|
## Nachricht vom 08.12.05 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
INTERNATIONALER TAG DER MENSCHENRECHTE
Folterflüge und Entführungen: USA müssen zum internationalen Recht
zurückkehren, mögliche deutsche Verantwortung muss geklärt werden!
Rolle deutscher Behörden bei CIA-Flügen und Entführungsfällen El
Masri und Zammar muss lückenlos aufgeklärt werden - Europäische
Staaten müssen dafür sorgen, dass Entführungen, Verschleppungen und
geheime Flüge aufhören / Koalitionsvertrag lässt klares Wort gegen
Menschenrechtsverletzungen im Antiterrorkampf vermissen - Positive
Worte zu Menschenrechten im Koalitionsvertrag müssen sich in der
Praxis bewähren
Berlin, 8. Dezember 2005 - Zum Internationalen Tag der Menschenrechte
am 10. Dezember erinnert amnesty international (ai) an die Bedeutung
der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948.
"Ihre Prinzipien sind wichtiger denn je, denn offenbar ist die
Verstrickung Europas in die menschen- und völkerrechtswidrige Praxis
des ?Kriegs gegen den Terror? stärker als bisher angenommen", sagte
Barbara Lochbihler, Generalsekretärin der deutschen ai-Sektion. "Wenn
die Berichte stimmen, hat die deutsche Regierung im Fall der
deutschen Staatsbürger El Masri und Zammar einer Politik Vorschub
geleistet hat, die Menschen entführt, Folter billigt und auch
anwendet. Wir fordern eine lückenlose und öffentliche Aufklärung
dieser sowie aller anderen Fälle, in denen deutsche Behörden von
geheimen Flügen der CIA, Verschleppungen in Geheimgefängnisse und
Folter wussten, dies unterstützten oder davon profitierten. Nach der
Europäischen Menschenrechtskonvention wären sie zum Schutz der
betroffenen Menschen verpflichtet gewesen."
ai ruft die Mitgliedsstaaten des Europarats auf, den vom Rat
bestellten Sonderberichterstatter in seinen Ermittlungen über
CIA-Flüge und geheime Haftzentren in Europa uneingeschränkt zu
unterstützen. "Die Staaten Europas müssen jetzt alles in ihrer Macht
stehende tun, um dafür zu sorgen, dass die Entführungen und
Verschleppungen in geheime Haftzentren und mögliche Folter aufhören",
sagte Lochbihler. "Es ist an den USA, das ?Outsourcing? von Folter
und die damit verbundenen Geheimtransporte von Gefangenen zu
unterlassen, rechtsfreie Räume wie Guantánamo zu schließen und zum
internationalen Recht zurückzukehren."
ai begrüßt die Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich im
Kampf gegen den Terror uneingeschränkt an "internationale Regeln"
halten zu wollen. Allerdings lässt der Vertrag der schwarz-roten
Regierungskoalition ein ähnlich klares Wort vermissen. Die generelle
Ankündigung des Koalitionsvertrages, im Fall von
Menschenrechtsverletzungen "nicht zu schweigen", wird sich an der
politischen Praxis im Umgang mit "strategischen Partnern" wie
Russland oder ökonomisch interessanten Großstaaten wie China messen
lassen müssen. "Die Regierung Merkel sollte die
Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien und in China weitaus
kritischer und öffentlicher ansprechen als die rot-grüne Regierung",
forderte die ai-Generalsekretärin.
ai fordert die Bundesregierung weiterhin auf, sich unverzüglich und
energisch für einen wirksamen UN-Menschenrechtsrat einzusetzen. Über
ein solches Gremium verhandelt derzeit die UN-Generalversammlung in
New York. Gemeinsam mit den Partnern in der EU muss sich die
Bundesregierung den Reformverhinderern entgegenstellen. In einem
10-Punkte-Plan fordert ai einen ständig tagenden Rat, der akute
Menschenrechtskrisen unverzüglich behandeln kann. Die Mitglieder
sollten mit Zweidrittelmehrheit von der Generalversammlung gewählt
werden. Nichtregierungsorganisationen muss eine konstruktiv-kritische
Begleitung der Arbeit des Rates möglich sein.
Achtung TV: Eine Betacam-SP-Cassette (23?17) mit Interviews und
Themenbildern von ehemaligen Guantánamo-Häftlingen einschließlich
Shotlist steht Ihnen zur Verfügung (zur rechtefreien Verwendung bis
zum 1.1. 2006).
Kontakt ai-Pressestelle:
Tel. 030 - 420248-306, E-Mail: presse@amnesty.de
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/F4784D647DDCC0C9C12570D1003B9F78?Open
Menschenrechtsarbeit ist nicht umsonst. Wenn Sie die Arbeit von amnesty international auch finanziell unterstützen möchten, können Sie das ganz einfach hier tun:
https://www2.amnesty.de/internet/formulare.nsf/Spenden
Oder spenden Sie auf das Konto 80 90 100, Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00
Möchten Sie Ihr Abonnement beenden?
Klicken Sie hier und senden die Email ab:
mailto:newsletter@amnesty.de?subject=Presse-Abo
Oder schreiben Sie eine Email an: newsletter@amnesty.de mit dem Betreff/Subject: Presse-Abo
Telefonische Abmeldung unter: 0228 - 98373-0
|