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Urgent Action
UA-Nr: UA-260/2007
AI-Index: AMR 41/034/2007
Datum: 11.10.2007
MORDDROHUNGEN
- Mexiko
-
- Journalisten
- Gonzalo Dominguez Monroy
Felipe Ramos Cruz
Carlos Dominguez Monroy
und weitere Mitarbeiter der Zeitung "El Imparcial del Istmo" in Oaxaca
getötet:
Mateo Cortés Martínez, Zeitungsausfahrer
Frau Flor Vásquez López, Zeitungsausträgerin
Agustín López Nolasco, Zeitungsverkäufer
Journalisten der in Salina Cruz im Osten des Bundesstaates Oaxaca ansässigen Regionalzeitung "El Imparcial del Istmo" haben Morddrohungen erhalten, die offenbar mit der Berichterstattung der Zeitung über die Aktivitäten einer Drogenbande in Oaxaca in Zusammenhang stehen. Nachdem drei Mitarbeiter der Zeitung ermordet worden sind, fürchtet amnesty international um das Leben ihrer Kollegen bei "El Imparcial del Istmo".
Am 8. Oktober 2007 kurz nach 13 Uhr hatten die drei Zeitungsmitarbeiter Mateo Cortés Martínez, Flor Vásquez López und Agustín López Nolasco gerade eine Lieferung Zeitungen aus der Stadt Tehuantepec abgeholt und waren in einem Lieferwagen mit der Aufschrift des Zeitungsnamens unterwegs, als sie von einer Gruppe schwerbewaffneter Männer angehalten wurden, die ein SUV-Fahrzeug mit getönten Scheiben fuhren. Die Männer töteten Mateo Cortés Martínez, Flor Vásquez López und Agustín López Nolasco durch mehrere Schüsse aus nächster Nähe. Bei den Morden handelt es sich offenbar um Vergeltungstaten im Zusammenhang mit der Berichterstattung der Zeitung über Tötungen und Entführungen, die von der mexikanischen Drogenbande "Los Zetas" verübt wurden.
Kurz nach der Ermordung von Flor Vásquez López und ihren beiden Kollegen erhielten nach vorliegenden Informationen der Direktor der Zeitung, Gonzalo Dominguez Monroy, sowie die beiden Reporter Felipe Ramos Cruz und Carlos Dominguez Monroy telefonische Morddrohungen. Ein männlicher Anrufer drohte Gonzalo Dominguez Monroy mit den Worten: "Wir warnen dich, du bist der nächste". Seine Kollegen erhielten ähnliche telefonische Drohungen.
Die Journalisten und weitere Mitarbeiter der Zeitung "El Imparcial del Istmo" erhalten seit dem Beginn der Berichterstattung über organisierte Kriminalität im Zusammenhang mit Drogenhandel vor sechs Monaten immer wieder Drohungen per E-Mail, Telefon oder Post. Im vergangenen Monat sollen die Drohungen noch weiter zugenommen haben.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Aufgrund der Eskalation der Gewalt in den vergangenen zwei Jahren ist Mexiko inzwischen weltweit eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Die Mehrzahl der Anschläge auf Medienvertreter werden dabei organisierten kriminellen Strukturen zugeschrieben, welche damit die Berichterstattung über Gewalt und Korruption unterbinden wollen. Vor allem im Bundesstaat Oaxaca werden Journalisten immer wieder bedroht und angegriffen (siehe UA 227/06, , UA 151/07 und UA 208/07).
