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Urgent Action
UA-Nr: UA-256/2007
AI-Index: AMR 23/036/2007
Datum: 05.10.2007
MORDDROHUNGEN
- Kolumbien
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Javier Correa, Vorsitzender der Gewerkschaft SINALTRAINAL
José Domingo Flores, Leiter des SINALTRAINAL-Büros in Santander
Andrés Damian Flores Rodríguez, 16-jähriger Sohn von José Domingo Flores
Familienangehörige der Gewerkschaftsmitglieder
und weitere SINALTRAINAL-Mitglieder
Javier Correa, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria de Alimentos - SINALTRAINAL), hat eine Morddrohung erhalten, und der Sohn eines regionalen Gewerkschaftsführers wurde verschleppt und misshandelt. amnesty international befürchtet deshalb, dass die Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL in Lebensgefahr sind.
Am 27. September 2007 wurde Andrés Damian Flores Rodríguez, der 16-jährige Sohn von José Domingo Flores, dem Leiter des Regionalbüros von SINALTRAINAL in Santander, von drei maskierten Bewaffneten entführt. Die Männer verprügelten den Jugendlichen und erhielten dann eine Anweisung über Funk, ihn zusammenzuschlagen und ihm eine Nachricht für seinen Vater mitzuteilen. Die Entführer ließen Andrés Damian Flores Rodríguez kurz darauf frei, drohten ihm aber vorher: "Sag' deinem Vater, dass wir keine Ruhe geben werden, bis wir euch alle zerstört haben".
Am 20. September 2007 hinterließen Unbekannte eine schriftliche Morddrohung an der Privatwohnung von José Domingo Flores in der Stadt Bucaramanga im Departement Santander. Der Drohbrief war von der paramilitärischen Gruppierung "Aguilas Negras" unterzeichnet worden. Die Bezeichnung "Aguilas Negras" haben viele von der kolumbianischen Armee unterstützte paramilitärische Gruppierungen übernommen, nachdem der paramilitärische Dachverband "Autodefensas Unidas de Colombia" (AUC) vermeintlich demobilisiert wurde.
Am 25. September 2007 ging eine weitere Morddrohung ein - diesmal war sie an Javier Correa adressiert und ging im Büro von SINALTRAINAL in Bucaramanga ein. Darin wurde er bezichtigt, ein kommunistischer Guerillero zu sein und sich hinter der Gewerkschafterfassade zu verstecken. Er müsse das Departement verlassen, ansonsten sei man gezwungen, das militärische Ziel umzusetzen und ihm Weihnachten die Leichname seiner Familienangehörigen in einem Massengrab zu übergeben. Die Morddrohung enthielt das Akronym AUC und war mit "Aguilas Negras" unterzeichnet. Zuvor waren bereits am 10. Februar und am 26. Juli 2007 schriftliche Morddrohungen bei anderen SINALTRAINAL-Mitgliedern in Bucaramanga eingegangen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Im Kontext des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien werden Gewerkschafter von den Sicherheitskräften und deren paramilitärischen Verbündeten immer wieder beschuldigt, "subversiv" zu sein. Derartige Vorwürfe werden besonders häufig im zeitlichen Zusammenhang mit Arbeitskonflikten oder während Verhandlungen über Arbeitsbedingungen erhoben. Gewerkschaftsmitglieder, die als "subversive Elemente" bezeichnet werden, sind häufig in Gefahr, bedroht oder getötet zu werden oder anderen Menschenrechtsverletzungen zum Opfer zu fallen.
In den vergangenen Jahren waren SINALTRAINAL-Mitglieder an mehreren Arbeitskonflikten beteiligt, die oftmals multinationale Unternehmen betrafen. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftsmitgliedern gemeldet.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
die Behörden auffordern, in Absprache mit Javier Correa, José Domingo Flores und weiteren Mitgliedern von SINALTRAINAL wirksame Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Gewerkschafter und deren Familien zu ergreifen;
fordern, dass umfassende und unabhängige Untersuchungen der Morddrohungen gegen Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL und der Entführung und Misshandlung von Andrés Damian Flores Rodríguez eingeleitet werden, deren Ergebnisse veröffentlicht werden und die das Ziel haben, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
fordern, dass die Behörden wirksame Maßnahmen einleiten, um die in der Region operierenden paramilitärischen Gruppierungen aufzulösen und ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften zu kappen, wie es die Vereinten Nationen mehrfach empfohlen haben;
die Behörden auffordern, die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern umzusetzen, welche die Legitimität der Arbeit von Menschenrechtlern (einschließlich Gewerkschaftern) und ihr Recht anerkennt, ihre Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien fortzusetzen.
APPELLE AN:
Dr. Francisco Santos Calderón, Vicepresidente de la República de Colombia, Vicepresidencia, Carrera 8A No 5-57, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(Vizepräsident - korrekte Anrede: Excelentísimo Sr. Vicepresidente)
Telefax: (00 57) 1 565 7682
Sr. Diego Palacio Betancur, Ministro de Protección Social, Ministerio de Protección Social, Ministerio de Salud, Carrera 13 No 32-76, Santafé de Bogotá, KOLUMBIEN
(Gesundheits-, Arbeits- und Sozialminister - korrekte Anrede: Sr. Ministro)
Telefax: (00 57) 1 336 8007
Dr. Mario Germán Iguarán Arana, Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación, Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4Bogotá, KOLUMBIEN
(Generalstaatsanwalt - korrekte Anrede: Estimado Dr. Iguarán)
Telefax: (00 57) 1-570 2000 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: "me da tono de fax por favor", danach bitte Durchwahl 2017 eingeben)
KOPIEN AN:
SINALTRAINAL, Carrera 15 No 35-18, Barrio Teusaquillo, Bogotá, KOLUMBIEN (Gewerkschaft)
Kanzlei der Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125 - E-Mail: info ät botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 16. November 2007 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:
- urging the authorities to protect Javier Correa, José Domingo Flores, their families, and other members of SINALTRAINAL, in accordance with the wishes of those at risk;
- calling on them to order full and impartial investigations into the death threats against SINALTRAINAL members and into the abduction of Andrés Damian Flores Rodríguez; to publish the results and bring all those responsible to justice;
- calling on the authorities to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups operating in the region and to break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations;
- calling on the authorities to fully apply the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Organs of Society to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Liberties which recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders (including trade unionists) and protects their right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/D84E499174D15C55C125738A005F2A26?open
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