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## Nachricht vom 27.08.05 weitergeleitet
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amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Kolumbien / Demobilisierung
Weniger Gerechtigkeit schafft nicht mehr Frieden
Berlin, 26. August 2005 - Deutliche Kritik am
Demobilisierungsprozess in Kolumbien haben
Menschenrechtsorganisationen geübt. VertreterInnen von kolko e.V. -
Menschenrechte für Kolumbien, amnesty international und Peace
Brigades International sprachen am Donnerstag mit dem
Menschenrechtsbeauftragten der Kolumbianischen Regierung, Carlos
Franco.
"So wie die Demobilisierung im Moment betrieben wird, führt sie wohl
kaum zu einer Auflösung der paramilitärischen Gruppen. Gleichzeitig
besteht die akute Gefahr, dass die Verantwortlichen für zahlreiche
schwere Menschenrechtsverletzungen von einer de facto Amnestie
profitieren", erklärte Jörg Lehnert, Kolumbienexperte von amnesty
international.
"Die Opfer finden weder Wahrheit noch Gerechtigkeit oder
Entschädigung. Den Verantwortlichen für zahlreiche Massaker,
Vertreibungen und Entführungen drohen nur geringe Strafen. Durch
gewaltsame Vertreibung von Millionen Menschen haben sich die
paramilitärischen Gruppen riesige Ländereien angeeignet, diese werden
sie wohl in den meisten Fällen behalten können. Ihre Opfer hingegen
haben kaum Aussicht auf Entschädigung, ja noch nicht einmal auf
angemessene humanitäre Nothilfe", legte Christiane Schwarz von kolko
e.V. dar.
Franco besucht Berlin für zwei Tage, um für Unterstützung für den
Demobilisierungsprozess zu werben. Der Berlin-Besuch findet im
Vorfeld einer EU- Entscheidung am 6. September statt, bei der über
eine mögliche Unterstützung des Demobilisierungsprozesses entschieden
wird. Anlass der Entscheidung ist das kürzlich verabschiedete "Gesetz
für Gerechtigkeit und Frieden".
"Es ist blanker Hohn, das Gesetz mit " Gerechtigkeit und Frieden" zu
überschreiben", sagte Christiane Schwarz, "denn genau dies verhindert
das Gesetz". In ihrem Gespräch mit dem kolumbianischen
Menschenrechtsbeauftragten wiesen die VertreterInnen der
Nichtregierungsorganisationen darauf hin, dass das
UN-Hochkommissariat für Menschenrechte ebenso wie amnesty
international und Human Rights Watch immer wieder die Schwächen des
Demobilisierungsprozesses und des Gesetzentwurfs dargelegt haben. Die
kolumbianische Regierung habe aber allenfalls kosmetische Änderungen
vorgenommen. "Leider müssen wir feststellen, dass die kolumbianische
Regierung erneut Hinweise auf Menschenrechte und internationale
Rechtsgrundsätze nicht ernst genug nimmt", resümiert Jörg Lehnert.
"Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, ihre bisherige
Unterstützung der Politik der Regierung Uribe zu überdenken", sagte
Christiane Schwarz. Mehr als hundert europäische und kolumbianische
Organisationen fordern in einem offenen Brief die EU auf, den
Demobilisierungsprozess in seiner jetzigen Form auf keinen Fall zu
unterstützen. (vgl. www.kolko.de).
Nachfragen und Interviewwünsche bitte an:
ai-Pressestelle: Tel. 030 - 420248-306, presse@amnesty.de
kolko e.V.: Frau Schwarz, Tel. 030-4280 9107/0162-1369 246,
mail@kolko.net
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