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Google Earth schützt Amazonas-Indianer
Surui setzen im Kampf gegen Holzfäller auf Weltöffentlichkeit
Mountain View/Hamburg (pte/14.06.2007/10:45) - Die von illegalen
Holzfällern und Bergbauarbeitern bedrohten Surui-Indianer aus dem
brasilianischen Amazonas-Gebiet haben einen ungewöhnlichen Verbündeten
gefunden. Nachdem die brasilianische Regierung die seit Jahren anhaltende
Gewalt nicht stoppen konnte, setzt der 1.200 Mitglieder zählende Stamm
seine Hoffnung nun in Google Earth http://earth.google.de, berichtet der
San Francisco Chronicle. Die Bilder der Erderkundungs-Software sollen den
Surui nun helfen, die Aktivitäten der Holzfäller besser zu überwachen.
Häuptling Almir Surui - der erste Surui, der über einen College-Abschluss
verfügt - war im Mai nach Kalifornien aufgebrochen, um bei Google um
Satellitenaufnahmen zu bitten, die das 243.000 Hektar große Stammesgebiet
zeigen. Mit seiner Anfrage lief er offene Türen ein. Google arbeitet nun
bereits an einem Plan, der es den Surui ermöglichen soll, die
Google-Earth-Technologie einzusetzen, um mit Hilfe von
Satellitenanbietern auf die Notlage des Stammes aufmerksam zu machen.
Bereits elf Häuptlinge sollen dem Kampf gegen die Eindringlinge zum Opfer
gefallen sein.
Das Projekt könne die Weltaufmerksamkeit auf den Kampf der Surui um den
Schutz ihres Landes und der Kultur lenken, indem es 200 Mio.
Google-Earth-User rund um den Globus erreiche, zitiert der San Francisco
Chronicle die Google-Sprecherin Megan Quinn. Von der Verfügbarkeit
hochauflösender Satellitenbilder erhofft sich Almir Surui aber nicht nur
eine bessere Überwachung von Holzfällern sondern auch die Stärkung der
Surui-Kultur durch eine Katalogisierung von medizinischen Pflanzen,
Jagdgründen, Friedhöfen und Heiligtümern. Das Surui-Projekt soll Google
zufolge andere Amazonas-Stämme inspirieren.
Das geplante Projekt ist aber nicht das erste, bei dem Google Earth für
Umwelt- oder humanitäre Zwecke verwendet wird. So hat Google in
Zusammenarbeit mit dem Holocaust Memorial Museum ein Projekt
http://www.ushmm.org/googleearth gestartet, das den Bürgerkrieg in der
sudanesischen Krisenregion Darfur in den Blickpunkt der Öffentlichkeit
stellen soll. Nach Einbindung des Layers "Crisis in Darfur" findet der
User mit Flammen markiert die Standorte von 1.600 Dörfern, die von den
arabischen Reitermilizen zerstört worden sind. Dahinter verbergen sich
Fotos und Daten, die über das Ausmaß der Zerstörung informieren sollen.
Allerdings finden sich auf Google Earth keine Real-Time-Informationen,
wie Google-Sprecher Kay Oberbeck gegenüber pressetext betont. "Die
entsprechenden Bilder sind von Satellitenbildern und Luftaufnahmen
abhängig." Derzeit finden sich in dem Programm Bilder aus den Jahren 1996
bis 2007. Über regelmäßige Updates wird die Software mit besseren Daten,
also aktuelleren Bildern mit höherer Auflösung versorgt. (Ende)
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Jörn Brien
email: brien ät pressetext.com
Tel. +43-1-81140-318
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