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CARE: "Unsichtbarer Hunger" am Horn von Afrika Scharrenbroich: Hilfe
bis mindestens November erforderlich
Bonn (ots) - Die Nahrungshilfen für die Länder am Horn von Afrika
sind nach Ansicht von Heribert Scharrenbroich noch "mindestens bis
November erforderlich". Der Vorsitzende von CARE
Deutschland-Luxemburg erklärte heute am Ende einer Reise nach
Äthiopien und Kenia in Nairobi: "In Äthiopien sind Kinder vielfach so
geschwächt, dass sie nicht mehr zur Schule gehen können. Viele essen
zuhause nur noch schichtweise, also nur noch jeden zweiten oder
dritten Tag."
"Diesen Hunger sieht man nicht"
Scharrenbroich sprach von einem "Hunger, den man nicht sieht." Auf
den ersten Blick deute nichts auf Mangel- oder Unterernährung hin wie
bei bisherigen Hungerkrisen. Scharrenbroich wörtlich: "Diesen Hunger
sieht man nicht. Wir haben keine Hungerbäuche bei Kindern und keine
Tierkadaver wie beispielsweise 2006 in Kenia gesehen, aber die Lage
verschlechtert sich dennoch." Es handele sich um eine "neue Dimension
dieser Ernährungskrise": Durch die ernormen Preissteigerungen seien
nun auch die Millionenstädte - hier insbesondere die Slums - in
erheblichem Umfang betroffen. Die Energiepreispolitik der OPEC schade
den Entwicklungsländern deutlich mehr als den Industriestaaten.
"Eine einzige Anklage an die Politik"
Die Gründe für die jetzige Entwicklung sind "eine einzige Anklage an
die nationalen wie internationalen Politiken", so der
CARE-Vorsitzende. Scharrenbroich verlangte eine "radikale Revidierung
der G8-Klimaziele", mit deren vagen Zielvorgaben "kein Staat zu
machen" sei. Spätestens auf der Kyoto-Nachfolgekonferenz "müssen
zehnjährige Etappenziele vereinbart werden", so die Forderung von
CARE.
Der CARE-Vorsitzende forderte die Entwicklungsländer auf, das
Problem der Überbevölkerung anzugehen: "Die Entwicklungsländer sind
zu fragen, wie sie in 25 Jahren eine Bevölkerung ernähren wollen, die
dann etwa doppelt so groß ist wie die jetzige."
HINWEIS AN DIE REDAKTIONEN
Das ausführliche Statement von Heribert Scharrenbroich finden Sie auf
der Homepage von CARE: www.care.de
PHOTOS stehen auf Anfrage zur Verfügung.
Originaltext: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
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Sandra Bulling
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