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Urgent action: Kolumbien: Sorge um Sicherheit

Urgent Action

UA-Nr: UA-303/2007
AI-Index: AMR 23/043/2007
Datum: 12.11.2007

SORGE UM SICHERHEIT

Kolumbien

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Menschenrechtsorganisation "Corporación Reiniciar"

Nach einem Einbruch im Büro der Menschenrechtsorganisation "Corporación Reiniciar" sind deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch diejenigen, für deren Rechte die Organisation eintritt, in großer Gefahr.

Als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der "Corporación Reiniciar" am Morgen des 6. November 2007 im Büro eintrafen, stellten sie fest, dass bei ihnen eingebrochen worden war. Sie gaben an, dass Schränke und Schreibtischschubladen aufgebrochen worden waren. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zufolge fehlten nach dem Einbruch die Unterlagen über das "Verschwindenlassen" eines Mitglieds der linksgerichteten Partei "Unión Patriótica" (UP). Mit diesem Fall waren Angehörige der Armee in Verbindung gebracht worden. "Corporación Reiniciar" setzt sich seit der Gründung der Par=tei UP 1985 dafür ein, dass den Familien von mehr als 3000 Parteimitgliedern Gerechtigkeit wider=fährt, die umgebracht wurden oder dem "Verschwindenlassen" zum Opfer fielen. Meist waren dafür Sicherheitskräfte oder armeenahe Paramilitärs verantwortlich.

Die Täter hinterließen in einem der von ihnen aufgebrochenen Schränke ein schwarzes Band. Mit=glieder der Organisation verstehen dies als Drohung, da das schwarze Band ein Symbol für die Trauer um Verstorbene ist. Weiter wurden zwei Mobiltelefone gestohlen, die von der Regierung als Schutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitgestellt worden waren. Zudem hatten die Einbre=cher einen Geldschrank aufgebrochen und etwas Geld herausgenommen, eine beträchtliche Summe jedoch nicht angerührt.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Organisationen wie "Corporación Reiniciar", die für die Wahrung und Förderung der Menschenrechte eintreten, sind in besonderem Maße der Gefahr von Angriffen und Einschüchterungsversuchen aus=gesetzt, vor allem im Kontext des bewaffneten Konflikts in Kolumbien.

Im Jahr 2002 erließ die Interamerikanische Menschenrechtskommission der Organisation Amerikani=scher Staaten (OAS) Schutzmaßnahmen für die Organisation "Corporación Reiniciar". Die kolumbia=nische Regierung wurde aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Organisation zu ergreifen. Am 10. Oktober 2007 machte der ehemalige Vorsitzende der UP bei einer Anhörung vor der Menschenrechtskommission eine Aussage zu der Situation seiner Partei.

Der Einbruch in die Büroräume der "Corporación Reiniciar" ist 2007 nicht der erste Einbruch bei Nichtregierungsorganisationen, die für die Menschenrechte eintreten (siehe UA 165/07, AMR 23/018/2007, 28. Juni 2007).

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

Ihre Sorge um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation "Corporación Reiniciar" zum Ausdruck bringen, in deren Büro Anfang November 2007 eingebrochen wurde; die Behörden auffordern, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um in Absprache mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Organisation deren Sicherheit zu garantieren, damit die Men=schenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger ihre legitime und wichtige Arbeit für den Schutz der Menschenrechte fortsetzen können; bei den Behörden darauf dringen, dass eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Einbruchs eingeleitet wird, die Ergebnisse der Ermittlungen veröffent=licht und die Verantwortlichen ermittelt und vor Gericht gestellt werden; die Behörden auffordern, gemeinsam mit den Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern Konzepte und Pläne zu entwickeln, um die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsvertei=digern umzusetzen, und diese Pläne der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. APPELLE AN:

Staatspräsident
Señor Presidente +lvaro Uribe Vélez,
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente)
Telefax: (00 57) 1-337 5890, (00 57) 1-342 0592

Innen- und Justizminister
Dr. Carlos Holguín Sardi
Ministro del Interior y Justicia, Ministerio Del Interior y De Justicia, Carrera 9a. No. 14-10, Bogotá D.C. KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro)
Telefax: (00 57) 1-560 4630

Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana
Fiscal General de la Nación
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4 Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal)
Telefax: (00 57) 1 570 2000 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss, nach der Ansage bitte 2017 wäh=len)

KOPIEN AN:

Menschenrechtsorganisation
Corporación Reiniciar
Calle 19 #3-10, Edificio Barichara Torre B,
Bogotá, KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125
E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. Dezember 2007 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language

  • expressing concern for the members of the NGO Corporación Reiniciar whose office was broken into at the beginning of November;
  • urging the authorities to take effective action, as deemed appropriate by the staff of Corporación Reiniciar themselves, to protect them so they may continue their legitimate and important work in the defence of human rights without fear of intimidation;
  • calling on the authorities to order full and impartial investigations into the break-in, to make the results public and to bring those responsible to justice;
  • calling on the authorities to produce policy and plans, in conjunction with human rights defenders, to guarantee their safety according to the principles of the United Nations Declaration on the Right and Responsibility Of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms, and to make these plans public.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/6A3221EA5C6CF347C12573A6005200ba?open

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04.12.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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