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## Nachricht vom 24.08.07 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
amnesty international lässt sich von chinesischer Botschaft nicht
ignorieren
Berlin, 24. August 2007 - Den verschlossenen Türen der Botschaft der
Volksrepublik China zum Trotz hat amnesty international (ai) heute
mit einer öffentlichen Aktion in Berlin auf das Schicksal des in
China inhaftierten Journalisten Shi Tao aufmerksam gemacht. Der
Botschafter Chinas hatte sich geweigert, mehr als 15.000
Unterschriften für die Freilassung Shi Taos entgegenzunehmen. Die
Unterschriften hatte amnesty international (ai) in Deutschland im
Rahmen der Kampagne ?EinSatz? gesammelt. Nachdem die Botschaft
mehrere Terminanfragen von ai ignoriert hatte, wollten
ai-Generalsekretärin Barbara Lochbihler und China-Experte Dirk
Pleiter die Unterschriften auch ohne offiziellen Termin persönlich
überreichen.
?Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking ist die Haltung des
Botschafters ein schlechtes Zeichen?, sagte Lochbihler. Die
Weigerung, die Unterschriften entgegen zu nehmen, stehe im Gegensatz
zu dem Versprechen der chinesischen Behörden, die Menschenrechtslage
zu verbessern. ?Wir setzen darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel
auf ihrer Fernostreise mit Station in China die katastrophale
Menschenrechtslage anspricht.?
Shi Tao war im April 2005 zu einer Haftstrafe von zehn Jahren
verurteilt worden, weil er anonym in einer E-Mail über die
chinesische Pressezensur berichtet hatte. Durch die Zuarbeit von
Yahoo! konnten die chinesischen Behörden den Absender der E-Mail
ermitteln. ?Die Regierung missbraucht das Internet zur Kontrolle der
Bevölkerung?, sagte Lochbihler. ?Wer in China Begriffe wie
Menschenrechte, Demokratie oder Freiheit in eine Suchmaschine
eingibt, dem werden zahlreiche Treffer vorenthalten.? Über 30.000
Polizisten überwachen das Internet rund um die Uhr. Internationale
Unternehmen wie Yahoo!, Google und Microsoft tragen zur Zensur des
Internets bei.
Im Vorfeld der Olympischen Spiele kritisiert ai neben der
Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit die Anwendung der
Todesstrafe, die auch für minderschwere Delikte wie Drogenbesitz und
Steuerhinterziehung verhängt wird, die Unterdrückung von
Menschenrechtsverteidigern und die ?Umerziehung? durch Zwangsarbeit.
Kontakt
amnesty international
Pressestelle
030/420248-306
presse@amnesty.de
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