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Urgent Action
UA-Nr: UA-031/2008
AI-Index: AMR 41/003/2008
Datum: 01.02.2008
SORGE UM SICHERHEIT
- Mexiko
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Adriana Sarmiento Enriquez, 15 Jahre, Schülerin
Am 18. Januar 2008 ist die 15-jährige Adriana Sarmiento Enriquez in Ciudad Juárez im Bundesstaat Chihuahua "verschwunden". amnesty international befürchtet, dass sie entführt wurde. Sie schwebt in Lebensgefahr, da in den letzten 15 Jahren Hunderte Frauen und Mädchen in Ciudad Juárez ermordet wurden. In einer Reihe von Fällen haben die Behörden nicht angemessen schnell auf Berichte "verschwundener" Frauen und Mädchen reagiert.
Adriana Sarmiento Enriquez wurde von ihren Freundinnen und Freunden am 18. Januar 2008 zum letzten Mal gesehen, als sie den Bus von der Schule, die in der Nähe des Zentrums von Ciudad Juárez liegt, nach Hause nahm. Ihre Familie hat den Behörden ihr "Verschwinden" gemeldet. Frauenorganisationen, Freundinnen, Freunde und Verwandte haben Flugblätter verteilt, auf denen sie mögliche Zeuginnen und Zeugen bitten, sich zu melden.
Am 27. Januar 2008 demonstrierten ihre Schulfreundinnen und -freunde, für ein größeres Engagement der Behörden bei dem Versuch, Adriana Sarmiento zu finden. Zwei Schülerinnen der selben Schule wurden bereits 2003 und 2004 entführt und umgebracht.
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind 2008 schon mindestens vier Mädchen und Frauen in Ciudad Juárez umgebracht worden. Am 2. Januar wurde die 20-jährige Johana Radilla Sánchez in der Wohnung eines Verwandten sexuell missbraucht und ermordet. Am 18. Januar 2008 starb Maria Guadalupe Esparza Zaval durch einen Messerstich ins Herz. Bei dem Täter soll es sich um ihren Lebenspartner gehandelt haben. Am 20. Januar 2008 fand man die zehnjährige Mirna Yeremia Munoz Ledo Marin tot bei sich zuhause. Sie war sexuell missbraucht und mit Messerstichen getötet worden. Am 21. Januar 2008 fand man die 38-jährige und im achten Monat schwangere Ericka Sonora Trejo erschlagen in ihrem Badezimmer. Laut Polizei soll ihr Schwiegervater das Verbrechen begangen haben.
Am 29. Januar 2008 veröffentlichte die staatliche mexikanische Menschenrechtskommission einen Bericht, in dem sie die Anstrengungen der Behörden auf kommunaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene auswertet, um das "Verschwinden" und die Ermordung von Frauen in Ciudad Juárez zu beenden. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Regierung auf allen drei Ebenen nicht genug unternommen habe, um die strukturelle Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Seit 1993 sind in Ciudad Juárez und der Stadt Chihuahua über 430 Frauen und Mädchen ermordet worden und über 40 Frauen und Mädchen sind "verschwunden". Viele dieser Morde geschahen in unterschiedlichen Kontexten und hatten verschiedene Motive, aber in mindestens 30 Prozent der Fälle waren die Morde mit Formen sexueller Gewalt verbunden und viele waren die Folge häuslicher Gewalt. 2003 veranlasste nationaler und internationaler Druck die bundesstaatlichen Behörden und die nationale Regierung zu der Bemühung, die Prävention zu verbessern und die Strafen für diese Verbrechen zu erhöhen, doch dies geschah nur mit mäßigem Erfolg. Nur bei der Hälfte aller begangenen Morde ist es zu einem Gerichtsurteil gegen den Täter gekommen und ein Drittel der Fälle wird noch untersucht. Darüber hinaus ist trotz der Empfehlung eines Staatsanwalts, gegen 170 kommunale und bundesstaatliche Beamte Verfahren wegen Nachlässigkeit oder Unterlassung bei der Bearbeitung der Fälle einzuleiten, noch kein einziger verurteilt worden. Familien und Frauenorganisationen kämpfen weiter für Gerechtigkeit. Siehe auch den englischsprachigen ai-Bericht Mexico: Intolerable Killings: 10 years of abductions and murder of women in Ciudad Juárez and Chihuahua, AMR 41/026/2003: http://www.amnesty.org/en/report/info/AMR41/026/2003.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, E-Mails oder Luftpostbriefe, in denen Sie
