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Urgent action: Kolumbien: Sorge um Sicherheit

Urgent Action

UA-Nr: UA-290/2007
AI-Index: AMR 23/041/2007
Datum: 05.11.2007

SORGE UM SICHERHEIT

Kolumbien

Frau Diana Teresa Sierra
und weitere Mitglieder der regierungsunabhängigen Menschenrechtsorganisation "Comisión Intereclesial Justicia y Paz"

Die Menschenrechtsverteidigerin Diana Teresa Sierra ist von einem nicht näher identifizierten Mann verfolgt worden. Sie und weitere Mitglieder der Organisation "Comisión Intereclesial Justicia y Paz", für die sie arbeitet, schweben möglicherweise in größter Gefahr.

Diana Teresa Sierra ist Anwältin bei der regierungsunabhängigen Menschenrechtsorganisation "Comisión Intereclesial Justicia y Paz" in Bogotá. Sie bemerkte ihren Verfolger am 29. Oktober 2007 um 21:15 Uhr, als sie das Büro der Organisation im Norden der Stadt verließ. Er verfolgte sie etwa eine Stunde lang auf ihrem Heimweg in den Süden von Bogotá. Vom Büro aus hatte sie einen Bus bestiegen, und als sie an ihrer Haltestelle ausstieg, hörte sie einen Mann hinter ihr am Mobiltelefon sagen: "Fertig, wir sind da." ("Listo, ya llegamos"). Der Mann verfolgte sie dann weiter. Als sie die Straße überquerte, hörte Diana Teresa Sierra den Mann wieder in sein Telefon sprechen, diesmal sagte er, "Ja, ich folge ihr." ("Sí, la estoy siguiendo"). Sie ging davon aus, in einem Supermarkt sicherer zu sein als im Freien und hielt sich dort solange auf, bis der Mann verschwand. Dann ging sie nach Hause.

Diana Teresa Sierra arbeitet bei "Justicia y Paz" zum Fall der afrokolumbianischen Gemeinschaften, die in den Flussregionen von Jiguamiandó und Curvaradó im Departement Chocó leben: Armeenahe Paramilitärs haben Angehörige dieser Gemeinschaften umgebracht oder sie gezwungen, ihre Wohnorte zu verlassen. Ein Sprecher der Afrokolumbianer, Orlando Valencia, war Berichten zufolge im Oktober 2005 von armeenahen Paramilitärs ermordet worden, und Diana Teresa Sierra ist die Anwältin, die diese Gemeinschaften in rechtlichen Fragen vertritt und unterstützt. (siehe auch UA 272/05 vom 17. Oktober 2005).

Im August und September 2007 wurden bei mindestens vier Gelegenheiten Männer dabei beobachtet, wie sie die Büros von "Justicia y Paz" fotografierten. Die Männer waren allein oder zu zweit und liefen jedes Mal weg, wenn sie von Mitgliedern der Organisation ausgemacht wurden. Bereits in der Vergangenheit haben Mitglieder von "Justicia y Paz" wiederholt Morddrohungen von Paramilitärs erhalten, die eng mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiten. Andere Menschrechtsverteidiger wurden ermordet, nachdem sie in derselben Art und Weise wie Diana Teresa Sierra beschattet worden waren.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die kirchliche Menschenrechtsorganisation "Comisión Intereclesial Justicia y Pa" wendet sich gegen Menschenrechtsverletzungen der kolumbianischen Sicherheitskräfte und deren paramilitärischen Verbündeten, denen Zivilisten in den Konfliktregionen des Landes zum Opfer fallen. Die Sicherheitskräfte und ihre paramilitärischen Verbündeten beschuldigen oft Menschenrechtsorganisationen, mit den Guerillaeinheiten zu kollaborieren oder sie zu unterstützen.

"Justicia y Paz" unterstützt afrokolumbianischen Gemeinschaften, die in den Flussregionen von Jiguamiandó und Curvaradó im Departement Chocó leben. Paramilitärische Einheiten versuchen, die afrokolumbianischen Gemeinden zu zwingen, Plantagen mit afrikanischen Palmen anzulegen, und haben zu diesem Zweck einige Grundstücke der Gemeinschaften besetzt. Der Zusammenhang von paramilitärischen Drohungen und der Kultivierung der afrikanischen Palme ist vom Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bestätigt worden.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

Ihre Besorgnis darüber ausdrücken, dass Diana Teresa Sierra, Mitglied bei der Menschenrechtsorganisation "Comisión Intereclesial Justicia y Paz", verfolgt wird und bei den Behörden darauf drängen, ihre Sicherheit und die anderer Mitglieder von "Justicia y Paz" zu garantieren; fordern, dass umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der gemeldeten Beschattung von Diana Teresa Sierra vom 29. Oktober 2007 und der Büros von "Justicia y Paz" im August und September 2007 eingeleitet wird und die Ergebnisse der Ermittlung veröffentlicht werden; die Behörden auffordern, unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, welche die Mitglieder von "Justicia y Paz" für angemessen halten, um zu garantieren, dass die Mitglieder dieser Organisation ihr Engagement für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte entsprechend internationalen Menschenrechtsstandards fortsetzen können, ohne Menschenrechtsverletzungen fürchten zu müssen; die Behörden an ihre Verpflichtungen gegenüber Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern erinnern, die in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern und der Resolution über Menschenrechtsverteidiger der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sowie in wiederholten UN-Empfehlungen dargelegt sind. APPELLE AN:

Staatspräsident
Señor Presidente +lvaro Uribe Velez, Presidente de la República, Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Uribe) Telefax: (00 57) 1-342 0592, (00 57) 1 337 5890

Innen- und Justizminister
Dr. Carlos Holguín Sardi, Ministro del Interior y Justicia, Ministerio del Interior y de Justicia, Carrera 9a. No. 14-10, Bogotá D.C., KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Sr. Ministro) Telefax: (00 57) 1 560 46 30

Generalstaatsanwalt
Dr. Mario Germán Iguarán Arana, Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación, Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4, Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal)
Telefax: (00 57) 1 570 2000 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss; nach der spanischsprachigen Ansage 2017 wählen)

KOPIEN AN:

Menschenrechtsorganisation
Justicia y Paz Intereclesial, Calle 62, No. 17-26 (Chapinero), Bogotá, KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I.E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125 - E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Dezember 2007 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:

  • expressing concern that Diana Teresa Sierra, of the Comisión Intereclesial Justicia y Paz, has been followed, and urging the authorities to guarantee her safety and that of other members of Justicia y Paz;
  • calling on the authorities to order a full and impartial investigation into the reported surveillance of Diana Teresa Sierra on 29 October, and of Justicia y Paz's offices during August and September, and publish the results;
  • urging the authorities to take immediate and effective action deemed appropriate by members of Justicia y Paz to ensure they can carry out their legitimate and important work for the defence of human rights in safety;
  • reminding the authorities that their obligations to human rights defenders are laid out in the UN Declaration on the Right and Responsibility of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms, the Organization of American States Human Rights Defenders in the Americas resolutions and in repeated recommendations made to them by the UN.
    Quelle
    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/FC114242ECFC7ACBC1257399005E71c8?open

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21.11.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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