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US-amerikanische Bischöfe gegen Todesstrafe

Chicago, Illinois/USA, 19.06.2005/APD Die römisch-katholische Kirche in den USA bereitet eine Erklärung gegen die Todesstrafe vor. Bis November soll eine Stellungnahme der Bischöfe vorliegen, die jede Anwendung der Todesstrafe ächtet - diesen Beschluss haben die katholischen Bischöfe zum Auftakt ihrer Vollversammlung in Chicago einstimmig gefasst. Meinungsumfragen zeigten eine wachsende Gegnerschaft gegen die Todesstrafe, vor allem unter Katholiken, sagte der zuständige Bischof Nicholas Di Marzio laut dem US-Nachrichtendienst
"Catholic News Service" (CNS).

Tatsächlich ist auch die Zahl der Todesurteile in den USA rückläufig: 2004 sank sie auf den niedrigsten Stand seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976. In diesen knapp 30 Jahren starben in den Vereinigten Staaten insgesamt 944 Menschen auf richterliche Weisung, mehr als ein Drittel von ihnen im Bundesstaat Texas.

Der texanische Erzbischof Joseph Fiorenza erklärte zum Auftakt der Bischofskonferenz, er halte eine Erklärung der US-Kirche gegen die Todessstrafe für "extrem wichtig". Führende katholische Theologen sehen in der Todesstrafe eine Form der Gotteslästerung. Schon die ersten Kapitel des Alten Testaments schärften den Lesern ein, dass niemand gegen den Brudermörder Kain die Hand erheben dürfe. Der Tod Jesu am Kreuz habe dann jede Möglichkeit der Rechtfertigung der Todesstrafe "auf ewig" ausgeschlossen, so die Argumentation der Theologen. Ausserdem verlängerten die Oberhirten in Chicago ihre im Jahr 2002 verabschiedeten Disziplinarmassnahmen bei Missbrauchs-Fällen. Darin halten sie an ihrer so genannten "Null-Toleranz-Politik" fest. Den Diözesen in den Vereinigten Staaten wird demnach auch weiterhin empfohlen, Priester, die Kinder sexuell missbraucht haben, vom pastoralen Dienst auszuschliessen.

In den USA zählt die römisch-katholische Kirche heute 66,4 Millionen Mitglieder, die sich landesweit in 19'484 Kirchengemeinden versammeln.


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