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## Nachricht vom 04.06.08 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Damit Medwedew nicht mit leeren Worten geht
Neuer russischer Präsident kommt am 5. Juni zum Antrittsbesuch nach
Deutschland /
Amnesty-Brief an Merkel und Köhler, Amnesty-Memorandum an Medwedew
BERLIN, 03.06.2008 - Tödliche rassistische Übergriffe nehmen zu, die
Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit ist ein rechtsstaatlicher
Torso, für Folter und Verschwindenlassen im Nord-Kaukasus gehen
russische Sicherheitskräfte straffrei aus ? es gibt Wichtiges zu
besprechen, wenn der neue russische Präsident Dmitri Medwedew am 5.
Juni zu seinem ersten offiziellen Besuch nach Berlin kommt. Amnesty
International hat Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Köhler
aufgefordert, Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der
Rechtsstaatlichkeit anzusprechen. "Medienberichten zufolge will
Merkel auch 'Kontroverses' ansprechen. Wir hoffen, dass dazu auch die
Lage der Menschenrechte in Russland zählen wird", sagte Peter Franck,
Amnesty-Russlandexperte.
Amnesty hat ihre Anliegen zu Russland in einem Memorandum
zusammengefasst und Medwedew vergangene Woche übergeben.
Ergänzend bittet Amnesty Merkel und Köhler, sich für den
Atomwissenschaftler Igor Sutjagin einzusetzen, der seit 1999 in Haft
sitzt und 2004 in einem unfairen Verfahren wegen Landesverrats zu 15
Jahren Gefängnis verurteilt wurde. "Sutjagin freizulassen, bis ein
internationalen Standards entsprechendes Verfahren aufgenommen wird,
wäre ein wichtiges Signal; Medwedew könnte so beweisen, dass es ihm
ernst ist mit seiner Ankündigung, den Rechtsstaat in Russland stärken
zu wollen", sagte Franck.
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/69A1D7EC18A67043C125745D0049A628?Open
Deutsche Menschenrechtsorganisationen: Haftbefehle des
Internationalen Strafgerichtshofs gegen Sudanesen endlich
vollstrecken Gerhart Baum: "Ohne Gerechtigkeit kein Frieden in
Darfur"
Berlin, 2. Juni 2008. Die Haftbefehle des Internationalen
Strafgerichtshofs (IStGH) gegen zwei Sudanesen wegen
Menschenrechtsverbrechen in der westsudanesischen Provinz Darfur
müssen endlich vollstreckt werden. Das haben deutsche
Menschenrechtsorganisationen in einem offenen Brief an den
US-Botschafter in Deutschland, William R. Tinken, als Vertreter der
derzeitigen Präsidentschaft im VN-Sicherheitsrat gefordert. Der
Sicherheitsrat wird sich am 5. Juni 2008 mit den Ermittlungen des
IStGH zu Darfur befassen.
Bisher missachtet die sudanesische Regierung die
VN-Sicherheitsratsresolution 1593, die alle Konfliktparteien in
Darfur zur Kooperation mit dem IStGH auffordert. Die sudanesische
Regierung hat die beiden Angeklagten Ahmad Harun und Ali Kushayb
nicht ausgeliefert. Harun ist sogar weiterhin Minister für humanitäre
Angelegenheiten des Sudan. "Dies verhöhnt die Opfer des
Darfur-Konflikts und die Arbeit des VN-Sicherheitsrats", mahnte der
Darfuri und Geschäftsführer des Vereins Darfur Hilfe, Ahmed Musa Ali.
"Die Straflosigkeit für die Menschenrechtsverbrechen in Darfur muss
endlich beendet werden", sagte der ehemalige VN-Berichterstatter für
Sudan und Bundesminister a.D., Gerhart Baum. "Auch wegen der akuten
Krise im Nord-Süd-Friedensprozess und der Repressionswelle gegen
Darfuris in Kharthoum ist es notwendig, dass die internationale
Gemeinschaft Entschlossenheit zeigt, Menschenrechtsverbrecher zur
Verantwortung zu ziehen. Es liegt nun am VN-Sicherheitsrat, Sudan zur
Auslieferung von Ahmad Harun und Ali Kushayb zu bewegen."
Die Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty
International, Barbara Lochbihler, erinnerte an die Führungsrolle
Deutschlands bei der Gründung des IStGH und bei der Verabschiedung
der VN-Sicherheitsratsresolution 1593 im Jahr 2005. "Auch wenn
Deutschland derzeit kein Mitglied des VN-Sicherheitsrats ist,
erwarten wir von der Bundesregierung jetzt ein konsequentes Eintreten
zur Umsetzung der IStGH-Haftbefehle, vor allem gegenüber den USA,
China und Russland."
