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WAZ: CIA folterte nach dem 11. September - Mittelalterlich -
Leitartikel von Hendrik Groth
Essen (ots) - Es gibt Grenzen, die ein Rechtsstaat nicht
überschreiten darf. Das Folterverbot gehört dazu. Als habe es seit
dem Mittelalter keinen zivilisatorischen Fortschritt gegeben,
folterte der US-Geheimdienst nach dem 11. September 2001. Die
Beteiligten handelten ähnlich denen, die unter Pinochet in Chile
gemartert oder in der DDR Menschenrechte verletzt haben. Immer war
irgendwie auf irgendeine Weise das Heimatland vor irgendetwas Bösem
zu verteidigen. Die Täter wähnten sich grundsätzlich im Recht und
natürlich im Dienste ihres Volkes.
In den USA sind Beweismittel vernichtet worden, nun plauderte einer,
der dabei war. Zuvor hatte die US-Regierung "aggressive
Verhörmethoden" genehmigt. Mit anderen Worten, sie hat eine Grauzone
für Folterknechte geschaffen. Hier ein bisschen den Kopf mit
Zellophanfolie abdichten und Wasser in den Hals pressen. Dort - in
Guanta'namo - rechtsfreie Gefangenenlager, in denen eindeutig gegen
internationale Konventionen verstoßen wird. Davon profitieren
ausgerechnet diejenigen, die ohnehin das Recht und Gesetz nach
westlicher Definition verachten.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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