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ai: 24.06.2008 - DEUTSCHLAND - Bundesregierung muss 6Renditions & wirksam vorbeugen

## Nachricht vom 24.06.08 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de

amnesty international Deutschland

PRESSEMITTEILUNGEN

BUNDESREGIERUNG MUSS ?RENDITIONS? WIRKSAM VORBEUGEN
NEUER AMNESTY-BERICHT ZU CIA-VERSCHLEPPUNGEN IN FOLTERSTAATEN OFFENBART VERSCHLEPPUNGSTAKTIK EUROPÄISCHER STAATEN

BERLIN, 24.6.2008 - Europäische Staaten haben sich seit 2001 an Verschleppungen der CIA in Geheimgefängnisse und Folterstaaten beteiligt und sind für begangene Menschenrechtsverletzungen mitverantwortlich. Eine umfassende Aufklärung steht nach wie vor aus, da die Staaten entsprechende Ermittlungen nicht durchführen, teilweise nicht einmal unterstützen. Ein heute veröffentlichter Bericht von Amnesty International beleuchtet die Rolle Europas bei den ?außerordentlichen Überstellungen (Renditions)? ausführlich und im Überblick, einschließlich der Darstellung von sechs Einzelfällen, darunter die Deutschen Khaled El Masri und Mohammed Haydar Zammar. Aufgabe der europäischen Staaten ist es nach Auffassung von Amnesty International, Maßnahmen zu ergreifen, die derartige
menschenrechtswidrige Verschleppungen über europäisches Hoheitsgebiet zukünftig wirksam verhindern. Amnesty International fordert die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass die verschiedenen zuständigen Ressorts unverzüglich gemeinsam damit beginnen, solche Maßnahmen zu entwickeln und schnellstmöglich umzusetzen.
Bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss am 19.6. 2008 hat Außenminister Steinmeier darauf hingewiesen, dass der vom
Sonderermittler Joachim Jacob vorgelegte Bericht einen Anlass gebe, nun über geeignete Maßnahmen nachzudenken. ?Diese Ankündigung ist begrüßenswert, aber sie kommt sehr spät und bleibt bislang zu vage?, sagte Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland. ?Die Bundesregierung hätte sehr viel früher auf Berichte über Verschleppungen reagieren müssen, indem sie zum Beispiel Überflugrechte entzieht oder Flugzeugkontrollen durchführt.? Laut Steinmeier war für ihn das ?System der Renditions? Anfang Januar 2005 erkennbar. Amnesty International hat seit 2001 kontinuierlich über die Verschleppungen in Folterstaaten berichtet.

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STRAFLOSIGKEIT BEHINDERT FRIEDLICHE LÖSUNG
DES NAHOST-KONFLIKTS
APPELL VON AMNESTY INTERNATIONAL ANLÄSSLICH DER INTERNATIONALEN NAHOST-SICHERHEITSKONFERENZ AM 24. JUNI IN BERLIN

BERLIN, 23.06.2008 - Im Konflikt zwischen Israel und den
Palästinensern wenden beide Seiten seit Jahren schwere Gewalt an und begehen Menschenrechtsverletzungen an Zivilpersonen, ohne dass die Täter dafür zur Verantwortung gezogen werden. Diese Straflosigkeit trägt wesentlich dazu bei, dass der Glaube an die Rechtstaatlichkeit untergraben wird und Gewalttaten zunehmen, stellte Amnesty International anlässlich der ?Berliner Konferenz zur Unterstützung der palästinensischen zivilen Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit? am 24. Juni fest.
?Menschenrechtsverletzungen müssen konsequent und unabhängig aufgeklärt werden; Verantwortliche müssen bestraft werden; die Sicherheitskräfte brauchen dringend Schulungen, wie sie ihre Aufgaben menschenrechtskonform bewältigen können. Wenn es der internationalen Gemeinschaft gelingt, alle Konfliktparteien dazu zu bewegen, dann kann dies einen entscheidenden Beitrag zu Sicherheit und
gegenseitigem Vertrauen leisten und eine friedliche Lösung des Konflikts befördern?, sagte Petra Schöning, Nahost-Expertin von Amnesty International. Amnesty International hat die Bundesregierung gebeten, diese Punkte auf der Konferenz geltend zu machen. Die internationale Gemeinschaft muss auf die beiden palästinensischen Parteien Fatah und Hamas einwirken, damit diese die Angriffe bewaffneter palästinensischer Gruppen auf israelische Zivilisten unterbinden. ?Die Fatah im Westjordanland und die Hamas im Gazastreifen brauchen Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft bei der menschenrechtskonformen Ausbildung von Polizei- und anderen Sicherheitskräften? sagte Schöning. Gleichermaßen muss die Internationale Gemeinschaft die israelische Regierung dazu bewegen, alle Verstöße gegen internationales humanitäres Recht in den besetzten palästinensischen Gebieten umgehend einzustellen und bei ihren Operationen in den besetzten palästinensischen Gebieten die Bestimmungen des internationalen humanitären Rechts und
internationale Menschenrechtsstandards einzuhalten.

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24.06.08    Klaus Merkle <K.MERKLE@GAIA.de>
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