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Urgent action: Kolumbien: Sorge um Sicherheit / Morddrohungen

Urgent Action

UA-Nr: UA-294/2007
AI-Index: AMR 23/042/2007
Datum: 06.11.2007

Sorge um Sicherheit / Morddrohungen

Kolumbien

Yolanda Becerra, Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation OFP in Barrancabermeja ihre Familie
und weitere OFP-Mitglieder

amnesty international fürchtet um die Sicherheit von Yolanda Becerra, der Vorsitzenden der Vereinigung "Organización Femenina Popular" (OFP), die kürzlich in ihrer Wohnung in Barrancabermeja im Departement Santander überfallen wurde. Angesichts dieses Überfalls sind auch die Familie der Frauenrechtlerin und weitere OFP-Mtglieder in großer Gefahr.

Am 4. November 2007 um 19.30 Uhr klopfte es an der Wohnungstür von Yolanda Becerra. Sie öffnete die Tür, ohne zu fragen, wer da sei, denn zwei ihrer OFP-Kolleginnen waren gerade erst gegangen und sie nahm an, sie seien zurückgekommen. Stattdessen sah sie sich zwei maskierten und bewaffneten Männern gegenüber, die sie ihren Angaben zufolge gegen eine Wand stießen und mit einer Waffe bedrohten. Einer der Männer sagte: "Jetzt ist Schluss, du Schlampe. Du hast 48 Stunden, um zu verschwinden, sonst erledigen wir deine Familie, und du entkommst uns nicht." ("hijueputa el cuento se acabó, tiene 48 horas para que se vaya, sino vamos a acabar con su familia y usted no se nos escara"). Die Männer durchsuchten dann 15 Minuten lang ihre Wohnung.

Yolanda Becerra hatte am 22. Oktober 2007 in ihrer Funktion als Vorsitzende der OFP einen Brief an den kolumbianischen Vizepräsidenten Francisco Santos geschickt. Sie informierte ihn darin über einen von der paramilitärischen Gruppe "+guilas Negras" unterzeichneten Brief, der am 7. Juli 2007 bei der OFP eingegangen war. In dem Schreiben war Menschenrechtsaktivistinnen der OFP und anderen in Barrancabermeja aktiven Organisationen mit dem Tode gedroht worden. Bis dato liegen keine Informationen über eine Reaktion der kolumbianischen Behörden vor. Die jüngsten Drohungen gegen Yolanda Becerra erhöhen die Sorge um ihre Sicherheit und die anderer Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger in Barrancabermeja.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Im Zusammenhang mit dem seit vier Jahrzehnten andauernden bewaffneten Konflikt werden Menschenrechtsgruppen von den Sicherheitskräften und ihren paramilitärischen Verbündeten häufig als Guerillakollaborateure und -unterstützer bezeichnet. Die auf diese Weise Beschuldigten fallen häufig dem "Verschwindenlassen" zum Opfer, werden gefoltert oder ermordet. Auch bewaffnete Oppositionsgruppen haben schon Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger, denen sie eine Zusammenarbeit mit dem Feind unterstellen, bedroht oder umgebracht.

Angeblich haben die armeenahen paramilitärischen Gruppen Kolumbiens von der Regierung unterstützt die Waffen niedergelegt. amnesty international erhält dennoch weiter Berichte über Drohungen und Menschenrechtsverletzungen, die von paramilitärischen Gruppen verübt werden, die zusammen mit Sicherheitskräften gegen Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger vorgehen. Offenbar haben viele paramilitärische Gruppierungen die Waffen doch nicht niedergelegt, sondern operieren weiter. Durch einen neuen Namen verschleiern sie die Tatsache, dass sie weiter tätig sind. Jüngste Äußerungen von paramilitärischen Organisationen haben deutlich gemacht, dass ihre Strukturen nach wie vor bestehen.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

aufgrund der Drohungen vom 4. November 2007 Ihre Sorge um die Sicherheit von Yolanda Becerra, ihrer Familie und weiteren OFP-Mitgliedern zum Ausdruck bringen; die Behörden auffordern, in Abstimmung mit Yolanda Becerra, ihrer Familie und den OFP-Mitgliedern alle erforderlichen Maßnahmen zu ihrem Schutz zu treffen und dafür zu sorgen, dass die OFP ihre Arbeit für die Menschenrechte ohne Risiko fortführen kann; fordern, dass umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung zu den Drohungen gegen Yolanda Becerra, ihre Familie und andere OFP-Mitglieder sowie dem Drohbrief vom 7. Juli 2007 eingeleitet wird, die Ergebnisse der Ermittlungen veröffentlicht und die für die Drohungen Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden; die Behörden auffordern, gemäß den wiederholten Empfehlungen der Vereinten Nationen, mit wirksamen Maßnahmen gegen paramilitärische Gruppierungen vorzugehen und sie aufzulösen sowie ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften zu unterbinden; die kolumbianische Regierung an ihre Verpflichtungen gegenüber Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern erinnern, wie sie in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern, der Resolution über Menschenrechtsverteidiger der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und wiederholten Empfehlungen der UN festgeschrieben sind.

APPELLE AN:
Staatspräsident:
Señor Presidente +lvaro Uribe Vélez, Presidente de la República, Palacio de Nariño, Carrera 8 No.7-26, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Uribe) Telefax: (00 57) 1 342 0592

Außenminister
Sr. Don Fernando Araújo Perdomo, Ministerio de Relaciones Exteriores Calle 10 No 5-51, Palacio de San Carlos, Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Sr. Ministro) Telefax: (00 57) 1 562 7822

Generalstaatsanwalt
Dr. Luis Camilo Osorio, Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque , Piso 4, Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal)
Telefax: (00 57) 1 570 2000 (danach bitte die Durchwahl 2017 eingeben)

KOPIEN AN:

Frauenrechtsorganisation
Organización Femenina Popular, Cra 22 No 52B - 36, Barrancabermeja, Santander, KOLUMBIEN Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125 - E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 18. Dezember 2007 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish, English or your own language: - expressing concern for the safety of Yolanda Becerra, her family and other OFP activists following the threats against her and her family on 4 November 2007;

  • urging the authorities to take effective action, deemed appropriate by Yolanda Becerra, her family and other OFP members, to protect them and ensure that OFP can continue its legitimate and important work in the defence of human rights in safety;
  • calling on the government to carry out full and impartial investigations into this threat and the 7 July 2007 threat to make the findings public and bring all those responsible to justice;
  • calling on the authorities to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups operating in the region and to break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations;
  • reminding the authorities of their obligations to human rights defenders, as laid out in the UN Declaration on the Right and Responsibility of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms, the Organization of American States Human Rights Defenders in the Americas resolutions and in repeated recommendations made to them by the UN.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/27350461B2B2C8CCC12573A2005713b5?open --
    NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34) http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
01.12.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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