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Newsletter vom 26.06.2008 - Menschenrechte in Afrika (I)
ADDIS ABEBA/BERLIN (Eigener Bericht) - Trotz schwerster Vorwürfe von
Menschenrechtsorganisationen erhöht die Bundesregierung die deutschen
Entwicklungszahlungen an Äthiopien um 40 Prozent. Dies teilt das
Außenministerium in Addis Abeba nach den deutsch-äthiopischen
Regierungsverhandlungen in der vergangenen Woche mit. Demnach erhält
das ostafrikanische Land in den nächsten drei Jahren 96 Millionen Euro
aus dem Etat des deutschen Entwicklungsministeriums - eine der
höchsten Zuwendungen des Hauses. Die äthiopische Regierung wird seit
Jahren wegen Menschenrechtsverbrechen hart kritisiert. Sie sicherte
sich 2005 durch Wahlfälschung die Macht, ließ anschließend Hunderte
Protestdemonstranten niederschießen, wird bis heute der Folter sowie
außergerichtlicher Exekutionen bezichtigt und treibt in großer Zahl
Oppositionelle und unabhängige Journalisten ins Exil. Jüngste Berichte
werfen der äthiopischen Armee Verschleppungen und den Mord an
Zivilisten im Osten des Landes vor. Die Aufstockung der deutschen
Entwicklungsgelder trägt der geostrategischen Bedeutung Äthiopiens
Rechnung, die der Botschafter Deutschlands in Addis Abeba in einem
Strategiepapier ausdrücklich würdigt. Die äthiopische Armee führt
zudem an der Seite des Westens in Somalia Krieg. Äthiopische Soldaten
werden in Deutschland ausgebildet.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57280
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