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Urgent Action
UA-Nr: UA-256/2007-1
AI-Index: AMR 23/044/2007
Datum: 13.12.2007
MORDDROHUNGEN
Weitere Informationen zu UA 256/07 (AMR 23/036/2007, 5. Oktober 2007)
- Kolumbien
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Javier Correa, Vorsitzender der Gewerkschaft SINALTRAINAL
José Domingo Flores, Leitung des SINALTRAINAL-Büros in Santander
Familienangehörige der Gewerkschaftsmitglieder
und weitere SINALTRAINAL-Mitglieder
sowie nun auch
Luis Eduardo García, Leitung des SINALTRAINAL-Büros in Santander
Javier Correa, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria de Alimentos - SINALTRAINAL) und die Gewerkschaftsführer von SINALTRAINAL José Domingo Flores und Luis Eduardo García haben von armeenahen Paramilitärs Morddrohung erhalten. Sie, ihre Familien und weitere Mitglieder von SINALTRAINAL befinden sich in großer Gefahr.
Am 6. Dezember 2007 ging in der Privatwohnung des SINALTRAINAL-Gewerkschaftsführers José Domingo Flores in der Stadt Bucaramanga im Departement Santander eine schriftliche Morddrohung der paramilitärischen Gruppe "Frente Aguilas Negras" ein. In dem Drohbrief wurde José Domingo beschuldigt, Mitglied einer Guerrillagruppe zu sein, weshalb er und seine Familie zu "militärischen Zielen" erklärt würden. Weiterhin wurden sie aufgefordert, die Gegend zu verlassen, wenn sie nicht zusammen mit anderen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sowie deren Familien in einem Massengrab enden wollten.
Am Tag darauf ging ein von den "Aguilas Negras" unterzeichneter Brief im SINALTRAINAL-Büro in Bucaramanga ein. Der Brief enthielt Morddrohungen gegen Javier Correa und Luis Eduardo García, beschuldigte die beiden, Sprecher von Guerrillagruppen zu sein und erklärte sie zu "militärischen Zielen".
Die jüngste Morddrohung ging von der gleichen Gruppe unterzeichnet am 10. Dezember 2007 ein. Wieder wurde die Drohung an die Privatanschrift von José Domingo Flores geschickt. Darin werden auch Javier Correa, José Domingo Flores und Luis Eduardo García erwähnt und gesagt, ihre Familien seien in Gefahr. Man würde sie alle in Stücke schneiden. In der Drohung heißt es weiter, die Gelegenheit, das Department zu verlassen, sei verstrichen; nun wäre der einzige Ort, an den sie noch gehen könnten, ein gewöhnliches Massengrab für sie und ihre Familien.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Im Kontext des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien werden Gewerkschafter von den Sicherheitskräften und deren paramilitärischen Verbündeten immer wieder beschuldigt, "subversiv" zu sein. Derartige Vorwürfe werden besonders häufig im zeitlichen Zusammenhang mit Arbeitskonflikten oder während Verhandlungen über Arbeitsbedingungen erhoben. Gewerkschaftsmitglieder, die als "subversive Elemente" bezeichnet werden, sind häufig in Gefahr, bedroht oder getötet zu werden oder anderen Menschenrechtsverletzungen zum Opfer zu fallen.
In den vergangenen Jahren waren SINALTRAINAL-Mitglieder an mehreren Arbeitskonflikten beteiligt, die oftmals multinationale Unternehmen betrafen. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftsmitgliedern gemeldet. SINALTRAINAL-Mitglieder haben in den vergangenen Monaten wiederholt Morddrohungen von Paramilitärs erhalten.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
die Behörden auffordern, in Absprache mit Javier Correa, José Domingo Flores, Luis García, ihren Familien und weiteren Mitgliedern von SINALTRAINAL wirksame Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Gewerkschafter und deren Familien zu ergreifen;
fordern, dass umfassende und unabhängige Untersuchungen der Morddrohungen gegen Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL eingeleitet und deren Ergebnisse veröffentlicht werden mit dem Ziel, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
fordern, dass die Behörden wirksame Maßnahmen einleiten, um die in der Region operierenden paramilitärischen Gruppierungen aufzulösen und ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften zu kappen, wie es die Vereinten Nationen mehrfach angemahnt haben;
die Behörden auffordern, die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern umzusetzen, welche die Legitimität der Arbeit von Menschenrechtlerinnen und -rechtlern (einschließlich Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern) und ihr Recht anerkennt, ihre Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien fortzusetzen.
APPELLE AN:
Vizepräsident
Dr. Francisco Santos Calderón
Vicepresidente de la República de Colombia, Vicepresidencia
Carrera 8A No 5-57, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Excelentísimo Sr. Vicepresidente)
Telefax: (00 57) 1 565 7682
Gesundheits-, Arbeits- und Sozialminister
Sr. Diego Palacio Betancourt
Ministro de Protección Social, Ministerio de Protección Social, Ministerio de Salud
Carrera 13 No 32-76, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Sr. Ministro)
Telefax: (00 57) 1 336 5050
Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana,
Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación,
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal)
Telefax: (00 57) 1-570 2000 (Sie werden auf Spanisch aufgefordert, die Durchwahl 2017 einzugeben)
KOPIEN AN:
Gewerkschaft
SINALTRAINAL
Carrera 15 No 35-18
Barrio Teusaquillo
Bogotá, KOLUMBIEN
Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125
E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. Januar 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:
- urging the authorities to protect Javier Correa, José Domingo Florez, Luis García, their families, and other members of SINALTRAINAL, in accordance with the wishes of those at risk;
- calling on them to order full and impartial investigations into the death threats against SINALTRAINAL members; to publish the results and bring all those responsible to justice;
- calling on the authorities to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups operating in the region and to break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations;
- calling on the authorities to fully apply the UN Declaration on the Right and Responsibility of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms, which recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders (including trade unionists) and protects their right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/E00AEDDF218AB901C12573B7005D6A26?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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