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*„Das Yezidentum - Religion und Leben“
von Chaukeddin Issa
Buchvorstellung im GfbV-Haus Göttingen*
Am Samstag, den 02. Februar 2008 fand im Victor- Gollancz- Haus der
Gesellschaft für bedrohte Völker die Vorstellung des Buches „Das
Yezidentum - Religion und Leben“ von Chaukeddin Issa statt. Die
Veranstaltung wurde von der Gruppe yezidischer Studenten aus
Göttingen in Kooperation mit der Gesellschaft für bedrohte Völker
(GfbV) organisiert und verwirklicht.
Die Veranstaltung war mit ca. 30 Besuchern, darunter viele Yeziden -
auch andere Interessierte waren anwesend - sehr gut besucht und kann
demnach als voller Erfolg gewertet werden. Besonders erfreulich war
vor allem die Anwesenheit von Frau Irene Wießner, die in Vertretung
ihres verstorbenen Mannes, Pr. Dr. Dr. Gernot Wießner, vor Ort war
und zum 75. Geburtstag ihres Mannes einen Blumenstrauß entgegen
nahm. Gernot Wießner hat durch seine Gutachten über die Situation
der in der Türkei lebenden Yeziden den Weg für eine asylrechtliche
Anerkennung der Yeziden als Glaubensflüchtlinge geöffnet. Darüber
hinaus hat er sich für den Erhalt des Yezidentums auch in
Deutschland engagiert, unter anderem hat er den Yeziden in den 70er
Jahren zur Gründung von Vereinen verholfen. Herr Prof. Wießner ist
am 24.02.99 an den folgen einer schweren Krankheit verstorben.
Der Autor Chaukeddin Issa wurde von Karl G. Mund und Frau Gisela
Priess, die beide an dem Buch mitgewirkt haben, begleitet und
unterstützt.
Nach der offiziellen Begrüßung durch Dr. Kamal Sido, den
Nahostreferenten der GfbV, referiert Herr Issa in einem sehr
lebendigen und abwechslungsreichen Vortrag über die Idee und
Entstehung des Buches und sprach einige Passagen ausführlicher.
Im Anschluss an den Vortrag gab es eine rege Frage- bzw.
Diskussionsrunde zum Buch. Unter anderem ging es um Themen wie:
- Sheikh Adi und seine Herkunft - War er Kurde, Araber, Yezide
oder Moslem?
- Integration der Yeziden in der Diaspora;
- „Strafe“ bei den Yeziden bei „Austritt“ aus der
Religionsgemeinschaft;
- Methodik (wissenschaftliche Methoden, Sprache etc.)
Bei allen angesprochen Themen konnte die Runde Standpunkte klären,
auch wenn sich nicht in jedem Falle eine Übereinstimmung der
Ansichten erzielen ließ.
Jedoch wurde die Methodik im Buch meiner Meinung nach zu Unrecht
kritisiert. Der Autor hat von Beginn an eingeräumt, dass das Buch,
wie die Widmung eindeutig erkennen lässt, sich nicht in erster Linie
an ein akademisches Publikum wende, sondern für „die yezidische
Jugend“ die zentralen Themen der yezidischen Religion anreißen und
erläutern solle.
Erstellt von Cihan Acar
Göttingen, 3. Februar 2008
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