Angesichts der steigenden Zahl der Anschläge auf Medienvertreter und der mangelhaften Bereitschaft der Behörden einzelner Bundesstaaten, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen, haben die mexikanischen Bundesbehörden im Februar 2006 eine Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen Journalisten (Fiscalía Especial para la Atención de Delitos Cometidos contra Periodistas) eingerichtet, um die Ermittlungen in diesen Fällen zu verbessern. In nahezu keinem dieser Fälle hat die Sonderstaatsanwalt jedoch die Befugnis, von sich aus Ermittlungen einzuleiten. Von den 100 eingeleiteten Verfahren sind bislang in keinem einzigen Fall die Täter zur Verantwortung gezogen worden. Diese nahezu vollständige Straflosigkeit bedeutet für Journalisten, dass sie unter zunehmend gefährlichen Bedingungen arbeiten und immer unter Druck stehen, nicht über brisante Themen zu berichten. amnesty international hat die mexikanischen Behörden aufgefordert, die Befugnisse der Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen Journalisten zu erweitern, damit Untersuchungen dieser Verbrechen in die direkte Zuständigkeit der Sonderstaatsanwaltschaft fallen.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, E-Mails oder Luftpostbriefe, in denen Sie
Ihre Bestürzung über den Mord an den Zeitungsmitarbeitern Mateo Cortés Martínez, Flor Vásquez López und Agustín López Nolasco am 8. Oktober 2007 in der Nähe von Tehuantepec zum Ausdruck bringen;
sich besorgt über die Berichte zeigen, denen zufolge die Journalisten Gonzalo Dominguez Monroy, Felipe Ramos Cruz und Carlos Dominguez Monroy sowie weitere Mitarbeiter der Zeitung "El Imparcial del Istmo" Morddrohungen erhalten haben;
die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass in Absprache mit Gonzalo Dominguez Monroy, Felipe Ramos Cruz and Carlos Dominguez Monroy angemessene Schutzmaßnahmen für die gefährdeten Journalisten eingeleitet werden;
fordern, dass die mexikanischen Bundesbehörden, darunter die Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen Journalisten, sofort eine unabhängige und umfassende Untersuchung der Ermordung von Mateo Cortés Martínez, Flor Vásquez López und Agustín López Nolasco und der gegen Gonzalo Dominguez Monroy, Felipe Ramos Cruz und Carlos Dominguez Monroy gerichteten Morddrohungen einleiten;
die Behörden an ihre Verpflichtung erinnern, die für Angriffe auf Journalisten Verantwortlichen vor Gericht zu stellen, um weitere Anschläge zu verhindern und eine Atmosphäre zu schaffen, in der Journalisten ohne Angst vor Repressalien ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen können.
APPELLE AN:
Lic. Octavio Alberto Orellana Wiarco, Fiscal Especial para la Atención de Delitos Cometidos contra Periodistas, Procuradoría General de la República, Av. Paseo de la Reforma #211-213; Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc, C.P. 06500, México D.F., MEXIKO
(Sonderstaatsanwalt für Verbrechen gegen Journalisten - korrekte Anrede: Señor Fiscal Especial)
Telefax: (00 52) 55 5346 0908
Lic. Ulises Ruiz Ortiz, Gobernador del Estado de Oaxaca, Carretera Oaxaca-Puerto Angel, Km. 9.5, Santa María Coyotepec, Oaxaca, Oaxaca C. P. 71254, MEXIKO
(Gouverneur des Bundesstaates Oaxaca - korrekte Anrede: Señor Gobernador)
Telefax: (00 52) 951 502 0530 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: "tono de fax, por favor")
E-Mail: gobernador ät oaxaca.gob.mx
Lic. Evencio Nicolás Martínez Ramírez, Procurador del Estado de Oaxaca, Avenida Luis Echeverría s/n, Col. La Experimental, San Antonio de la Cal, Oaxaca, Oaxaca 71236, MEXIKO
(Staatsanwalt des Bundesstaates Oaxaca - korrekte Anrede: Estimado Procurador)
Telefax: (00 52) 951 511 5519
KOPIEN AN:
Dr. José Luis Soberanes Fernández, Presidente de la Comisión Nacional de Derechos Humanos (CNDH), Periférico Sur 3469, 5º piso, Col. San Jerónimo Lídice, México D.F., C.P. 10200, MEXIKO (Vorsitzender der staatlichen Menschenrechtskommission - korrekte Anrede: Señor Presidente)
Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Telefax: 030-26 9323 700 - E-Mail: mail ät embamexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. November 2007 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in Spanish or your own language:
- expressing concern at the murder of press workers Mateo Cortés Martínez, Flor Vásquez López and Agustín López Nolasco on 8 October 2007 near Tehuantepec;
- expressing concern that their colleagues Gonzalo Dominguez Monroy, and reporters Felipe Ramos Cruz and Carlos Dominguez Monroy, as well as other workers at El Imparcial del Istmo, have received death threats;
- calling on the authorities to ensure that Gonzalo Dominguez Monroy, Felipe Ramos Cruz and Carlos Dominguez Monroy receive protection measures to guarantee their safety in accordance with their wishes;
- calling for a full, prompt and impartial investigation by the federal authorities, such as the Special Prosecutor on Crimes against Journalists, into the killing of Mateo Cortés Martínez, Flor Vásquez López and Agustín López Nolasco and death threats against Gonzalo Dominguez Monroy, Felipe Ramos Cruz and Carlos Dominguez Monroy;
- reminding the authorities of their duty to ensure those responsible for attacks on media workers are held to account in order to prevent future attacks and create a climate in which journalists can exercise their right to freedom of expression without fear of reprisal.
- Quelle
- http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/08B714658ADB040FC125737C0056CDd4?open
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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