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Internationaler Tag der Menschenrechte (10.12.): Weltweit 130
Journalisten hinter Gittern, ROG fordert Freilassung
Berlin (ots) - Weltweit sind derzeit 130 Journalisten wegen ihrer
Recherchen und Berichte inhaftiert. Anlässlich des Internationalen
Tags der Menschenrechte am kommenden Montag (10.12.) erinnert
Reporter ohne Grenzen (ROG) an sie und fordert ihre bedingungslose
Freilassung.
Wie auch in den vergangenen Jahren sind es etwa 30 Regierungen
weltweit, die unbequeme Journalisten wegsperren lassen. Für die
Machthaber dieser Länder ist Gefängnis die einzige Antwort auf
öffentliche Kritik durch die Medien.
Besonders schlimm ist die Lage in Eritrea. Von 15 inhaftierten
Journalisten sind vermutlich vier wegen der desolaten Zustände in den
Gefängnissen gestorben. Trotz verzweifelter Bitten von Familie und
Freunden um Nachricht über deren Schicksal, hüllt sich die
eritreische Regierung in Schweigen.
Neben den 130 Journalisten sind auch sechs Medienassistenten
(Dolmetscher, Fahrer, Techniker, Sicherheitsleute) und 63
Internet-Dissidenten hinter Gittern.
Die einzige Frau unter den Inhaftierten ist Agnès Uwimana Nkusi in
Ruanda.
Die meisten Journalisten wurden aus Gründen der "nationalen
Sicherheit" festgenommen. Die Anklagen lauten - wenn sie denn erhoben
wurden - "Störung der öffentlichen Ordnung", die "Destabilisierung
des Staates" und "Gefährdung der inneren Sicherheit". Über 20 Prozent
von ihnen sind zu Strafen zwischen fünf und zehn Jahren verurteilt.
China und Kuba sind seit vier Jahren die weltweit größten
Gefängnisse für Journalisten: dort sind 33 bzw. 24 inhaftiert. Zwar
entließen die Regierungen in Peking und Havanna nach und nach einige
von ihnen, oft aber erst wenige Monate vor dem Ende des Strafmaßes.
Die meisten Festnahmen und Urteile im vergangenen Jahr gab es im
Iran (acht) und in Aserbaidschan (sechs). Während im Iran regelmäßig
Journalisten verhaftet und dann wenige Monate später gegen
beträchtliche Kautionen freigelassen werden, ist die Situation in
Aserbaidschan recht neu. Sie zeigt, wie sehr sich dort die Lage der
Pressefreiheit verschlechtert und die Haltung der Regierung gegenüber
kritischem Journalismus verhärtet hat.
Der älteste Inhaftierte ist der 77-jährige Win Tin. Er ist seit 18
Jahren in Birma hinter Gittern.
Weltweit am längsten ist der Libyer Abdullah Ali Al-Sanussi
Al-Darrat in Haft - seit 1973. Auf die regelmäßigen Anfragen zu
seinem Schicksal hat die libysche Regierung nie reagiert.
Die Liste aller Journalisten hinter Gittern finden Sie unter:
http://www.rsf.org/rubrique.php3?id_rubrique=116
Originaltext: Reporter ohne Grenzen e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51548
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Katrin Evers
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