und Sozialminister
Sr. Diego Palacio Betancourt
Ministro de Protección Social, Ministerio de Protección Social, Ministerio de Salud Carrera 13 No 32-76, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Sr. Ministro)
Telefax: (00 57) 1 330 5050

Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana,
Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación, Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4 Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal)
Telefax: (00 57) 1 570 2000 (Sie werden auf Spanisch aufgefordert, die Durchwahl 2017 einzugeben)

KOPIEN AN:

Gewerkschaft
SINALTRAINAL
Carrera 15 No. 35-18
Barrio Teusaquillo
Bogotá, KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125
E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. April 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:

  • urging the authorities to protect José Domingo Flores , Luis García, Javier Correa, their families, and other members of SINALTRAINAL, in accordance with the wishes of those at risk;
  • calling on them to order full and impartial investigations into the death threats against SINALTRAINAL members, to publish the results and bring all those responsible to justice;
  • calling on the authorities to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups operating in the region and to break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations;
  • calling on the government to fully implement recommendations made by the ILO to guarantee the safety of trade unionists, to take decisive action to end impunity in cases of human rights abuses against trade unionists, and to ensure that the office of the ILO's permanent representative in Colombia is sufficiently resourced so that it can effectively fulfil its mandate;
  • calling on the authorities to fully apply the UN Declaration on the Right and Responsibility of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms, which recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders (including trade unionists) and protects their right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/8C3B3C860AC5AE8DC12573F5005A9F49?open

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21.02.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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