- Ihre Sorge um die Sicherheit von Adriana Sarmiento Enriquez ausdrücken, die am 18. Januar 2008 zum letzten Mal in Ciudad Juárez gesehen wurde;
- die Behörden auffordern, umgehend eine gründliche polizeiliche Ermittlung zu ihrem "Verschwinden" einzuleiten und ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen;
- die Behörden drängen, umgehend eine gründlichen und unparteiische Untersuchung einzuleiten, bei der die kommunalen, bundesstaatlichen und nationalen Institutionen uneingeschränkt zusammenarbeiten, um die Morde und das "Verschwindenlassen" von Frauen im Bundesstaat Chihuahua aufzuklären;
- die Behörden auffordern, wirksame Schritte zu unternehmen, um der Gewalt gegen Frauen im Bundesstaat Chihuahua vorzubeugen, sie zu untersuchen und zu bestrafen und alle Beamte zur Verantwortung zu ziehen, denen Nachlässigkeit oder Unterlassung bei früheren Untersuchungen zur Last gelegt werden.
APPELLE AN:
Gouverneur des Bundesstaates Chihuahua
Lic. José Reyes Baeza Terrazas
Gobernador del Estado de Chihuahua
Palacio de Gobierno, piso 1, C. Aldama #901, Col. Centro
Chihuahua, Estado de Chihuahua, C.P. 31000, MEXIKO,
(korrekte Anrede: Dear Governor, Señor Gobernador)
Telefax: (00 52) 614 4293300 Durchwahl: 11066
E-Mail: oacosta ät chihuahua.gob.mx (Sekretariat des Gouverneurs)
Staatsanwältin des Bundesstaates Chihuahua
Patricia González Rodríguez
Procuradora del Estado de Chihuahua
Procuraduría General de Justicia del Estado
Vicente Guerrero 616, Col. Centro
Chihuahua 31000, Estado de Chihuahua, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Public Prosecutor, Señora Procuradora General)
Telefax: (00 52) 614 415 0314
E-Mail: pagonzale ät buzon.chihuahua.mx
Innenminister
Lic. Juan Camilo Mouriño Terrazo
Secretaría de Gobernación, Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario / Dear Minister)
Telefax: (00 52 55) 5093 3414
E-Mail: secretario ät segob.gob.mx
COPIES TO:
Vorsitzender des staatlichen Menschrechtsausschusses
Dr. José Luis Soberanes Fernández
Presidente de la Comisión Nacional de Derechos Humanos
Periférico Sur 3469, 5º piso
Col. San Jerónimo Lídice, México D.F. 10200, MEXIKO
Menschenrechtsorganisation
Nuestras Hijas de Regreso a Casa
E-Mail: nuestrashijas ät gmail.com
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Telefax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail ät embamexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. März 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:
- expressing concern for the safety of Adriana Sarmiento Enriquez, who was last seen in Ciudad Juárez on 18 January;
- calling on the authorities to ensure a rapid and effective police operation to investigate her disappearance and establish her whereabouts;
- urging prompt, full, effective and impartial investigations, enjoying the full collaboration of municipal, state and federal institutions, of all cases of women who have been murdered or gone missing in Chihuahua state;
- calling for the authorities to take effective steps to prevent, investigate and punish violence against women in Chihuahua State and hold to account all officials implicated in acts of negligence or omission of previous investigations into violent crimes against women.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/6AE70B0B090B29F3C12573E2004B7B0c?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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