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## Nachricht vom 10.01.08 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Sechs Jahre Guantánamo, sechs Jahre Willkür statt Recht
Berlin, 10. Januar 2008 - Auch nach sechs Jahren Guantánamo ist kein
Ende der menschenverachtenden Haft im rechtsfreien Raum in Sicht.
Anlässlich des Jahrestags der ersten Überstellungen von Gefangenen in
das US-Lager auf Kuba am 11. Januar 2002 wendet sich amnesty
international (ai) mit einer Petition von mehr als 1.200
Parlamentariern aus aller Welt an den US-Kongress. Außerdem ruft ai
mit Aktionen von London über Stockholm und Bahrain bis Manila die
Weltöffentlichkeit auf, Druck auf die USA zu machen. ?Guantánamo ist
zum Symbol für Menschenrechtsverletzungen im Anti-Terror-Kampf
geworden?, sagte Barbara Lochbihler, Generalsekretärin der deutschen
Sektion von ai. ?Das Gefangenlager steht auch für einen gefährlichen
weltweiten Trend?, so Lochbihler. ?Die USA aber auch andere Staaten
höhlen grundlegende Menschenrechte aus und geben vor, damit mehr
Sicherheit zu schaffen.?
Gemeinsam mit Parlamentariern unter anderem aus Großbritannien,
Japan, Israel und Deutschland fordert ai von den USA die sofortige
Schließung Guantánamo, den Zugang von UN-Sonderberichterstattern zu
den Gefangenen sowie ein Ende des Systems geheimer Gefängnisse.
Weltweit organisieren Mitglieder der Organisation Mahnwachen vor
US-Botschaften, so auch in Berlin (11. Januar, 17-19 Uhr, Unter den
Linden / Neustädtische Kirchstraße).
Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in den USA sagte Lochbihler:
?Bisher haben alle Präsidentschaftskandidaten der Demokraten
angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs Guantánamo zu schließen.? Und
die meisten Kandidaten der Republikaner hätten eingesehen, dass
einige der Verhörmethoden in Guantánamo nichts anderes als Folter
seien.
ai wies erneut darauf hin, dass Guantánamo nur der sichtbare Teil
eines weltweiten Netzes rechtswidriger US-Hafteinrichtungen ist. Die
Regierung Bush setze in der Anti-Terror-Politik auf ein System von
?Verschwindenlassen? in Geheimgefängnisse, unbegrenzter Haft ohne
Anklage und Überstellung von Verdächtigen in Staaten, in denen ihnen
Folter droht.
Ausführliches Hintergrundmaterial (Zahlen und Fakten, Chronologie,
Aussagen ehemaliger Häftlinge und mehr) sowie Aktionsmöglichkeiten
finden Sie ab dem 11. Januar unter: www.amnesty.de.
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/31B335F6D475DB13C12573CC0033DE46?Open
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