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Urgent Action
Abschiebung / Drohende Folter
Ägypten
Eritrea
UA-225/2008Index: AFR 64/004/2008
13. August 2008
BIS ZU 1200 ABGESCHOBENE ASYLSUCHENDE
Bis zu 1200 eritreische Asylsuchende wurden zwischen dem 12. und 19. Juni 2008 aus Ägypten nach Eritrea abgeschoben. Während fast alle abgeschobenen Frauen mit Kindern und schwangeren Frauen nach einigen Wochen in Haft freigelassen wurden, wird die Mehrzahl der zurückgeführten Männer und Frauen ohne Familie ohne Anklage weiterhin festgehalten.
Diese Personen sind auf Militärstützpunkte und in Gefängnisse gebracht worden, 740 von ihnen sollen sich in dem Halhal-Camp im Militärlager Wia etwa 40 Kilometer südlich von Massawa befinden. Das Militärlager Wia liegt in der Wüste. Die Temperaturen erreichen dort tagsüber bis zu 40 Grad Celsius. Amnesty International ist angesichts der Haftbedingungen ernsthaft besorgt um das Wohlergehen von mindestens 740 EritreerInnen, die sich nach ihrer Abschiebung aus Ägypten seit Juni 2008 in Eritrea willkürlich in Haft befinden.
Amnesty International befürchtet zudem, dass die willkürlich inhaftierten Personen in großer Gefahr sind, gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden. In Eritrea werden inhaftierte Personen regelmäßig gefoltert, auch in Militärcamps wie Wia. Die Foltermethoden, die in Eritrea bereits von Amnesty International dokumentiert wurden, umfassen Peitschenschläge über längere Zeiträume sowie Tritte, das Fesseln der Gefangenen in schmerzhaften Positionen wie der "Acht" und dem sogenannten "Hubschrauber" sowie das stundenlange Aussetzen in der Sonne.
EMPFOHLENE AKTIONEN
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE AN DIE ERITREISCHEN BEHÖRDEN, IN DENEN SIE
- die Behörden auffordern, die Namen und den Aufenthaltsort aller EritreerInnen bekannt zu geben, die seit dem 11. Juni 2008 aus Ägypten abgeschoben wurden;
- bei den Behörden darauf dringen, die Zurückgeführten weder zu inhaftieren noch zu foltern oder zu misshandeln;
- die Behörden daran erinnern, dass das "Verschwindenlassen", Folterungen und andere Misshandlungen nach dem Völkerrecht verboten sind.
APPELLE AN
STAATSPRÄSIDENT
His Excellency, President Issayas Afewerki
Office of the President,
P O Box 257, Asmara, ERITREA
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Fax: (00 291) 1 123 788 (über das Außenministerium)
JUSTIZMINISTER
Ms Fawzia Hashim
Ministry of Justice
P O Box 241, Asmara, ERITREA
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 291) 1 126 422
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DES STAATES ERITREA
S.E. Herrn Petros Tseggai Asghedom
Stavangerstraße 18, 10439 Berlin
Fax: 030-4467 4621
E-Mail: embassyeritrea ät t-online.de
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE AN DIE ÄGYPTISCHEN BEHÖRDEN, IN DENEN SIE
- die ägyptischen Behörden auffordern, die Namen der EritreerInnen bekannt zu geben, die sie kürzlich nach Eritrea abgeschoben haben;
- die ägyptische Regierung auffordern, alle diplomatischen Mittel auszuschöpfen, um sicherzustellen, dass die kürzlich abgeschobenen EritreerInnen aus der willkürlichen Haft entlassen und weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt werden;
- bei den Behörden darauf dringen, Ägyptens Verpflichtungen gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention und des UN-Übereinkommens gegen Folter einzuhalten und keine Asylsuchenden nach Eritrea abzuschieben, wo ihnen Folter und andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.
APPELLE AN
AUßENMINISTER
Minister Ahmed Ali Aboul Gheit
Ministry of Foreign Affairs
Corniche al-Nil, Maspiro
Cairo, ÄGYPTEN
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 20) 22 574 8822
(00 20) 22 390 8159
(00 20) 22 574 9533
E-Mail: minexter ät idsc1.gov.eg
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK ÄGYPTEN
S. E. Herrn Mohamed Abdelhay M. Elorabi
Stauffenbergstraße 6 - 7, 10785 Berlin
Fax: 030-477 1049
E-Mail: embassy ät egyptian-embassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. September 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English, Arabic or in your own language:
To the Eritrean authorities:
- urging the authorities to disclose the names and whereabouts of all the Eritreans who have been forcibly returned from Egypt since 11 June;
- urging the authorities not to detain, torture or ill-treat those who have been returned;
- reminding the authorities that enforced disappearances, torture and other ill-treatment are prohibited under international law.
To the Egyptian authorities:
- calling on the authorities to disclose the names of all the Eritreans they recently forcibly returned to Eritrea;
- calling on the Egyptian government to take all possible diplomatic measures to ensure the Eritreans they returned to Eritrea are released from arbitrary detention, and are not tortured or otherwise ill-treated;
- urging them to respect Egypt's international obligations under the 1951 Refugee Convention and the UN Convention against Torture not to forcibly return asylum-seekers to Eritrea, where they would be at risk of torture and other serious human rights violations.
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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