"Der Sicherheitsrat muss klar und deutlich verurteilen, dass die
sudanesische Regierung die Festnahme und Auslieferung von Ahmad Harun
und Ali Kushayb bisher verweigert", fordern Amnesty International,
die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, terres des
hommes, das Nürnberger Menschenrechtszentrum und weitere
Organisationen in ihrem Brief. "Er muss Sudan dazu auffordern, die
IStGH-Haftbefehle unverzüglich zu vollstrecken. Alle anderen Staaten
müssen gleichfalls aufgefordert werden, die Angeklagten während
eventueller Auslandsreisen sofort festzunehmen und an den IStGH
auszuliefern."
Die Unterstützer des offenen Briefes beteiligen sich an der
internationalen Kampagne "Justice for Darfur" (www.justice4darfur.org
), die unter anderem auch von Human Rights Watch, dem Cairo Institute
for Human Rights und der Coalition for the International Criminal
Court getragen wird.
Die deutschen Unterstützer sind:
Amnesty International
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen
terres des hommes Deutschland
Darfur Hilfe e.V.
Nürnberger Menschenrechtszentrum
Gesellschaft für bedrohte Völker
Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein
Stiftung Nord-Süd-Brücken
ACAT ? Deutschland
Genocide Alert
Für Interviews mit Gerhart Baum oder Vertretern der Organisationen
sowie für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Arne Behrensen (Crisis Action Berlin): 030 / 453 05 283, 0172 / 140
30 58
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/76FBD59FB0E1CC0CC125745D00493617?Open
AMNESTY-MENSCHENRECHTSPREISTRÄGERINNEN IN SIMBABWE IN HAFT -
MISSHANLDUNG BEFÜRCHTET
BERLIN, 03.06.2008 - 14 Mitglieder der Menschenrechtsorganisation
"Women of Zimbabwe Arize? (WOZA) sind in Simbabwes Hauptstadt Harare
verhaftet worden. Amnesty International befürchtet, dass sie in Haft
schwer misshandelt werden und hat zu den Aktivistinnen eine weltweite
"Eilaktion? herausgegeben. Darin fordert Amnesty unter anderem die
sofortige Freilassung aller Verhafteten. WOZA ist Trägerin des 05.
Menschenrechtspreises von Amnesty International. Der Preis soll am
16. November im Berliner Ensemble verliehen werden.
Die führenden WOZA-Aktivistinnen Jenni Williams und Magadonga
Mahlangu, Elf weitere Frauen und ein Mann wurden am 28. Mai
verhaftet. Sie demonstrierten friedlich für ein Ende der Gewalt, die
seit den Wahlen vom 29. März dramatisch zugenommen hat. Zwei Tage
später verfügte ein Richter die Freilassung gegen Kaution. Doch der
Staatsanwalt legte gegen diesen Beschluss Berufung ein, so dass alle
weiterhin in Haft sind.
Ihnen wird u. a. nach Abschnitt 37 des Strafgesetzbuches Zimbabwes
vorgeworfen, Material verbreitet zu haben, das "Unfrieden stiftet?.
Einige der Festgenommenen hatten einem Bericht von WOZA zufolge gar
nicht an der Demonstration teilgenommen, sondern wurden unter
vorgehaltener Waffe in ihrem Auto verhaftet.
Die Bedingungen in den beiden Gefängnissen, in denen die 13 Frauen
und ein Mann untergebracht sind, gelten als unzumutbar und
entsprechen nicht internationalen Standards. So fehlt es an Decken
gegen die zur Zeit herrschende Winterkälte.
Amnesty International fordert Justizminister Patrick Chinamasa auf,
die WOZA-Mitglieder sofort freizulassen. Nach Einschätzung von
Amnesty haben die Aktivisten lediglich von ihrem in der Verfassung
und im Völkerrecht verbrieften Recht auf freie Meinung-,
Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht. Solange sie
noch in Haft sind, muss sichergestellt sein, dass sie nicht gefoltert
und misshandelt werden, forderte Amnesty. Sie müssen Zugang zu ihren
Anwälten und Familien haben und müssen mit ausreichend Kleidung,
Decken und Nahrung versorgt werden.
Seit der Gründung von WOZA 2003 sind führende Mitglieder immer wieder
verhaftet worden. Die jüngste Festnahme steht im Kontext eines
großangelegten Schlages der Regierung Mugabe gegen oppositionelle
Gewerkschafter, Anwälte, Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und
andere Aktivisten nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom
29. März. Seitdem versucht die Regierung, die siegreiche Opposition
mit allen, zum Teil gewaltsamen Mitteln, zu schwächen.
Kontakt
AMNESTY INTERNATIONAL
Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Pressestelle . Postfach 28 01 08 . 10411 Berlin
T: +49 30 420248-306 . F: +49 30 420248-330 .
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/1D0376579237EE95C125745D005437F9?Open
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